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Reitturnier: Kaltblüter lassen die Erde beben

Von: ale
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Entschlossen und kampflustig ritt sie beim Kaltblutpferderennen in Mützenich zum Sieg: Ulla Kreutzer auf Moritz. Foto: A. Lauscher

Mützenich. So hatten sich die Mützenicher Reiter den Samstagabend vorgestellt: Hunderte begeisterter Pferdefreunde säumten den großen Platz, und in der Abendsonne genossen sie ein ansprechendes Programm rund um das Kaltblutpferd.

Das beliebte Kaltblutrennen wurde diesmal eingeleitet von Schaubildern und dem einzigartigen „Eifel-Polo“. Ingo Scheffen, der 1. Vorsitzende des Reitervereins St. Georg Mützenich, hatte bei seiner Idee, das Kaltblutpferd dem Publikum etwas ausführlicher vorzustellen, Unterstützung gefunden bei Franz-Karl Boden, Horst Steffens und Stefan Schmitz.

Bei den Zuschauern, die sich in mehreren Reihen um den Platz herum gruppiert hatten, kam das Schauprogramm gut an, es rief Erstaunen und Bewunderung hervor. Ganz sicher sah man selten so ein Polospiel: Zwei Mannschaften auf Kaltblutpferden traten gegeneinander an, der Poloball war leuchtend rot, hatte ungefähr einen Meter Durchmesser und steckte in einem Netz. So konnten die Reiter ihn greifen statt, wie sonst beim Polo üblich, mit einem Schläger vorwärts zu befördern. Sie vollführten kühne Aktionen, um den dicken Ball ins Tor zu rollen, und die Pferde erwiesen sich als zuverlässige Sportkameraden – ein Spaß für die Zuschauer.

In verschiedenen Anspannungen wurden die Kaltblüter dann vorgestellt, mit Kummet oder Brustblattgeschirr, in Ein- und Zweispännern. Sogar eine Quadrille hatten vier Gespannfahrer einstudiert. Außerdem wurde eindrucksvoll demonstriert, wie die „Dicken“ geschickt einen langen Baumstamm ziehen, rasant durch Kegel fahren können und welche Kraft in ihnen steckt. Herzlicher Beifall belohnte die zwei- und vierbeinigen Akteure. Ingo Scheffen sowie die Ortsvorsteherin von Mützenich, Jacqueline Huppertz, und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Monschau, Franz Müller, ließen es sich nicht nehmen, ein Dankeschön-Präsent an die Teilnehmer zu überreichen.

Inzwischen hatten sich so viele Pferdefreunde von Nah und Fern eingefunden, dass die Parkplätze knapp wurden; aus den Niederlanden und aus Belgien, der Aachener und Dürener Region und aus der ganzen Eifel kamen sie, um den Höhepunkt des Reitturniers zu bestaunen. Sie wurden nicht enttäuscht. Das Bläserkorps des Vereins blies noch ein paar zünftige Signale, dann begann das 27. Mützenicher Kaltblutrennen.

Zwölf Reiter und Reiterinnen beteiligten sich. Sie wurden noch einmal daran erinnert, dass man keine Peitschen benutzen darf, und wurden ermahnt, an ihre Gesundheit und an die der Pferde zu denken. Josef Römer gab das Startzeichen, und los stürmte das erste Paar. Es ist spannend, zu verfolgen, wie unterschiedlich die Dicken das „Rennen“ angehen: Während die Einen sich etwas schwerfällig nur allmählich aus dem Trab zum Galopp antreiben lassen und offensichtlich wenig Ehrgeiz haben, preschen die Anderen gleich im Galopp los und legen eine wilde Runde hin.

Die Besucher sparten nicht mit Applaus und anfeuernden Rufen, dies muss wohl besonders auf die Amazonen gewirkt haben: Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Rennens qualifizierten sich ausschließlich Damen für das Halbfinale. Katharina Steffens auf Bobby trat gegen Annika Steffens mit Oscar an, Sonja Sarlette ritt auf Apollo ihre stürmische Runde gegen Ulla Kreutzer auf Moritz. Das Finale bestritten schließlich Ulla Kreutzer und Katharina Steffens. Es gelang Ulla Kreutzer zum zweiten Mal, das Kaltblutrennen in Mützenich zu gewinnen, ihr Moritz hatte einfach die beste Kondition. Die dreizehnjährige Katharina Steffens strahlte über ihren tollen Erfolg.

Aus der Hand von Hubert Herpers, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Aachen, empfing Ulla Kreutzer aus Herzogenrath den Siegerpokal.

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