Reise der Grätenfische endet nur wenige Meter weiter

Von: Carmen Krämer
Letzte Aktualisierung:
5792498.jpg
Seit 2006 sind sie aus dem Bild Monschaus nicht mehr wegzudenken: Die Grätenfische des Künstlers Hubert Kruft. Vermutlich aufgrund des Hochwassers haben sich mehrere Fische aus ihren Halterungen gelöst, nach einem wird noch gesucht, zwei weitere werden in Kürze wieder an ihren Platz zurückkehren. Foto: Peter Stollenwerk

Monschau. Schon bevor sie ihren Platz in der Monschauer Altstadt fanden, waren sie ständig auf Reisen. In Trier auf der Landesgartenschau und auf Ausstellungen in Luxemburg, Holland und Belgien waren sie bis dahin schon zu sehen: Die Grätenfische des Künstlers Hubert Kruft.

Nach all den Reisen sollten die aus Pflugscharen und Kreuzhacken zusammengeschweißten Skulpturen jedoch eine Heimat finden. Da sie auf Umweltverschmutzung, speziell auf die Verschmutzung der Flüsse und der Meere hinweisen sollten, lag es für den Künstler nahe, sie in der Nähe von Wasser auszustellen.

„Wir haben damals einen Standort in Wassernähe gesucht“, erklärt Herbert Kruft, der in Prüm einen Skulpturenpark führt. Er habe in Aachen Design studiert und sei jedes Wochenende durch Monschau gefahren. Darum hatte er damals bereits eine Verbindung zu dem Eifelort und hat sich dazu entschieden, die sechs Kunstwerke der Stadt als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.

„Drei der Fische haben wir dann 2006 in Zusammenarbeit mit dem Bauhof an die Brücke vor der evangelischen Kirche gehangen und die drei anderen wurden in das Flussbett gestellt“, erklärt der Metallbildhauer. Seitdem sind sie aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

Spekulationen über Diebstahl

Offensichtlich haben sich insgesamt drei der Grätenfische jedoch jetzt wieder auf die Reise gemacht - und zwar auf eigene Faust. Von den dreien an der Brücke ist einer verschwunden und von denen, die im Flussbett standen, ist derzeit nur noch einer zu sehen. Weit gekommen sind die 2 Meter langen Gräten dabei nicht, haben aber für ein wenig Wirbel gesorgt.

Schließlich gab es bereits Spekulationen über einen Diebstahl der Skulpturen, von denen jede einzelne rund 3000 Euro wert ist. Dabei scheint es doch sehr umständlich, in das Flussbett zu steigen, dort an den schweren Fischen herumzusägen und diese dann abzutransportieren.

Zumindest für zwei Grätenfische hat sich diese Theorie auch nicht bestätigt, denn sie sind mittlerweile wieder aufgetaucht. Sie waren vermutlich vom Hochwasser abgerissen worden und 100 Meter abgetrieben.

Erst jetzt, da der Wasserstand wieder niedriger ist, hat man sie finden und zum Bauhof zur Aufarbeitung bringen können. Einer der beiden wurde unter einer Uferböschung gefunden, sodass er von oben nicht mal sichtbar war. Damit ist auch die Befürchtung aus der Welt, dass der Künstler nun alle Skulpturen aus der Altstadt entfernen könnte. „Wenn sie wieder auftauchen, dann können sie auch alle in Monschau bleiben“, erklärt Hubert Kruft.

In den kommenden Tagen werden die Mitarbeiter des Bauhofs die Rur ablaufen und dort nach dem dritten verschwundenen Fisch suchen, den vermutlich ein ähnliches Schicksal ereilt hat. Sobald sie wieder aufbereitet sind, werden sie an ihre alten Plätze zurückkehren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert