Monschau - Reine Mädchensache: Realschule St. Ursula feiert ihr 300-Jähriges

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Reine Mädchensache: Realschule St. Ursula feiert ihr 300-Jähriges

Von: Heiner Schepp
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Reine Mädchensache: Bis heute hat die getrennt-geschlechtliche Schulausbildung nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Viele Eltern entscheiden sich für St. Ursula, eben weil hier nur Mädchen sind.

Monschau. Höhere Töchterschule, Mädchenmittelschule der Ursulinen und moderne Realschule in privater Trägerschaft: In diesen Tagen blickt die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau auf 300 Jahre wechselvolle Schulgeschichte zurück.

Das stolze Jubiläum wird natürlich mit der ganzen Schulfamilie, aktuellen wie ehemaligen Schülerinnen, Lehrern und Eltern sowie der gesamten Bevölkerung gebührend gefeiert.

Vom 27. bis 29. Mai schlagen unter dem Motto „300 Jahre (r)eine Mädchensache” eine Kunstausstellung (27. Mai), ein Festakt mit anschließendem Schulball (28. Mai) und ein großes Schulfest mit Gottesdienst (29. Mai) die Brücke von der bewegten Vergangenheit der Bildungseinrichtung bis zur Gegenwart.

Die Jubiläumstage werden derzeit mit Hochdruck an St. Ursula vorbereitet, „wir erwarten viele Freunde der Schule und möchten einen Einblick in das heutige Leben an unserer Schule geben”, fiebert auch Schulleiter Franz-Peter Müsch (58) den Festlichkeiten entgegen.

Die Erfolgsgeschichte der Privaten Schule in der jüngeren Vergangenheit ist eng verknüpft mit der Person des gebürtigen Schleideners, der 1983 mit 32 Jahren als Nachfolger von Peter Feja jüngster Schulleiter in NRW wurde.

„Ich mache mir keine Sorgen”

„Ich mache mir um unsere Schule keine Sorgen”, blickt Franz-Peter Müsch, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Schuldiskussion, entspannt in die Zukunft. „Egal, welchen Weg die neue Landesregierung einschlägt - wir sind gut aufgestellt und werden auch künftig Realschule bleiben”, sagt Müsch selbstbewusst. Die Realschule als Mittelschule im dreigliedrigen Schulsystem sei eine gefestigte Schulform, die seit 33 Jahren keinerlei Veränderung erfahren habe; „anders als beispielsweise in den Grundschulen und Gymnasien”, so der Schulleiter.

Beliebt in „Turbo”-Zeiten

Wie beliebt gerade in stürmischen Zeiten des Turbo-Abis die Realschule sei, zeige doch, dass das Monschauer Gymnasium für kommendes Schuljahr rund 110 Anmeldungen habe, die beiden Monschauer Realschulen zusammen jedoch deren 190. „Wir sind eigentlich eine Gesamtschule, weil viele Mädchen uns von vorneherein als Zwischenstufe bis zur Oberstufe sehen”, weiß Franz-Peter Müsch.

Dabei erhalte St. Ursula dann bei vielen Eltern den Vorzug, „weil wir eine reine Mädchenschule sind”, so die Erfahrung des Schulleiters. Und eine Ganztagsschule sei man von jeher, ist doch das Silentium mit Hausaufgabenbetreuung fester Bestandteil des Schulkonzepts und in dieser Form Alleinstellungsmerkmal.

In der jüngeren Vergangenheit hat die Mädchenrealschule zudem an Beliebtheit gewonnen, weil man hier beim Wechsel in die Stufe elf des Gymnasiums das Abitur noch in neun Jahren (G9) machen kann und das ungeliebte „Turbo-Abi” (G8) umgeht. „Zu dieser Erkenntnis kommen manche Schülerinnen bzw. deren Eltern allerdings erst, wenn sie auf dem Gymnasium am TurboÇ gescheitert sind”, sagt Müsch.

Der engagierte Pädagoge sieht mögliche Veränderungen im (deutschen) Schulsystem unterschiedlich. „Sechs Grundschuljahre sind vom Ansatz her nicht verkehrt; dann hätten wir hier mehr Platz”, so Müsch augenzwinkernd. „Aber eine Gemeinschaftsschule aus Haupt- und Realschule würde bedeuten, dass wir die unterste Schulform sind”, orakelt Franz-Peter Müsch, kündigt aber an, dass man sich als Private Schule solchen Veränderungen ja auch widersetzen könne und werde.

Projektwoche

Das aber ist noch Zukunftsmusik, nun heißt es erst einmal das seltene Jubiläum zu feiern. Unter anderem mit einer Projektwoche, die mit dem Schulfest am 29. Mai ihren Höhepunkt und Abschluss findet, sind auch die aktuellen Schülerinnen eng in die Festlichkeiten eingebunden. Darüber wie auch über die bewegte Geschichte von St. Ursula in Monschau werden wir in den nächsten Ausgaben in einer kleinen Serie berichten.
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