Nordeifel - Region erlebt den drittwärmsten Juli seit 1891

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Region erlebt den drittwärmsten Juli seit 1891

Von: aho
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Schattige Plätzchen waren im Eifeler Hitze-Juli 2018 begehrt: Nach dem Besuch des Forums in Vogelsang verliehen auch diese Gästen ihrem Wunsch nach einer Ruhepause eindeutig Ausdruck.

Nordeifel. Beständig heißes, sehr sonniges und extrem trockenes Wetter hinterließen im Aachener Land und in der Nordeifel ein Klima wie sonst am Mittelmeer. Volle Bäder, viele Urlauber aber auch große Probleme in der Landwirtschaft waren die Folge. Am Monatsende stand fest: Wir haben den drittwärmsten Juli seit 1891 erlebt.

Zwischen Roetgen (20,0 Grad) und Kalterherberg (18,3 Grad) stiegen die Mitteltemperaturen für diese Höhenlage auf ein Spitzenniveau. Nur im Juli 2006 und im Juli 1994 war es noch etwas wärmer, aber nicht so trocken und sonnig wie 2018. Die positiven Abweichungen vom 30-jährigen Mittel erreichten 2,6 bis 3,5 Grad.

Der Monat begann noch moderat mit Hoch Ekkehard und letzten erfrischenden Nachtwerten unter 10 Grad (Kalterherberg 5,8 Grad). Im Laufe des Monats wurde die Hitze immer unerträglicher, und die Wiesen und Weiden wandelten ihr Gesicht bei fehlendem Regen zur grauen Steppe, vor allem in den Niederungen.

Ohne Bewässerung verdorrten viele Pflanzen und Bäume. Braun- und Gelbtöne beherrschten das Bild der Landschaft, kleine Flüsse trockneten aus, und die Blätter fielen schon wie im Herbst.

Die minimale Luftfeuchte erreichte in Alsdorf am 27. Juli nur noch 18 Prozent und in Kalterherberg wüstenähnliche 9 Prozent am 3. Juli. Insgesamt wurden in den Hochlagen 17 bis 18 Sommertage gezählt (über 25 Grad). Im Jahr 2006 waren es in Kalterherberg sogar 24 Sommertage. Rund um Aachen waren es in diesem Jahr verbreitet 27 Sommertage. Tage über 30 Grad gab es in Kalterherberg vier, am Windpark Schmidt sechs und in Alsdorf-Warden sogar sieben.

Die Spitzenwerte der Temperatur lagen zwischen 33 und 36 Grad, hier eine Auswahl aus dem Kreisgebiet: Alsdorf-Warden 36,6 Grad, Stolberg 36,3 Grad, Aachen-Orsbach 35,1 Grad, Roetgen 34,7 Grad, Windpark Schmidt 33,9 Grad, Kalterherberg 33,1 Grad, Höfen 32,2 Grad und Mützenich 31,0 Grad.

343 sstunden Sonnenschein

Noch herausragender war der Parameter Sonnenschein im Monat Juli. Seit 1945 gab es nur im Sommermärchensommer 2006 noch einigen Sonnenschein mehr. Hier ein paar Summen: Windpark Schöneseiffen 291 Stunden, Kalterherberg 283 Stunden, Aachen-Orsbach 318 Stunden und in Alsdorf-Warden an der Deponie gab es sogar einen neuen Rekord mit 343 Stunden.

So viele Sonnenstunden wurden rund um Aachen seit 1898 noch in keinem Monat gemessen, bisheriger Rekordhalter war Aachen Stadt mit 320 Stunden und Alsdorf mit 322 Stunden im Juli 2006. Die Werte blieben gut ein Drittel über dem Klimadurchschnitt und bescherten den Solaranlagen reichlich Ausbeute.

Zum Abschluss des Rückblicks noch ein Blick auf die extreme Dürre im Juli 2018. Die seit April andauernde Trockenheit setzte sich verbreitet fort und steigerte sich lokal zur extremen Dürre.

Rekord von 1976 pulverisiert

Auch die vereinzelten kleinen Gewitter konnten die dramatische Situation nur kurz lindern. An den meisten Stationen fehlten die Gewitter ganz, und es gab örtlich neue Julirekorde. Der Raum Aachen erlebte den trockensten Juli seit 1885. Hier einige der Summen, die auch gut nach Nordafrika passen würden:

Simmerath-Strauch 40 l/qm, Perlenbachtalsperre 31 l/qm (1994 Rekord mit 29 l), Höfen 30 l (1994 Rekord mit 23 l), Mont Rigi und Forsthaus Wahlerscheid 26 l, Roetgen und Mützenich 25 l;

und hier die trockensten Ortschaften: Windpark Schmidt 17 l/qm (1994 Rekord auch 17 l seit 1897); Kalterherberg 14 l/qm (Rekord seit 1891 im Dürrejahr 1921 mit 12 l); Aachen-Orsbach 9 l/qm (Rekorde seit 1844 in Aachen waren 8 l im Jahr 1863 und 7 l im Jahr 1885); Stolberg nur 4 l/qm (Stationsrekord); Deponie Alsdorf-Warden extreme 2 l/qm (Stationsrekord).

Seit dem Dürrejahr 1921 gab es in den Sommermonaten keine so lange Trockenperiode. Im Raum Aachen fielen seit dem 15. Juni bisher nur 2,8 l/qm. Damit müssen unsere Landwirte zurzeit mit der zweitlängsten Dürreperiode seit 1891 kämpfen.

Im Jahr 1959 fielen nur 3 l/qm in 60 Tagen, allerdings erst in den Herbstmonaten. In den letzten 80 Jahren dauerte die bisher längste ununterbrochene Periode mit Tagen über 25 Grad im Jahr 1976 (22.06. bis 12.07.) immerhin 21 Tage lang. Diesen Rekord werden wir 2018 regelrecht pulverisieren.

 

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