Simmerath - Rathausplatz: Opfert Umgestaltung zu viele Parkplätze?

Whatsapp Freisteller

Rathausplatz: Opfert Umgestaltung zu viele Parkplätze?

Von: ag
Letzte Aktualisierung:
5753397.jpg
Barrierefreiheit oder Parkplätze?: Für die Geschäftsleute rund um den Simmerather Rathausplatz ist klar, dass es nach einer möglichen Umgestaltung nicht weniger Parkplätze sein dürfen. Foto: A. Gabbert

Simmerath. Wenn es um die heiß diskutierte Umgestaltung des Simmerather Rathausplatzes geht, haben die umliegenden Geschäftsleute vor allem die Sorge, dass zu viele Parkplätze wegfallen könnten. „Wenn das hier eine Parkplatzfreizone wird, dann mach ich zu“, sagt zum Beispiel eine Geschäftsinhaberin, die ihren Namen aber lieber nicht in der Zeitung lesen will.

 Damit hat Helmut Müthrath kein Problem. Für den Inhaber eines Friseurgeschäfts sind einige Ideen zur Umgestaltung des Platzes zwar in Ordnung – beispielsweise das Treppen wegfallen sollen – dennoch ist er gegen die Pläne.

In seinem Geschäft liegen auch die Unterschriftenlisten der Bürgerinitiative aus, die sich gegen das Projekt formiert hat. „Das wäre für uns geschäftsschädigend, wenn die Parkplätze in unserem Bereich wegfallen würden“, sagt Müthrath.Wenig begeistert sind auch die Mitarbeiter des Uhren- und Schmuckgeschäfts gleich gegenüber. Wenn die Kunden nicht mehr vor dem Geschäft parken könnten, dann sei dies ein großer Nachteil, heißt es.

Wenige Meter weiter um die Ecke betreibt Herbert Schmitz ein Fahrradgeschäft. „Eigentlich bin ich dagegen, weil Geld ausgegeben wird, das nicht vorhanden ist“, sagt er. Die Erreichbarkeit und die Barrierefreiheit des Rathausplatzes sieht er nicht als Problem. „Es gibt jetzt schon genügend Alternativen, den Platz zu erreichen. Dieses Argument finde ich an den Haaren herbei gezogen. Das ginge auch alles in kleineren Umfang mit weniger Geld“, sagt er.

Andrea Braun, Inhaberin eines Modegeschäfts, ist schon für eine barrierefreie Umgestaltung – gerade auch mit Blick auf das angrenzende Seniorenheim. Schon öfter hat sie beobachtet, dass Senioren Schwierigkeiten haben. Insbesondere der Bürgersteig von der Fuggerstraße in Richtung Rathausplatz müsse abgesenkt werden, meint sie. „Ich bin mir aber nicht sicher, in welchem Umfang das erfolgen muss. Es sollte schon die günstigste Variante sein“, sagt Braun. Weniger Parkplätze wären aber auch nicht in ihrem Interesse.

Auch die Angestellte des Buchladens in der Etage darüber hat eine persönliche Meinung zu dem Thema. „Ich glaube, es ist überflüssig, das in diesem Umfang zu machen. Die finanziellen Mittel sind einfach nicht da“, sagt Ute Böhnke. Sie ist misstrauisch, ob das Projekt überhaupt Erfolg haben kann: „Ich glaube auch nicht wirklich, dass danach eine echte Verbesserung eintritt. Das zeigen mir Beispiele aus anderen Kommunen.“

Dass ältere Menschen häufig Probleme mit ihrem Rollator haben, die Bordsteine zu überwinden, hat Dagmar Kausch schon oft bemerkt. Sie ist die Inhaberin eines Geschäfts für Wasserbetten und Matratzen. „Wenn man sieht, wie die alten Leute hier kreisen, weil sie Schwierigkeiten haben, dann ist klar, dass etwas passieren muss“, sagt sie. Ihrer Meinung nach würden dafür aber auch schon kleinere Maßnahmen ausreichen, etwa die Absenkung der Bordsteine. „Deshalb Sanierung ja, aber nicht für 650 000 Euro.“ Was mit den Parkflächen geschehe, müsse man sehen. „Es müssen auf jeden Fall genug sein“, sagt Kausch.

Für Andreas Hündgen, den Inhaber der Ahorn-Apotheke, ist die barrierefreie Umgestaltung „sicher erstrebenswert“. Die Parkplätze zu reduzieren hält er aber auch für keine gute Idee. „Das kann nicht in meinem Interesse sein und auch nicht im Interesse der Gemeinde Simmerath, da der Platz inzwischen zum Einkaufsbereich gehört.“

„Es muss auf jeden Fall etwas getan werden“, findet der Vorsitzende des Gewerbevereins, Michael Haas. Der Verein hätte gerne mehr Parkplätze in der Planung gesehen. „Aber es ist gut, dass überhaupt welche eingeplant sind. Das ist sehr wichtig für die Geschäftswelt“, sagt Haas.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert