Raimund Palm lebte leidenschaftlich für die Zeitung

Von: Bernd Mathieu
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Die Liebe zur Heimat gab ihm Antrieb bis zum Ende: In seinen Heimat-, Platt- und Kreuzgeschichten hat Raimund Palm die Seele der Eifel erfasst.

Monschau. Er wurde geschätzt, respektiert, geachtet und beachtet, was er sagte und vor allem, was er schrieb, war fundiert, kompetent, stets auf den Punkt gebracht – mal kritisch, mal unterhaltsam, nie langweilig.

Er war ein Lokalchef, wie man ihn sich wünscht: seiner Heimat eng verbunden, politischen Akteuren gegenüber kritisch und mit der nötigen Distanz, dabei gut informiert, ein Journalist, dem man vertraute und dem man einiges zutraute: So hat er viel bewirkt für die Nordeifel. Am Samstag ist unser langjähriger Lokalchef Raimund Palm im Alter von nur 66 Jahren gestorben.

Seine Familie schreibt in der Todesanzeige: „Seinen Lebensmut und seine Energie haben wir sehr bewundert.“ Dies kennzeichnet den langen Weg, den er über Jahre mit einer schweren Krebserkrankung gehen musste. Laut geklagt hat er darüber nicht.

Der ehemalige Redaktionsleiter der Eifeler Nachrichten und später auch der Eifeler Zeitung blieb auch nach seinem offiziellen Berufsende im Jahr 2010 ein engagierter und gern gelesener Autor, und er blieb trotz der gesundheitlichen Probleme noch lange das, was er immer war: aktiv, interessiert, hilfsbereit.

Raimund Palm begann seine Tätigkeit als Redakteur der „Nachrichten“ nach seinem Volontariat am 1. September 1973. Rund 40 Jahre lang hat er also recherchiert, geschrieben, kommentiert, glossiert und mit großem Erfolg die Eifeler Lokalredaktion geleitet. Die Auflage wuchs unter der Regie dieses exzellenten Lokaljournalisten in schöner Regelmäßigkeit.

Seine Tochter Nicole schreibt in einem sehr persönlichen Text über ihren Vater: „Er lebte leidenschaftlich für die Zeitung.“ Ein Satz, der seine Verbundenheit zum Beruf, seine Liebe zur Heimat und zum lokalen Geschehen ebenso zutreffend zusammenfasst wie die Nähe zu seinen Leserinnen und Lesern. Raimund Palm musste man nicht umständlich etwas von „Leser-Blatt-Bindung“ erzählen, er praktizierte das jeden Tag und jede Stunde. Ihm war kein Abendtermin, kein Wochenendeinsatz zu viel, Journalismus war sein Leben, und die erfolgreiche Eifeler Redaktion sein Lebenswerk.

Ein freundlicher Mensch, der sich selber nie in den Vordergrund rückte, ein genauer Beobachter, der für die erste Liga schrieb. Denn nichts Anderes sind Lokalredaktionen bei einer Lokalzeitung, und Raimund Palm war einer der besten Lokalredakteure des Verlages. Er schaute genau hin. Er war seriös und besaß, wie es sich für einen guten Journalisten gehört, eine gesunde Form von Neugierde. Vertrauliches blieb bei ihm vertraulich.

Sein journalistisches Repertoire war vielseitig und vielfältig, es reichte von der kommunalpolitischen Berichterstattung in Monschau, Simmerath und Roetgen über die Eifeler Vereine bis zu seinen einzigartigen Heimat- und Plattgeschichten. Er lehnte Aufgebauschtes ab, Unwesentliches hatte bei ihm keine Chance, von oberflächlichen Aufgeregtheiten ließ er sich nicht beeindrucken.

Raimund Palm beschrieb kommunalpolitische Entwicklungen und Entscheidungen, er schwärmte von der Schönheit der Eifel und von der Mentalität ihrer Bewohner. Und manchmal konnte er sich auch aufregen über diesen und jenen Zeitgenossen, über Ereignisse und Zeitläufe, über Ungerechtigkeiten und Gedankenlosigkeiten. Das gehörte zum Leben, zu seinem Leben, zu seiner durch und durch liebenswürdigen Mentalität.

Als Journalist und Lokalchef war er für uns ein echter Glücksfall, der die von ihm verantwortete Ausgabe persönlich stark und nachhaltig geprägt hat. Der Lokalteil ist das Herz einer regionalen Zeitung. Vor allem hier werden das Engagement, die vermittelnde Art, natürlich manchmal auch die Polarisierung in die Zeitungszeilen gepumpt, hier entscheidet sich das Klima einer menschlichen und glaubwürdigen Zeitung. Dafür stand die Persönlichkeit unseres langjährigen Lokalchefs, der Name Raimund Palm war eine gute Garantie für journalistische Qualität. Auf diesen Mann war Verlass.

Seine Familie berichtet, dass er auch nach seiner Lokalchef-Tätigkeit mit großer Begeisterung arbeitete, vor allem für sein Heimatdorf Konzen. Tatkräftig unterstützte er den Förderverein „Bruder Theo Call“, die Eifelvereins-Ortsgruppe und den Heimatverein Konzen. Tochter Nicole erwähnt Notizblöcke mit zahlreichen Stichworten und Gedanken für ein „Konzener Lesebuch“ zum Jubiläum des Eifelvereins. Zum Beispiel.

Pläne, Ideen, Projekte: Sie waren Raimund Palms Alltag bis zuletzt. Am Samstag ist er gestorben. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Ingrid und der gesamten Familie.

Wir sind sehr traurig, dass wir einen liebenswerten und sympathischen Kollegen verloren haben. Wir werden uns immer gerne an ihn erinnern.

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