Sinmmerath - Pünktlich mit der Kälte kommt auch der Virus

Pünktlich mit der Kälte kommt auch der Virus

Von: P. St.
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Den Norovirus unter Kontrolle behalten: Dieses Ziel hat sich Dr. Badreddin, Chefarzt der Eifelklinik Simmerath (hier mit Schwester Elisabeth auf der Station IV), gesetzt. Foto: P. Stollenwerk
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Hochansteckend und extrem langlebig: Das Norovirus.

Sinmmerath. Wer in der kalten Jahreszeit plötzlich unter heftiger Übelkeit und Erbrechen leidet, muss kein Mediziner sein, um darauf zu tippen, dass ihn das Norovirus erwischt hat. Dieser hochinfektionöse Erreger ist in den letzten Jahren überaus bekannt und aggressiv geworden. Die Zahl der Norovirus-Erkrankungen hat sich hierzulande in den vergangenen zehn Jahren um das 100-fache gesteigert. Das Robert Koch-Institut in Berlin geht aktuell von rund einer Millionen Erkrankungen im Jahr in Deutschland aus.

Legt man diese Statistik zugrunde, dann werden es in der aktuellen Norovirus-Saison in der Nordeifel rund 2500 Menschen sein, die unter der Krankheit leiden.

Auch in der Eifelklinik St. Brigida Simmerath hat man die Folgen der ersten heftigen Ausbruchswelle in diesem Winter deutlich gespürt. Während zu Beginn dieser Woche die Krankheitswelle in der Eifel schon langsam wieder zurückgeht, war in der vorigen Woche mit bis zu 26 Patienten zeitweise eine ganze Station mit Norovirus-Erkankten belegt. „Wenn ein solcher Ausbruch kommt, dann versuchen wir, dass der Erreger auf einer Station konzentriert wird“, erläutert Dr. med Muhamed Badreddin (58), Chefarzt der Abteilung Anästhesilogie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie Hygienebeauftragter an der Eifelklinik das Vorgehen.

Nicht dem Virus entkommen konnte auch das Personal des Simmerather Krankenhauses. Rund ein Dutzend Mitarbeiter war erkrankt. Die Problematik wurde noch verstärkt durch Krankenhausbesucher, doch wollte das Krankenhaus auch in der Norovirus-Hochphase nicht dazu übergehen, Patientenbesuche grundsätzlich zu verbieten. Unwissentlich haben viele Patienten den Virus mit ins Krankenhaus gebracht. Krankenhaus-Mitarbeitern ist aufgefallen, dass Besucher nicht nur Patienten auf der Norovirus-Station besuchten sondern die Gelegenheit auch nutzen, um Patienten auf anderen Stationen, ja sogar auf der Wöchnerinnen-Station zu besuchen und damit die Chance vervielfachten, dass sich die Viren im gesamten Haus ausbreiteten.

Da es derzeit noch kein Gegenmittel gegen das Norovirus gibt (die Entwicklung eines Impfstoffes befindet sich noch in der Erforschungsphase), besteht die Therapierung der Erkrankten in der Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolytlösungen. Besonders alte Menschen sind stark betroffen.

Kurz und heftig ist das Krankheitsbild, und nach einem bis drei Tagen ist der Spuk in der Regel ohne Folgen wieder vorbei.

Da die Verbreitung des Virus unmöglich gestoppt werden kann, legt man in der Eifelklinik verstärkt Wert auf die Einhaltung von Hygienevorschriften. Auf mehreren Plakaten wurden Besucher und Patienten darüber informiert, dass man mit regelmäßigem Händewaschen schon viel erreichen kann. Auf den Krankenhausfluren wurden die entsprechenden Desinfektionseinrichtungen bereitgestellt. Leider, so die Feststellung, wurde diese freundliche Aufforderung, nicht immer beachtet.

„Meistens kommt der erste Norovirus-Schub kurz vor Weihnachten“, erläutert. Dr. Badreddin, „aber es kann jederzeit noch eine weitere Spitze kommen oder es ist gehalten.“

In der zurückliegenden Woche meldeten sich täglich rund ein halbes Dutzend Patienten, deren Krankheitssymptome eindeutig auf eine Norovirus-Erkrankung hindeuteten. Doch nur bei den wenigsten Patienten war eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

In dieser Phase ging das Krankenhaus auch dazu über, Patienten einen oder zwei Tage früher als geplant zu entlassen, wenn es aus medizinischen Gründen zu verantworten war. Dr. Badreddin: „Wir haben in jedem Fall eine Risikoabwägung getroffen, ob es nicht sinnvoller ist, Patienten früher zu entlassen oder sie der Gefahr einer Ansteckung durch das Norovirus auszusetzen.“

Auch wenn man in der Eifelklinik Simmerath unter dem Strich den ersten Norovirus-Schub gut bewältigt hat, ist für die Fachleute das Problem insgesamt noch lange nicht aus der Welt. Dr. Badreddin: „Man muss davon ausgehen, dass die Zahl der Erkrankungen in dem kommenden Jahr weiter steigen wird.“

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