Propaganda im Film im Angesicht der Niederlage

Letzte Aktualisierung:

Vogelsang. Mit visuellen Effekten können Menschen beeindruckt werden, 3D-Blockbuster sind ein aktuelles Beispiel. Ab 1941 kamen die ersten Farb-Spielfilme in die deutschen Kinos. Das muss ähnlich beeindruckend gewesen sein. Die Nationalsozialisten wussten dies für sich zu nutzen.

Kein anderer Film der NS-Zeit perfektionierte diese Beeindruckungseffekte so stark wie „Kolberg” von 1944/45 - aber kaum ein Kino in Deutschland war zu dieser Zeit überhaupt noch in der Lage, ihn zu zeigen.

Der letzte Teil des Film-Winters „Die Preußen und die Nazis - NS-Propaganda im Historienfilm” in Vogelsang thematisiert am Dienstag, 22. Februar, ab 19 Uhr, wie das Propagandaministerium um Joseph Goebbels zu Beginn des Jahres 1945 mit „Kolberg” versuchte, der unabwendbaren Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg zu begegnen.

„Die NS-Propaganda produzierte zum einen seichte Lustspielfilme, aber auch Filme, die zum heroischen Durchhalten auffordern sollten”, erklärt Vogelsang-Historiker Klaus Ring. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Wiesbaden führt Ring in die Hintergründe dieses mit 8,5 Millionen Reichsmark Produktionskosten teuersten Film der Nationalsozialisten ein. Unter anderem wurde trotz Krieg auch ein riesiges Aufgebot an Soldaten als Statisten aufgefahren.

„Kolberg” thematisiert die angeblich erfolgreiche Verteidigung der gleichnamigen Kleinstadt gegen die napoleonische Armee im Jahre 1807. „Vor Geschichtsfälschung schreckten die Nationalsozialisten nicht zurück”, sagt Ring.

Der Regisseur Veit Harlan ist mit dem antisemitischen NS-Propagandafilm „Jud Süß” von 1940 bekanntgeworden und wurde wegen seiner Tätigkeit nach 1945 mehrfach vor Gericht gestellt, aber niemals verurteilt.

Die Veranstaltung findet im Forum Vogelsang, Großer Saal, statt und dauert inklusive Einführung zirka drei Stunden. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt vier Euro. Für ausreichend Parkplätze ist am Forum Vogelsang gesorgt. Gegen Vorlage des Vogelsang-Parktickets erhalten die Gäste an der Information vor der Filmvorführung ein kostenloses Auslassticket. Als besonderer Service von vogelsang ip werden Sitzkissen für die Gäste bereitgestellt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert