Simmerath - Projektvorstellung: „Rur und Kall-Lebensräume im Fluss“

Projektvorstellung: „Rur und Kall-Lebensräume im Fluss“

Von: P. St.
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Die Kall bei Simmerath: Das EU-Lifeprojekt „Lebensräume im Fluss“ zielt darauf ab, natürliche Flusslandschaften zu erhalten oder wiederherzustellen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Rohre, Wehre, Stufen: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Fluss zu bremsen oder zu lenken. Der Mensch hat viele dieser Möglichkeiten ausgeschöpft - allerdings zum Leidwesen vieler Lebewesen, die nun häufig wegen unüberwindbarer Barrieren in ihrer Entfaltung behindert werden.

Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern ist das Ziel eines EU-Lifeprojektes. Dieses nennt sich „Rur und Kall-Lebensräume im Fluss“. Es wird in der Hauptsache von der Biologischen Station des Kreises Düren umgesetzt. 85 Prozent der Maßnahmen finden auch auf dem Gebiet des Kreises Düren statt.

Für den überschaubaren Bereich auf dem Gebiet der Stadt Monschau und der Gemeinde Simmerath ist die Biologische Station der Städteregion im Einsatz. Projektleiter Dr. Bernhard Theißen erläuterte jetzt den Mitgliedern des Simmerather Forstausschusses die Zielsetzungen des Projektes, das von 2012 bis 2016 laufen wird. Das zur Hälfte von der EU finanzierte Naturschutzprojekt umfasst ein Budget von 2,8 Millionen Euro. Das Gebiet umfasst das FFH-Gebiet Kalltal und Nebentäler und erstreckt sich von Konzen bis Nideggen.

Neben der Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen sollen auch die Auen-Lebensräume an den Fließgewässern durch Renaturierungsmaßnahmen wiederbelebt werden.

Für Bachverrohrungen und Stauwehre, erläuterte Theißen, sollen naturverträgliche Alternativen gefunden werden. Auch in diesem Punkt gibt es den mit Abstand größten Bedarf auf Dürener Gebiet.

Im Blickpunkt der Naturschützer auf dem Gebiet der Gemeinde Simmerath steht zum Beispiel das Kalltal zwischen Konzen, Paustenbach und Bickerath. Ziel ist es hier, Offenlandflächen zu erhalten und die Standortbedingungen für Auenwälder zu verbessern wie auch insgesamt die Gewässerfauna.

So seien rund 5,5 Hektar Fichtenbestand abgeholzt worden, der waldwirtschaftlich in direkter Nähe der Fließgewässer ohnehin keinen Sinn mache. Die so gewonnenen Flächen sollen ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden.

Im genannten Gebiet geht es auch um die Arterhaltung des Blauschillernden Feuerfalters, ein Rote Liste-Insekt, das in der Gemeinde Simmerath wohl ein Reizwort für viele Kommunalpolitiker darstellt. Ausgerechnet im vorgesehenen Erweiterungsbereich für das Gewerbegebiet Simmerath hat der bedrohte Falter einen seiner Lebensräume gefunden und behindert damit seit vielen Jahren den Fortgang des Bebauungsplanverfahrens.

Auch werden im Rahmen des Projektes Sedimentuntersuchungen vorgenommen, um die Höhe des Feinsedimenteintrages im Gewässer zu ermitteln und zu prüfen, ob sich das Kieslückensystem in der Gewässersohle in seiner jetzigen Qualität als Laichgrund für Salmoniden (Lachse und Forellen) eignet. Interessenten könnte die Inhalte des Projektes und seinen Fortgang zudem auf der Internetseite www.rurundkall.de entnehmen.

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