Roetgen - Praxis in Roetgen darf gebaut werden

Praxis in Roetgen darf gebaut werden

Von: olk
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Roetgen. Nun also doch: Das Mehrfamilienhaus mit Zahnarztpraxis und Zahntechniklabor in der Rosentalstraße 55 darf gebaut werden. Das hat der Roetgener Bauausschuss in seiner letzten Sitzung in dieser Woche knapp mit sieben zu sechs Stimmen (eine Enthaltung) beschlossen.

Nachdem sich das Gremium in der Januar-Sitzung noch einstimmig gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte, hat eine Stellungnahme der Bauaufsichtsbehörde der Städteregion nun bei CDU und SPD zu einem Umdenken geführt.

Die Behörde ist der Auffassung, dass sich das Gebäude, insbesondere wegen ähnlicher Referenzbauten in der Rosentalstraße, sehr wohl in die nähere Umgebung einfüge. So war davon auszugehen, dass die Aufsichtsbehörde bei einer erneuten Verweigerung der Roetgener das gemeindliche Einvernehmen ersetzen und den Bau genehmigen würde. Damit wäre der Gemeinde nur noch der Klageweg geblieben – da dieser aber wenig Erfolg verspreche, stimmten CDU und SPD (eine Enthaltung) nun zu.

„Wir waren von Anfang an nicht besonders glücklich über dieses Objekt“, sagt Klaus Onasch von der SPD. „Daher haben wir auf eine freiwillige Änderung durch den Bauherrn gehofft. Als die ausblieb, war uns aber klar, dass wir uns als Gemeinde nicht weiter quer stellen dürfen, schließlich ist der Bauantrag im rechtlichen Rahmen.“ Auch die CDU „hätte sich gefreut, wenn der Bauherr flexibler gewesen wäre“, sagt Michael Seidel. Dass solch ein Vorgehen funktionieren könne, zeige der Neubau auf dem Grundstück des alten Gasthauses „Zur Laube“ an der Ecke Rommelweg/Hauptstraße. Hier habe der Bauherr freiwillig auf ein Staffelgeschoss verzichtet.

Entgegenkommen des Bauherrn hätte sich auch Familie Schlösser gewünscht. Die unmittelbaren Grundstücksnachbarn sind enttäuscht über die Entscheidung: „Wir hätten erwartet, dass die Gemeinde die Stellungnahme und die implizierte Drohung der Städteregion etwas differenzierter hinterfragt“, sagt Miriam Schlösser. „Das ärgert uns.“ Die Familie hat einen Anwalt beauftragt, der zu einem anderen Ergebnis als die Städteregion kommt. In einem Schreiben an den Ausschuss verweist er darauf, dass das Bauvorhaben mit einer geplanten Grundflächenzahl von 0,42 weit über dem tatsächlichen Mittelwert in der näheren Umgebung von 0,1 bis maximal 0,2 liege und sich somit nach § 34 BauGB nicht in die unmittelbare Umgebung einfüge.

Das sehen die Fraktionen von UWG, Grünen und FDP auch so: Silvia Bourceau von der UWG verwies auf die Planungshoheit der Gemeinde. Auch Gudrun Meßing von den Grünen möchte keine „Hörigkeit gegenüber der Städteregion“ und lieber klagen. Feststeht: Die Gemeinde hat zugestimmt und wird nicht weiter gegen das Projekt vorgehen. Familie Schlösser wird sich nun in Ruhe überlegen, welche Schritte sie als Nächstes unternimmt. Unterdessen haben die ersten Rodungsarbeiten am Grundstück begonnen. Einige Hecken und Sträucher mussten am Donnerstag schon weichen.

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