Aachen - Positive Prognose für den Tivoli-Rasen

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Positive Prognose für den Tivoli-Rasen

Von: Holger Richter
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Sie haben derzeit mit der Rett
Sie haben derzeit mit der Rettung des Tivoli-Rasens alle Hände voll zu tun (von links): Greenkeeper Paul Classen, Stadionleiter Christian Martin und der zweite Rasenpfleger Achim Franken. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Sand draufkippen, ein paar Liegestühle aufstellen und eine Beachparty feiern”, hatte Alemannia-Manager Erik Meijer am Karnevalssonntag als künftigen Verwendungszweck für den Tivoli-Rasen leicht verzweifelt vorgeschlagen.

Zu diesem Zeitpunkt lag der Schlusspfiff des Schneespiels gegen Hansa Rostock erst wenige Minuten zurück, und die Spielfläche präsentierte sich nach dem 0:0 eher als braune Matschwüste denn als grünes Fußballfeld.

Am Freitag war von einer Beachparty allerdings schon keine Rede mehr. Im Gegenteil, statt eines teuren Rasenaustauschs gibt man dem Spielfeld bereits wieder eine gute Chance, über diese Saison hinaus zu überleben.

Schlag ins Kontor

Diese positive Prognose stammt von Christian Martin. Der 43-Jährige ist der Leiter des Stadionbetriebs im Tivoli und begann just in dem Augenblick, als Erik Meijer die Beachparty ins Gespräch brachte, mit den Überlegungen, wie denn der Rasen zu retten sei.

„Ich habe direkt nach Spielschluss den Rasen zum ersten Mal besichtigt”, erzählt er. Fazit: „Der Platz sieht schlimmer aus, als er ist.” Also hat er gemeinsam mit den Greenkeepern Paul Classen und Achim Franken sowie einer Fachfirma in den folgenden Tagen beraten, welche Alternativen es zu einem kompletten Rasenaustausch gibt. Denn der hätte dem bekanntlich finanziell klammen Verein mit bis zu 120.000 Euro einigermaßen heftig ins Kontor geschlagen. Und die Lösung heißt: Nachsaat mit einem speziellen Winterrasen, der bereits bei einer Temperatur von fünf Grad anwächst. Dazu wurde der Platz bereits am Dienstag gewalzt, am Mittwoch belüftet, am Freitag wurde er gedüngt und am Samstag soll - sofern das Wetter mitspielt und es nicht zu nass ist - das neue Saatgut in die Erde gebracht werden.

Das fehlende Geld sei natürlich ein Grund, den Rasen auf diese Weise wieder aufzupäppeln, räumt Martin ein. Die Kosten für Düngung und Nachsaat liegen im vierstelligen Bereich. Aber: „Wir würden es nicht tun, wenn wir nicht davon überzeugt wären”, stellt er fest, denn auch „ein Rasenaustausch ist keine Garantie für ein optimales Spielfeld”. „Wenn wir noch mal Frost bekämen, könnte der neue Rasen nicht anwachsen und würde uns je nach Wetterlage im nächsten Spiel schon wieder um die Ohren fliegen.”

Aus der Not macht die Alemannia also derzeit eine Tugend. Damit diese Tugend allerdings funktioniert, sei es wichtig, dass der Platz keiner Doppelbelastung mehr ausgesetzt sei. „Am Wochenende spielt unsere zweite Mannschaft mit Ausnahmegenehmigung auf Kunstrasen”, berichtet Martin, „für die kommende Saison suchen wir gerade nach Ausweichspielstätten.” Außerdem müsse das Wetter stimmen. „Ich bin derzeit so etwas wie unser Chefwetterwart und gucke mir sämtliche Wettervorhersagen an, die ich bekommen kann.” Denn nur, wenn es zunächst trocken und nicht zu kalt ist, bevor es anschließend wieder regnen darf, könne die Nachsaat gelingen. Im Spiel gegen Paderborn am Samstag, 3. März, werde man das von der Tribüne aus zwar noch nicht sehen. „Dann muss ich halt mit schlechter Presse leben, aber der Rasen wird dann schon besser sein”, ist Martin überzeugt.

Die Überlebensprognose über die Sommerpause hinaus macht Christian Martin vor allem an deren Länge fest. „Wegen der Europameisterschaft haben wir schon Ende April das letzte Heimspiel und fangen erst im August wieder an.” Verbunden mit einer weiteren Nachsaat im Sommer soll der Rasen dann fit gemacht werden für die neue Spielzeit.

Und eine Beachparty findet dann allenfalls außerhalb des Stadions statt.

Im Tivoli liegen 8200 Quadratmeter Rasen

Der Rasen im Tivoli ist erst der zweite Grasbelag, der in dem 2009 eröffneten Stadion verlegt wurde. Der erste wurde von der Stadioneröffnung bis März 2011 bespielt. Dann wurde der aktuelle Rollrasen verlegt. Allerdings sind zwischendurch immer mal wieder Teilstücke, wie etwa die Strafräume oder die Mittelachse erneuert worden.

Die Rasenfläche im Tivoli beträgt 8200 Quadratmeter inklusive der Außenbereiche. Das Spielfeld selbst ist 105 Meter lang und 68 Meter breit.
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