Simmerath - Polizei stoppt Radler - zu Unrecht

Polizei stoppt Radler - zu Unrecht

Von: P. St.
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Auch gestern fuhr Klaus Wolter
Auch gestern fuhr Klaus Wolter wieder ganz korrekt mit seinem Rad über den Fahrradweg, der an der Polizeiwache Simmerath vorbeiführt - so wie es die Beschilderung ausweist. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Es mag ein Zufall sein, aber es scheint so, als wären die am vergangenen Freitagabend in Simmerath tätigten Streifenbeamten der Polizei nicht gut auf Fahrradfahrer zu sprechen gewesen.

Nachdem ein Ehepaar aus Huppenbroich, das mit seinen Rädern unterwegs war, über eine unfreundlichen Begegnung staunte, meldete sich jetzt ein Bürger aus Simmerath zu Wort, der ebenfalls am Freitag. 27. Juli, mit seinem Fahrrad in Simmerath auf Achse war, und einen Polizeibeamten nicht gerade als Freund und Helfer kennenlernte.

Klaus Wolter, der im Simmerather Behindertenheim „Villa Hammerstein” als Pflege- und Betreuungskraft beschäftigt ist, war zur genannten Zeit mit seinem Fahrrad unterwegs. Von Rollesbroich kommend fuhr er den Simmerather Berg hinauf und wollte entlang der Hauptstraße in Richtung Kreisverkehr am Bushof.

Dafür benutzte er den rund zwei Meter breiten Fahrradweg, der in Richtung Ortsmitte gesehen an der linken Straßenseite vorbeiführt. Klaus Wolter fuhr auf dem Weg gemeinsam mit einem Bewohner des Behindertenheimes, der seit über 15 Jahren nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen und nun wieder behutsam an das Fahrradfahren herangeführt werden sollte.

Als beide Radfahrer auf der Hauptstraße an der Polizeistation vorbeifuhren, traf sie der schroffe Ruf eines Polizeibeamten, der gerade seinen Streifenwagen vor dem Dienstgebäude abgestellt hatte. „Absteigen!”, rief der junge Polizist und bewegte sich zur Untermauerung seiner Aufforderung auf die Radfahrer zu.

Der Beamte, berichtet Klaus Wolter, „hat uns dann darüber belehrt, dass die Nutzung des Fahrradweges nur in entgegengesetzter also abschüssiger Richtung, erlaubt ist.” Weiter habe der Beamte verlangt, dass die Fahrräder bis zum Kreisverkehr geschoben werden müssten. Da Wolter das Gefühl hatte, dass eine Diskussion nicht zielführend ist und er nicht auch noch das erwähnte Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro kassieren wollte, handelte er wie befohlen und schob gemeinsam mit seinem Begleiter die Fahrräder entlang der rechten Straßenseite bis zum Kreisverkehr.

„Das war nicht gerade ein nettes Treffen”, schimpft der 51-Jährige, der sich nicht nur „von oben herab” behandelt fühlte sondern auch 100-prozentig sicher war, dass er vollkommen korrekt gehandelt hatte, da ab der Abzweigung Witzerath der Fahrradweg mit der entsprechenden Beschilderung eindeutig ausgewiesen sei.

Um letzte Zweifel auszuräumen, suchte Klaus Wolter später dann die Polizeiwache Simmerath auf und schilderte einem anderen Beamten den Vorfall. Dieser wollte es ebenfalls genau wissen und begab sich mit dem Bürger in Richtung Witzerath, wo man gemeinsam und eindeutig feststellte, dass ab hier bis zum Kreisverkehr Simmerath ein in beide Richtungen zu nutzender Fahrradweg ausgewiesen war und Klaus Wolter den Weg somit korrekt benutzt hatte.

Der so zu Unrecht gescholtene Zweiradfahrer bezeichnet es als „Hammer”, dass ein Polizeibeamter „nicht weiß, wie vor seiner Tür die Gesetzeslage aussieht.” Er habe dann wieder besseres Wissen handeln müssen und sein Fahrrad entgegen der Straßenverkehrsordnung über die Fahrbahn geschoben.

Wolters Kritik, und darauf legt er großen Wert, richtet sich nicht gegen die Polizei im allgemeinen. Sein Arbeitsplatz, die „Villa Hammerstein”, liegt in direkter Nachbarschaft zum Simmerather Polizeigebäude und mit den hier tätigen Beamten pflege man einen hervorragenden und geradezu freundschaftlichen Kontakt, doch offenbar, bedauert Wolter, habe wohl ein Kollege hier „für Recht und Ordnung” sorgen wollen.

Sandra Schmitz von der Pressestelle der Polizei Simmerath kann auch in diesem Falle nur empfehlen, sich an das Polizeipräsidium in Aachen zu wenden. „Wenn ein Bürger sich ungerecht behandelt, soll er uns das mitteilen,” wobei sich oft herausstelle, dass es sich im Grunde um ein Kommunikationsproblem handele.
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