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Polizei kontrolliert: Mit dem Laser gegen den „Killer”

Von: hes
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Mit dem Lasergerät visiert Po
Mit dem Lasergerät visiert Polizeikommissar Jürgen Kemper (li.) das Kennzeichen an, das den Strahl reflektiert und die Geschwindigkeit sehr genau misst. Diesen Wagen musste Kollege Frank Krisch aber nicht herauswinken.

Nordeifel. Der kleine graue Kasten piepst ein paar Mal kurz, und Polizeikommissar Jürgen Kemper hat schon eine Ahnung: „Das ist einer!” sagt er zu seinen Kollegen und wird kurz darauf von der Anzeige seines Lasergeräts bestätigt: Mit 51 Stundenkilometern ist der dunkle BMW mit niedersächsischem Kennzeichen durch Lammersdorf unterwegs.

Dabei sind hier, auf der Hauptdurchgangsstraße „Im Pohl” und in unmittelbarer Nähe von Schule und Kindergarten nur 30 km/h erlaubt. Kempers Kollege Frank Krisch tritt auf die Fahrbahn und winkt den Fahrer an die Seite.

Während Polizeihauptkommissar Krisch den Mann im BMW über seinen Verstoß informiert, rechnet Jürgen Kemper: „Der Fahrer hat noch Glück gehabt. Von 51 km/h werden drei als Toleranz abgezogen. Bleiben 48 Stundenkilometer vorwerfbare Geschwindigkeit, also in der 30er-Zone 18 km/h Überschreitung.” „Glück gehabt” ist natürlich relativ, aber wäre der offenbar ortsunkundige BMW-Fahrer tatsächlich 51 km/h und damit 21 km/h zu schnell gefahren, dann hätte ihn eine Anzeige erwartet.

35 Euro - mit Karte bezahlbar

So aber bleibt es beim Verwarnungsgeld. 35 Euro kostet der Spaß, wenn der Fahrer den Verstoß einsieht und die Strafe akzeptiert. „Wenn nicht, landet das Verfahren vor Gericht, geht in aller Regel zu Ungunsten des Autofahrers aus und wird dann vermutlich teurer für ihn”, so Polizeikommissar Kemper.

Dieser „Sünder” aber ist einsichtig und bezahlt per EC-Karte sein Verwarnungsgeld bei Frank Krisch. Dessen Kollegen blicken indes wieder auf die Straße, wo an diesem Morgen aber sehr wenig los ist. Und die Autos, die hier vorbeikommen, fahren vorschriftsmäßig. „Das ist eigentlich ungewöhnlich, denn wir stehen im Bereich der Schule ja öfters, und hier fahren viele zu schnell”, berichtet Polizeihauptkommissar Hermann Carl. „Vielleicht hat ja schon jemand Antenne AC angerufen und vor dem Blitzer gewarnt”, hat Polizeikommissarin Simone Liedtke eine andere Vermutung für die disziplinierte Fahrweise der Verkehrsteilnehmer.

„Ein halbes Stündchen noch - dann ziehen wir weiter”, berichtet Jürgen Kemper, dass man am Morgen bereits in Höfen Tempo kontrolliert hat und ab Mittag in Paustenbach stehen wird. Denn der Dienstag war für die Polizei in der gesamten Städteregion ein Aktionstag gegen zu schnelles Fahren an sensiblen Stellen und gegen den „größten Killer im Straßenverkehr”, wie es in einer Pressemeldung der Polizei dazu heißt. Aus diesem Grund hatten die Ordnungshüter bereits am 10. Februar einen 24-Stunden-Blitzer-Marathon durchgeführt.

Insgesamt 12025 Fahrzeuge wurden kontrolliert und trotz der öffentlichen Ankündigung der landesweiten Kontrollaktion und der Bekanntgabe der Messstellen insgesamt 644 Geschwindigkeitsverstöße in der Städteregion geahndet.

Bis zu diesem Blitzer-Marathon am 10. Februar ereigneten sich in diesem Jahr in der Städteregion Aachen durchschnittlich bereits 4,1 Verkehrsunfälle mit Personenschaden pro Tag, davon 29 Unfälle mit schwerverletzten Personen und auch ein Unfall mit tödlichem Ausgang.

Nach dem Blitzer-Marathon ereigneten sich durchschnittlich nur noch 3,1 Verkehrsunfälle mit Personenschaden pro Tag, hiervon zehn Unfälle mit schwerverletzten Personen. „Damit sich dieser positive Trend im Bereich der Städteregion nachhaltig verfestigt, führt die Polizei Aachen in Kooperation mit den Ordnungsbehörden eigene Schwerpunktaktionen zur Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit durch”, erläuterte Polizeipressesprecher Paul Kemen die Aktion vom Dienstag und ergänzte: „Denn schon eine um 2 km/h verringerte Durchschnittsgeschwindigkeit führt innerorts zu 15 Prozent weniger Unfällen mit Personenschaden.”
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