Politik vor Ort via Facebook und auf dem Sportplatz

Von: Julia Wirtz
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Engagierte Jugend: Christoph V
Engagierte Jugend: Christoph Vormstein und Kai Motes (v.l.) sind die Gründungsmitglieder der Jusos in Simmerath. Foto: Julia Wirtz

Simmerath. Welche Möglichkeiten zur Abend- und Wochenendgestaltung bieten sich den Jugendlichen in unserer Region? Mit dieser Frage hat Christoph Vormstein sich in den letzten Monaten beschäftigt. Die Antwort, die er selbst gibt: So gut wie keine.

„Nicht jeder kann in die Stadt fahren. Entweder man trifft sich in eine der Kneipen oder bei jemandem zuhause. Ab und an finden die Eifelfeten statt. Im Vordergrund steht meistens der Alkohol”, so seine Beobachtungen.

„Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, muss den Jugendlichen etwas geboten werden, bei dem sie auch ohne Alkohol Spaß haben können, und das sie beschäftigt.” Kurzerhand ergriff Christoph Vormstein selbst die Initiative. Er wandte sich an den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins der Gemeinde Simmerath, Siegfried Peeters.

Das Ergebnis: Die Gründung einer Juso-Gruppe für die Gemeinde Simmerath. Gemeinsam mit dem zweiten Gründungsmitglied Kai Motes und der „treibenden Kraft” Kevin Wolks bildet Christoph Vormstein seit dem 3. Juli den Kern dieser Gruppe.

„Es gab vor einiger Zeit schon zwei- oder dreimal den Versuch, eine SPD-Jugendorganisation zu gründen”, berichtet der 22-jährige. „Von Seiten der SPD her gilt jedes Parteimitglied unter 35 Jahren als Juso. Die letzten Gründungsversuche erfolgten hauptsächlich von etwa 30-jährigen SPD-Mitgliedern.”

Diese Tatsache stellt für Kai Motes und Christoph Vormstein einen bedeutenden Grund für das bisherige Scheitern der Organisation dar. In ihren Augen sollte die Altersgrenze für Jusos bei etwa 25 Jahren liegen. „Jugendliche zeigen mehr Interesse, wenn die anderen Mitglieder auch ihrer Altersgruppe entsprechen”, begründen sie diesen Gedanken.

„Eine eigenständige Gruppe”

„Leider denken immer noch viele Jugendliche, Politik sei langweilig und interessieren sich nicht dafür”, bedauern die beiden. Dieser Einstellung wollen sie mit ihrer Organisation engagiert entgegenwirken. Und auch, wenn die Jusos der SPD zugehören und von ihr nicht nur in finanzieller Hinsicht unterstützt werden, so heißt das nicht, dass sie auch ganz genau die gleichen Ziele und Ansichten repräsentieren. „Natürlich vertreten wir die selben Werte, dennoch sind wir eine eigenständige Gruppe”, erklären die beiden. Eine Mitgliedschaft in der SPD ist für einen Beitritt bei den Jusos nicht zwingend notwendig.

„Unsere Gruppe ist unabhängig und für alle kostenlos. Den Jugendlichen werden sich viele Aktionen bieten, an denen sie teilnehmen können, und selbstverständlich ist alles freiwillig. Über passive Mitstreiter, die uns eine positive Resonanz vermitteln und dem, was wir tun, zustimmen, freuen wir uns genauso wie über die Aktiven, die die Gruppe mitgestalten und auch mal etwas planen”, erläutern sie die Vorteile, die die Organisation mit sich bringt.

Unterstützung bekommen die Jugendlichen auch von anderen Juso-Gruppen der Region. „Mit Tim Schmitz von den Stolberger Jusos habe ich sehr guten Kontakt, und auch die Aachener Hochschulgruppen stehen uns zur Seite. Ohne sie wäre das alles nicht möglich”, erzählt Christoph Vormstein.

Kontakt halten die Jusos zurzeit vor allem übers Internet. Auf ihrer Facebook-Seite finden Interessenten stets die neuesten Mitteilungen. Ab und zu finden auch Treffen statt. Diese wollen die Mitglieder eher in lockerer Atmosphäre halten, beispielsweise bei einem von ihnen zuhause.

Wenn die Teilnehmerzahl wächst und die Organisation sich erfolgreich weiterentwickelt, dann sollen die Treffen regelmäßiger werden. Bisher zählt die Gruppe um Christoph Vormstein, Kai Motes und Kevin Wolks sechs Mitglieder. Sie wünschen sich aber, dass sich das schnell ändern wird. „Bisher waren wir noch nicht sehr präsent für die Öffentlichkeit. Durch unsere Aktionen hoffen wir, dass mehr Jugendliche auf uns aufmerksam werden und mitmachen wollen.”

Stefan Raab und 17 Meter

Die erste Aktion, die die „neuen” Jusos geplant haben, ist ein „Spiel ohne Grenzen”, das am 2. September auf dem Lammersdorfer Sportplatz stattfinden wird. Ab 13.30 Uhr können die drei- bis fünf Mann starken Teams gegeneinander antreten. Die Disziplinen stellen eine „realisierbare Mischung aus ?Schlag den Raab und 17 Meter” dar und reichen von Dickmannweitwurf bis hin zum Schubkarrenrennen.

Teilnehmen kann jeder, der noch von mindestens zwei Teamkollegen unterstützt wird. Die Teilnehmergebühr beträgt pro Team 15 Euro. Erfrischungsgetränke werden kostenlos angeboten. Am Ende der Veranstaltung, gegen 18 Uhr, gibt es für alle Teilnehmer attraktive Preise und auch für die Unterhaltung der Gäste wird gesorgt. Zuschauer sind ebenfalls herzlich willkommen.

Wer sich für die Gruppe interessiert, Mitglied werden oder sich für das „Spiel ohne Grenzen” anmelden möchte, der sollte einmal die Facebook-Seite der Simmerather Jusos besuchen.

Christoph Vormstein ist außerdem unter 0151/50448327 oder der E-Mail-Adresse vormstein@me.com zu erreichen.
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