Fluch der Karibik Freisteller Kino Jack Sparrow

Plastikbretter am Palsen polarisieren

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
14618110.jpg
Die Steganlage am Palsen bei Mützenich ist in die Jahre gekommen und stellt inzwischen eine Gefahr dar. Jetzt soll der auch für Rollstuhlfahrer nutzbare Zugang erneuert werden. Die Städteregion favorisiert Recycling-Kunststoff. Foto: P. Stollenwerk
14618123.jpg
Gesperrt: Sobald der Haushalt der Städteregion Aachen genehmigt ist, wird der Steg zum Palsen erneuert.

Mützenich. Es gibt mit Sicherheit für Wanderer angelegte Holzstege auf der belgischen Seite des Hohen Venns, die einen weitaus schlechteren Eindruck machen als jener Bretterweg, der im Roten Venn bei Mützenich unweit der Aussichtskanzel am Steling zu einem künstlich angelegten Palsen führt.

Dennoch sind die Stege zu dem Venngewässer bereits seit geraumer Zeit wegen Baufälligkeit gesperrt. Verbunden wird dieser Hinweis, der auf den Absperrbaken angebracht ist, mit dem Versprechen, dass der Neubau in Vorbereitung ist.

Eigentlich ist es ein natürlicher Vorgang, dass unbehandeltes Nadelholz draußen in der Natur verwittert und nach einer gewissen Zeit das Material ausgewechselt werden muss.

Das sah man jetzt auch im Monschauer Wirtschaftsausschuss nicht anders, wo die Verwaltung über die Sperrung der Stege und das weitere Vorgehen berichtete. Demnach ist vorgesehen, so berichtete Bürgermeisterin Margareta Ritter, dass die Erneuerung des Stegs mit einem längerlebigen Produkt erfolgen soll. Dass es sich bei diesem Material um Holzimitate aus Recycling-Kunststoff handeln soll, löste bei den Ausschussmitgliedern allerdings Erstaunen aus.

„Es sei nicht nachvollziehbar“, meinte die Bürgermeisterin, wenn ausgerechnet die Untere Landschaftsbehörde in einem Naturschutzgebiet eine solche Ausführung gestatte. Als Stadt Monschau wolle man „dagegen halten“.

Der Palsen einschließlich des Steges und eines barrierefreien Wanderweges vom alten Zollamt Mützenich bis zum Aussichtsturm wurde vor mehr als zehn Jahren im Rahmen des NRW-Ideenwettbewerbs „Natur für alle in Natur 2000-Gebieten“ umgesetzt. Der Bretterweg zum Palsen ist auch für Rollstuhlfahrer gut zugänglich. Inzwischen führt zudem in unmittelbarer Nähe auch der Eifelsteig vorbei, und das kleine Naturschutzgebiet ist bei Wanderern sehr beliebt.

Umgesetzt wurde das Palsen-Projekt vom Naturpark Nordeifel und der Biologischen Station der Städteregion Aachen. Wegen der hohen Förderung musste die Stadt Monschau nur einen Eigenanteil von 4000 Euro beisteuern.

Seitens der Städteregion Aachen will man trotz der Kritik aus Monschau an der vorgesehenen Form der Erneuerung festhalten. Die Stege seien mittlerweile so verrottet, dass zum Schutz der Besucher kurzfristig eine Sperrung in Abstimmung mit der Stadt Monschau erfolgt sei, teilt die Naturschutzbehörde auf Anfrage mit. Die Schäden an der Steganlage seien so gravierend, dass sie komplett erneuert werden müsse.

Die Maßnahme sei organisatorisch vorbereitet, es fehle nur noch die Genehmigung des Städteregions-Haushaltes und anschließend erfolge die bereits vorbesprochene Förderzusage durch die Bezirksregierung Köln. Die Erneuerung soll rund 15000 Euro kosten. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn wäre förderschädlich.

Die Städteregion hofft nun, dass der Haushalt Ende Mai/Anfang Juni genehmigt wird. Die Baumaterialien sollen dann umgehend bestellt werden.

Bei einer kurzfristigen Lieferung könnte die Steganlage Ende Juni schon wieder hergerichtet sein.

Verwendet werden sollen wie gesagt Materialien aus Recyclingkunststoff, „mit denen die Untere Naturschutzbehörde bereits gute Erfahrungen gemacht hat, z. B. als Neueinfassung des Naturdenkmals ‚Kopflinde‘ vor der Kirche in Eicherscheid sowie bei Ruhebänken in Schutzgebieten“, heißt es von Seiten des Fachamtes.

Diese Materialien seien auch bei wechselfeuchten Standorten verrottungsfest, rutschsicher „und sehen durch die grau-braune Färbung und die strukturierte Oberfläche neutral aus“. Zudem sei das Recycling-Material splitterfest und gewähre eine lange und sichere Nutzung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert