Planungen für Busbahnhof: Roetgen rückt näher an Aachen

Von: olk
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Nicht optimal: Die Busse an der Haltestelle „Post“ in Roetgen fahren hintereinander vor. Die Situation soll spürbar verbessert werden durch einen ÖPNV-Verknüpfungspunkt am Gewerbegebiet.

Roetgen. 136 Busse fahren täglich durch die Jennepeterstraße, 87 durch die Rosentalstraße – Schulbusse und Wendefahrten nicht mitgerechnet. Die Fraktionen im Roetgener Bauausschuss waren sich vor diesem Hintergrund einig: ein Busbahnhof, im Verwaltungsdeutsch ÖPNV-Verknüpfungspunkt genannt, muss kommen.

Der Standort am neuen Gewerbegebiet östlich von Münsterbildchen ist auch unstrittig. Unklar ist jedoch, wie der Bushof aussehen soll und welche Dimensionen dieser annehmen wird. Daher konnte auch noch keine konkrete Entscheidung, wie sie Anträge von CDU und FDP vorsahen, getroffen werden. „Wir können nicht ins Blaue hinein planen“, machten Bürgermeister Manfred Eis und die SPD-Fraktion klar.

Zuvor hatte Juan Zaplana vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) dargelegt, warum er eine dezentrale Lösung vor den Toren der Gemeinde favorisiert. Man habe mehr als 20 verschiedene Standorte geprüft – bei jedem hätten sich Schwierigkeiten ergeben. Innerhalb der Ortslage gäbe es schlichtweg keine geeignet großen Flächen, zudem sei hier das Thema Immissionsschutz problematisch. Ein Ausbau des bisherigen „Verknüpfungspunktes“ an der Haltestelle „Zur Post“ sei verkehrspolitisch keine nachhaltige Lösung. Zudem bestünden so immer noch keine Wendemöglichkeiten, was weitere Wendefahrten nach sich ziehe, die den Ortskern belasteten.

Von einem Busbahnhof im neuen Gewerbegebiet erhofft sich der AVV dagegen positive Wechselwirkungen: Die Flächen würden attraktiver für Firmen durch die gute Anbindung an den ÖPNV. Vor allem aber rücke Roetgen ein Stück näher an Aachen. „Die Fahrtzeit würde sich um sechs Minuten verkürzen“, erläuterte Zaplana. Statt bisher 42 Minuten von der Haltestelle „Zur Post“ betrage die Fahrtzeit zukünftig nur noch 36 Minuten. Davon profitierten auch die Fahrgäste aus Richtung Monschau. Zudem sei das Gewerbegebiet aus den Ortschaften Rott, Mulartshütte und dem belgischen Raeren gut zu erreichen. Die Roetgener würden mit einer eigenen Linie zu ihrem neuen Bushof gebracht. Diese Ringlinie würde einen Großteil der bisherigen Haltestellen abfahren und so für eine Entlastung des Ortskerns sorgen.

Die CDU-Fraktion regte an, diese Fahrten mit Kleinbussen zu bewerkstelligen. Um eine Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln (Fuß/Rad/Bus/Pkw) zu gewährleisten, sollte der Busbahnhof nach Empfehlung des AVV zu einem Verkehrsknotenpunkt ausgebaut werden. Fahrradstellplätze (insbesondere wegen der unmittelbaren Nähe zur Vennbahn-Route), „Park and Ride“-Plätze, überdachte Fahrradstellplätze und eine Ladestation für E-Bikes wurden vorgeschlagen. Das ganze Paket sei mit Landesmitteln im günstigsten Fall mit bis zu 90 Prozent förderbar.

Da sich Roetgen in den kommenden Jahren aber noch im Haushaltssicherungskonzept befinde, müssten die weiteren Mittel zuerst im Haushalt eingeplant werden, sagte der Bürgermeister. Vorher mache es keinen Sinn, Förderanträge zu stellen – zumal die nächste Frist bereits am 31. März ausläuft. Daher beschloss der Ausschuss, den Anfang des Jahres in die Wege geleiteten Ausbau der Haltestelle „Zur Post“ zu stoppen und in detailliertere Planungen für einen Busbahnhof am Gewerbegebiet einzusteigen. Anschließend könne die Gemeinde dann auf Grundlage von soliden Zahlen Gelder beantragen, zumal die Zuwendungen des Landes für Infrastrukturmaßnahmen nur bis 2017 gesichert sind.

„Wir müssen wissen, wo die Reise hingeht, bevor wir weitreichende Beschlüsse fassen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch. Aber die Zeit drängt: Wegen der Neuausschreibung der ÖPNV-Leistungen im AVV-Gebiet müssen Beschlüsse zum Fahrplanangebot bis zum 15. Juni 2015 gefasst sein.

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