Pius-Brüder kommen später als geplant

Von: gego
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Das Kloster Gut Reichenstein: Die von Rom abgespaltene Priesterbruderschaft Pius X. hatte nach dem Kauf dieser Anlage auch eine Kapelle in Kerkrade gekauft. Foto: Heiner Schepp

Aachen. Die Mönche der umstrittenen Priesterbruderschaft Pius X. könnten in Kürze beginnen, das Kloster Reichenstein in Monschau nach ihren Vorstellungen umzubauen. Das teilte die Bürgermeisterin der Stadt Monschau, Margareta Ritter (CDU), am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Das beantragte Planungsverfahren sei so gut wie abgeschlossen, sagte Ritter, Anfang 2010 könnte der Umbau des Klosters beginnen, das die Bruderschaft 2007 erworben und 2009 eingesegnet hatte.

Wann die Umbauarbeiten tatsächlich beginnen, ist allerdings offen. Pater Franz Schmidberger, Oberer des deutschen Distrikts der Bruderschaft, erklärte gegenüber dieser Zeitung, man sei noch dabei, „die genauen Pläne auszuarbeiten”. Vor allem wolle man einen Kreuzgang bauen lassen und „umfangreiche Renovierungsarbeiten” vornehmen, sagte Schmidberger. Das werde „einige Jahre in Anspruch nehmen”. Da die zu investierende Summe sich „im siebenstelligen Bereich” bewege, würden die Arbeiten Jahre dauern, „schon um die Finanzierung gewährleisten zu können”. Der Einzug der „etwa sechs Mönche” werde aller Voraussicht nach im Laufe des Jahres 2011 stattfinden, sagte Schmidberger.

Bischof Heinrich Musinghoff befürchtet, dass die Gegenwart der Pius-Brüder „den religiösen Frieden unserer Region gefährden” könnte. Für Bürgermeisterin Ritter ist dies sekundär, denn „wir haben nach planungsrechtlichen Aspekten zu entscheiden, nicht nach ideologischen”. Allerdings werde die Stadt zum 1. Januar aus dem Förderverein des Klosters austreten, sagte Ritter, da jetzt die Pius-Mönche für die Aspekte des Denkmalschutzes verantwortlich seien.

Die Pius-Bruderschaft war zu Beginn des Jahres weltweit in die Schlagzeilen geraten. Papst Benedikt hatte die Exkommunikation ihrer vier Bischöfe aufgehoben und die konservative Bruderschaft damit wieder in die katholische Kirche aufgenommen, obwohl einer der Bischöfe, Richard Williamson, kurz zuvor den Holocaust in wesentlichen Teilen geleugnet hatte.
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