Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Photovoltaik liegt in der Eifel zunehmend im Trend

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
solar_bu
Energie aus Sonne und Wind liegt auch in den drei Kommunen der Eifel im Trend. Foto: imago/Werner Ott

Nordeifel. Die Verfechter erneuerbarer Energien sind entsetzt: Nach den Erfahrungen von Kopenhagen wird immer deutlicher, dass eine globale Verminderung der energiebedingten CO²-Emissionen weiterhin nicht nach Klimaschutzkriterien erfolgt, sondern nach rein betriebswirtschaftlichen Erwägungen der nationalen Energiewirtschaften.

Wolf von Fabeck aus Aachen vom Solarenergie-Förderverein Deutschland legt den Finger in die Wunde: „Das Klimaproblem ist ein globales Problem, und es fehlt die Hoffnung, ein globales Problem durch nationale Maßnahmen lösen zu können. Die Energiewirtschaft hat diesen psychologischen Aspekt schon lange erkannt und bestärkt die Bevölkerung in ihrer Hoffnungslosigkeit.”

Der Klimaschutz werde, so von Fabeck, aus Gesetzen gestrichen, um, wie in NRW, neue und effizientere Kohlekraftwerke betreiben zu können, das Ausbautempo werde von den politisch Verantwortlichen gedrosselt und sehe für die Zeit bis 2030 abnehmende Zubauraten bei der Windenergie vor. Das heißt, es werden jedes Jahr weniger Windenergieanlagen gebaut als im Jahr zuvor. Die Krönung war für die Solarfreunde schließlich der Beschluss der Bundesregierung, die Einspeisevergütung für regenerativen Strom drastisch zu reduzieren.

Wie sehen die politisch Verantwortlichen vor Ort diese Entwicklung? Macht sich Resignation breit, oder heißt es in den Nordeifel-Kommunen Augen zu und durch?

Flügel nicht hängen lassen


Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sieht keine Veranlassung, die Flügel hängen zu lassen, auch wenn sich die Stadt, bis auf den Windpark, noch nicht sonderlich engagiert habe: „Aber wir haben derzeit ganz andere Probleme zu lösen.” Im Frühjahr allerdings werde man die Angebote von Herstellern prüfen und dann „ins Detail gehen”.

Ritter sieht in den Absichten den Bundesregierung kein Ende der erneuerbaren Energien. Es gehe weiter mit einem Energiemix.

Überdies genieße die Einspeisungsvergütung Bestandsgarantie, so dass die niedrigere Vergütung nur die neuen Anlagen treffe. Die Vergütung werde zwar schlechter, „wirft aber immer noch eine Rendite ab”. Sie werde auch niemanden davon abhalten, sich Photovoltaik-Kollekten aufs Dach seines Einfamilienhauses zu setzen.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sieht die Gemeinde Simmerath bei den erneuerbaren Energien gut aufgestellt: Biomasse-Heizkraftwerk, Biogasanlagen, zwei Windparks.

Hinzu kämen etliche Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Einfamilienhäusern. Die Entwicklung sei bisher positiv. Wie sich das aber nach der Drosselung der Einspeisevergütung entwickele, sei im Augenblick nicht abzuschätzen. Auch sei nicht abzusehen, ob die Gemeinde selbst in absehbarer Zeit auf diesem Sektor werde investieren können. Hermanns: „Was genau nach der Reduzierung wird, muss man abwarten.”

„Kontraproduktiv”

Als „kontraproduktiv in vielerlei Hinsicht” bezeichnet Roetgens Bürgermeister Manfred Eis die Drosselung der Einspeisevergütung.

Die erneuerbaren Energien kämen nicht nur in Roetgen immer mehr in Mode. Auch in der Gemeinde tauchten immer mehr Kollektoren auf den Hausdächern aus.

Manfred Eis: „Die Gemeinde wird diesen Trend wohlwollend begleiten. Es geht um Klimaschutz, Ressourcenschonung und letztlich auch um Geld, das die Verbraucher sparen können.”

„Wir schaden uns nur selbst, wenn wir vor dem Vorwurf in die Knie gehen, der Ausbau der Solarenergie würde die Verbraucher belasten und den Solarfirmen die Nase vergolden”, warnt Wolf von Fabeck: „Wir glauben nicht, dass man die Klimagefahren noch drastischer darstellen muss.”

Wer aber nun durch die „sklavische Befolgung” von Leitstudien das Wachstum der Photovoltaik in Deutschland auf das „vorgegebene Schneckentempo” drosseln wolle, der „ist anscheinend blind gegenüber den Chancen, die sich bieten und sich jetzt deutlich zeigen”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert