Simmerath - Pflege in den eigenen vier Wänden: Wenn der Teppich zum Hindernis wird

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Pflege in den eigenen vier Wänden: Wenn der Teppich zum Hindernis wird

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Simmerath. Wenn das Schicksal zuschlägt, gilt es schnell und effektiv Erleichterungen für alle zu schaffen. Deshalb steht Doris Schulz seit Februar den Eifelklinik-Patienten und ihren Angehörigen als Pfelgeberaterin zur Seite und erleichtert den Einstieg in die Pflege-Netzwerke.

Patienten mit Schlaganfällen und ihre Familien fühlen sich anfangs meist überfordert mit der neuen Situation. „Die gute medizinische Versorgung ist die eine Sache, wie es danach zu Hause weiter geht, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier“, weiß Doris Schulz von der Eifelklinik.

Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat viel Erfahrung mit Erkrankten die an Parkinson, Demenz oder Schlaganfällen leiden. Deshalb hat sie sich auch entschieden das Pflegeberatungs-Modellprojekt der Uni Bielefeld und der AOK in Simmerath umzusetzen.

„Ich habe in der kurzen Zeit schon reichlich positive Resonanz bekommen“, sagt Doris Schulz zufrieden. „Die Angehörigen waren erleichtert, dass sie nicht alleine dastehen. Es ist gar nicht so einfach, Nahrung richtig zu reichen oder auch etwas zu trinken, ohne dass sich der Patient verschluckt.“

Durch die Pflegeberatung könne laut Schulz auch eine Orientierung in den Pflege-Netzwerken gegeben werden und Aufgaben in den Familien aufgeteilt werden. „Im Pflegetraining mache ich die Angehörigen sicher in ihren eigenen vier Wänden, schaue ob Haltegriffe sinnvoll sind, ein Wannenlift angeschafft werden muss oder ob Teppichkanten ein Hindernis darstellen.“

15 bis 20 Beratungen hat Schulz seit Start des Projekts durchgeführt. Sie begleitet die Patienten bis zu sechs Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kostenlos. „So kann ich auf die Persönlichkeit und den Charakter eingehen und den auch den Angehörigen zu etwas mehr Selbstbestimmung verhelfen“, sagt Schulz.

„Die Leute werden immer älter, Kranke und ihre Familien stehen oft vor neuen Herausforderungen, denen mit solchen Projekten Hilfestellung gegeben wird. Wir sind daher froh, eine Pflegeberatung in der Klinik anbieten zu können“, sagt Peter Berlin, Kaufmännischer Leiter. Das Angebot können Mitglieder aller Krankenkassen kostenlos in Anspruch nehmen, auch privat Versicherte. Informationen gibt der Sozialdienst der Eifelklinik unter Telefon 02473/893463 oder E-Mail: sozialdienst@st-brigida.de.

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