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Pfarrer Stoffels: „Kritischer auf die neuen Nachbarn blicken”

Von: hes
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Pfarrer Karl-Heinz Stoffels erhielt nach seiner Predigt am Sonntag in Mützenich Beifall der Gläubigen.

Mützenich. In einer bemerkenswerten Predigt hat Karl-Heinz Stoffels, Pfarrer für Monschau, Mützenich und Imgenbroich, am Sonntagmorgen in der Pfarrkirche St. Bartholomäus eindeutig Stellung in der aktuellen Diskussion um die Pius-Bruderschaft bezogen.

Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen von Mitgliedern der Priesterbruderschaft riet der Geistliche, „vielleicht noch einmal etwas kritischer und vorsichtiger als bisher auf unsere zukünftige Nachbarschaft in Reichenstein zu blicken”. Ungewöhnlich: Die Gläubigen in Mützenich honorierten die engagierte Ansprache spontan mit Beifall.

„Aus einer jüdischen Familie”

Pfarrer Stoffels erinnerte daran, dass „Jesus einer gläubigen jüdischen Familie entstammte” und seinen Glauben bewusst und konsequent gelebt habe, wie das Evangelium immer wieder berichte.

„Deshalb muss es uns Christen heute weh tun, wenn gerade in den letzten Tagen das über Jahrzehnte gewachsene gute christlich-jüdische Verhältnis - zumindest in Bezug auf unsere katholische Kirche - stark gelitten hat. Und es muss unser aller Anliegen sein - gerade auch als deutsche Katholiken -, alles uns Mögliche zu tun, um wieder aufeinander zu zu gehen und die aufgerissenen Wunden schnellstmöglich versuchen zu schließen”, sagte Stoffels und urteilte über den umstrittenen Bischof Williamson: „Ich denke, wer heute den Holocaust leugnet, hat kein Recht, auch nur ansatzweise zur katholischen Kirche zu gehören, sondern schließt sich selbst aus der Gemeinschaft aus.”

Karl-Heinz Stoffels stellte in seiner Ansprache aber auch die Beziehung her zur Klostergründung in Reichenstein: „Wenn uns die vergangenen Tage eines deutlich gezeigt haben, dann dies, dass es sich bei der Gemeinschaft, die von Gut Reichenstein Besitz ergriffen hat und somit in unserem Monschauer Land Fuß fassen will, längst nicht nur um Christen, um Mönche handelt, die als einzigen Unterschied zu uns nur die Feier der Heiligen Messe im alten Ritus pflegen, gegen die ich überhaupt nichts sagen möchte.”

Vielmehr habe die Pius-Bruderschaft „in großem Maße unser gottlob gewachsenes positives Verhältnis zu den anderen christlichen Kirchen und Religionen, und ganz besonders zum Judentum, zu der Religionsgemeinschaft, in der Jesus aufwuchs und die das Fundament ist, in dem unser christlicher Glaube ganz zweifellos seinen Ursprung hat, empfindlich belastet”, stellte Stoffels fest. Stoffels: „Wie schnell sind durch unreflektiertes Handeln Risse im Band eines langsam und mühsam gewachsenen Vertrauens entstanden; und welcher Anstrengungen wird es bedürfen, diese wieder zu kitten.”
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