Nordeifel - Pfarrer äußern sich zum angekündigten Rücktritt des Papstes

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Pfarrer äußern sich zum angekündigten Rücktritt des Papstes

Von: Andreas Gabbert
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Nordeifel. Auch für die Pfarrer in der Eifel kam die Rücktrittsankündigung des Papstes völlig überraschend. Für Pfarrer Michael Stoffels war die Ankündigung neben aller Überraschung auch „etwas enttäuschend“, obwohl die Begründung verstanden wird. Für Stoffels ist damit auch die Frage verbunden, was für ein Zeichen Papst Benedikt XVI. damit setzt.

Stoffels glaubt, dass es für die Nachfolger schwieriger werden wird, da ein gewisser Druck entstehe. Es könne sein, dass es zu Rücktrittsforderungen komme, wenn der Nachfolger nicht mehr topfit sei oder unbequeme Ansichten vertrete. Deshalb bedauert Stoffels die Ankündigung des Papstes sehr. Ob dies eine Chance für die katholische biete, weiß Stoffels nicht zu sagen. „Ich war mit Benedikt XVI. sehr zufrieden und bin froh, dass wir ihn haben.“

Für Pfarrer Hans-Georg Schornstein ist die Ankündigung ein „guter, mutiger und konsequenter Schritt“. Wenn die Kräfte nicht mehr reichen, sei es richtig das Amt in andere Hände zu legen. Das sei gewissenhaft, verantwortlich und verdiene Respekt. Sicherlich sei dies ein ungewohntes Bild. „Aber nur weil es nicht üblich ist, heißt das nicht, dass es nicht sinnvoll ist.“ Schließlich steige unsere Lebenserwartung immer weiter, die Kräfte könnten dabei aber nicht unbedingt mithalten.

Für Schornstein liegt in jedem Neuanfang auch eine Chance. Er persönlich hofft, dass nun ein Nachfolger gefunden wird, „der das Evangelium im Sinne des 2. Vatikanischen Konzils in die heutige Zeit übersetzt“. Dabei sei klar, „dass wir das nicht nur aus deutscher Sicht sehen können“. Wichtig sei, dass der neue Papst den Bischöfen mehr Eigenverantwortung für ihre Länder und Bistümer übertrage.

Pfarrer Karl Schnitzler dachte im ersten Moment er habe sich verhört und konnte es im gar nicht glauben. Als er dann die Gründe für den angekündigten Rücktritt erfahren habe, sei es ihm langsam bewusst geworden. „Ich habe gestaunt, dass jemand so viel geistige Kraft hat, sich selbst einzuschätzen und dann auch die Konsequenzen daraus zieht.“ Es sei vorbildhaft, wie der Papst im Alter mit seinen körperlichen Grenzen umgehe.

Eine Aufgabe loslassen zu können, verdiene Respekt. Für Schnitzler ist dies der erste Schritt auf dem Weg sich selbst loszulassen, „das ist ein Stück sterben“. Loszulassen biete aber immer auch die Chance eines neuen Anfangs. Der Nachfolger werde nun die Möglichkeit haben, dem Amt einen anderen Schwerpunkt zu verleihen, ihm einen anderen Akzent zu geben und es mit seiner Persönlichkeit auszufüllen.

Ähnlich wie Pfarrer Schornstein würde sich auch Schnitzler „ein Stück Dezentralisierung“ wünschen, so dass die Bischöfe vor Ort mehr Verantwortung übernehmen und eigenständiger handeln könnten. Als Beispiel nennt Schnitzler die Forderung Roms, dass in den Bibeltexten im Gebetbuch der deutschen Sprache, der Geist der zentralen, lateinischen Sprache spürbar sein müsse. Schnitzler ist gespannt und fragt sich: „Wie römisch wird die katholische Kirche bleiben, oder wird sie sich weltweit öffnen?“

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