Nordeifel - Perlbachwasser wird teurer

Perlbachwasser wird teurer

Von: P. St.
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Die Erneuerung des Leitungsnet
Die Erneuerung des Leitungsnetzes hat künftig Priorität beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach. Jährlich sollen 0,6 Prozent des 800 Kilometer umfassenden Versorgungsnetzes erneuert werden. Derzeit wird mit viel Aufwand eine neue Leitung vom Wasserbehälter Roetgen entlang der kleinen Himmelsleiter bis hinauf nach Fringshaus gelegt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Wasserverbrauch sinkt, Investitionen und fixe Kosten steigen hingegen: So stellt sich auf den Punkt gebracht die betriebliche Lage beim Wasserversorgungszweckverband Perlenbach dar, der die Region zwischen Kalterherberg und Kleinhau mit Trinkwasser versorgt.

Da sich mit einer solchen Prognose kein zukunftsfähiger Wirtschaftsplan aufstellen lässt, muss die Solidargemeinschaft der rund 50.000 Kunden als Rettungsschirm einspringen: Dies bedeutet, dass ab dem Jahr 2012 der Wasserpreis steigen wird. Der Betriebsausschuss, der jetzt im Verwaltungsgebäude in Imgenbroich tagte, musste diese bittere Pille schlucken und stimmte bei einer Nein-Stimme der Erhöhung des Grundpreises um 24 Euro von bisher 120 auf 144 Euro im Jahr zu.

Für eine durchschnittliche dreiköpfige Familie mit mit 130 Kubikmeter Wasserverbrauch im Jahr bedeutet dies eine Preissteigerung um acht Prozent. Zuletzt wurde der Grundpreis 2008 erhöht, die letzte Wasserpreiserhöhung datiert aus 2005. Damit steigt der Kubikmeter effektiv von bisher 2,50 Euro auf 2,60 Euro/Kubikmeter.

Die Erhöhung des Grundpreises führt zu einer Ertragssteigerung von 442.000 Euro im Jahr.

Derk Buchsteiner als Betriebsleiter des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbachverbandes erläuterte, dass trotz aller Sparbemühungen kein Weg an der Preiserhöhung vorbeiführe. Man hoffe, damit drei bis vier Jahre überbrücken zu können.

Weiter rückläufig ist auch der Wasserverkauf. Dieser ist im vergangenen Jahr um 160.000 Kubikmeter auf auf 2,31 Millionen Kubikmeter insgesamt zurückgegangen. Außerdem geht man im Jahr 2012 im Verbandsgebiet von einem Bevölkerungsrückgang (179 Personen) aus.

Zwar kommen regelmäßig neue Hausanschlüsse (im Jahresschnitt geht das Wasserwerk von 100 neuen Hausanschlüssen im Jahr aus) und damit neue Abnehmer hinzu, doch hätten diese den Verlust nicht auffangen können. Obwohl im kommenden Jahr allein 107 Hausanschlüsse durch die Eröffnung des Ferienparks Eifeler Tor in Schwammenauel hinzukommen und mit der Wiederöffnung der Schwimmhallen in Monschau und Simmerath auch wieder Großabnehmer im Boot sind, bleibt dem Wasserwerk immer noch eine Ertragslücke von 60.000 Euro.

Die Investitionen des Wasserwerks (sie liegen bei rund zwei Millionen Euro im Jahr) sind zudem langfristig höher angesetzt, was eine weitere finanzielle Dauerbelastung bedeutet. Bei der Erneuerung der Versorgungsleitungen möchte der Verband mehr Tempo machen. Jährlich sollen jetzt 0,6 Prozent des gesamten Leitungsnetzes, das insgesamt 800 Kilometer inklusive Hausanschlüsse umfasst, erneuert werden. In diesem Jahr wird man mit einer Erneuerungsrate von 1,5 Prozent (was einer Gesamtlänge von neun Kilometern entspricht) dieses Ziel sogar deutlich übertreffen. Nicht weniger als 20 Baumaßnahmen hat das Wasserwerk in diesem Jahr angepackt.

Mehraufwendungen bei den Personalkosten, den Strom- sowie Treibstoffkosten setzen weiterhin dem Wirtschaftsplan zu.

Für das Wasserwerk erscheint allein eine Erhöhung des Grundpreises sinnvoll, da man nur so mit einer festen Größe kalkulieren kann. Eine Erhöhung des Kubikmeterpreises (des so genannten Arbeitspreises) würde dazu führen, dass die Kunden zum Wassersparen aktiviert würden, was dann eine weitere Preiserhöhung nach sich ziehen würde.

„Kaufmännisch ist diese Lösung nachvollziehbar”, meinte der Monschauer SPD-Vertreter Gregor Mathar, aber dennoch könne er der Erhöhung nicht zustimmen, weil die Kunden keine Chance hätten, Einfluss zu nehmen. „Das Leben in der Eifel muss bezahlbar bleiben.”

Die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter als Verbandsvorsteherin fand diese Argumentation zwar nachvollziehbar, doch sei es „gängige Praxis” in den Wasserwerken, dass zur Finanzierung der Fixkosten auf die Erhöhung des Grundpreises zurückgegriffen werde. Für den Simmerather CDU-Vertreter Bruno Löhrer war es zudem ein diskussionswürdiger Aspekt, dass für die Besitzer von Wochenendhäusern mit sehr geringem Verbräuchen im gleichem Maße wie bei allen anderen Kunden Fixkosten entstünden.

Gerd Pagnia als Vertreter der Roetgener Grünen sah die Grundpreis-Erhöhung als die einzig realistische Chance, um die Mehrkosten aufzufangen. Ansonsten werde man in zwei Jahren spätestens über die nächste Erhöhung reden müssen. Hermann-Josef Bongard, FDP-Vertreter aus Simmerath, wünschte sich, dass im Wirtschaftsplan konkreter erkennbar werde, „wie gespart wird.”

Eine erneute Erhöhung des Grundpreises ist für die Betriebsleitung des Wasserwerks übrigens schon Bestandteil der mittelfristigen Finanzplanung. Einer gewünschten zweiten Erhöhung im Jahr 2013 um 12 Euro im Jahr erteilte der Betriebsausschuss eine Absage. Zum jetzigen Zeitpunkt wollte man diesen Vorschlag der Betriebsleitung allenfalls „zur Kenntnis” nehmen.
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