Parkende Autos nicht die Unfallursache

Von: Ernst Schneiders
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Zwei Motorradfahrer sind in den vergangenen Tagen auf der Straucher Straße verunglückt. Einen Zusammenhang mit geparkten Autos sehen Polizei und Ordnungsamt nicht. Foto: psm

Kesternich. Die Stimmung ist angespannt. Nicht zuletzt, weil auf der Straucher Straße in den vergangenen Tagen zwei Motorradfahrer verunglückt sind. Ein Gerücht macht im Dorf die Runde: Beide Unfälle hätten sich auch deshalb ereignet weil die Straße zugeparkt gewesen sei, eine gewollte Provokation.

Diese Version verweisen Polizei und Gemeinde Simmerath in den Bereich der Fabeln und Legenden. Wie Bernd Röhrlich vom Simmerather Ordnungsamt betonte, bestehe nur auf einem Teilstück vor der Ampel absolutes Halteverbot. Ansonsten dürfe entlang der Straße geparkt werden, weil die vorgeschriebene Restbreite von drei Metern eingehalten werde. Sollten jedoch am linken und rechten Fahrbahnrand Autos auf gleicher Höhe geparkt sein, dann, so Röhrlich, „muss man vor Ort ausmessen, ob die drei Meter Restbreite noch gegeben sind”.

Auch für Aachens Polizeisprecher Paul Kemen gibt es keinen Zusammenhang zwischen den Unfällen der Motorräder und möglicherweise geparkten Pkw. Laut Kemen gilt grundsätzlich: Wenn ein Wagen am Straßenrand geparkt ist, „muss ein Fahrer jederzeit in der Lage sein, sein Fahrzeug rechtzeitig anzuhalten”. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Pkw ordnungsgemäß oder ordnungswidrig dort stehe. Ordnungswidriges Parken werde mit einem Verwarnungsgeld geahndet. Kemen: „Das Fehlverhalten liegt aber eindeutig beim verursachenden Fahrer. Der hat den Fehler gemacht, nicht der Fahrer des parkenden Fahrzeugs.”

Das Problem ist ein Grundsätzliches. In der Ortslage Kesternich ist die Kapazität der Straucher Straße längst erschöpft. Die Bundestraße 266, eine der Hauptzufahrtsstraßen zum Nationalpark Eifel und zur Burg Vogelsang, muss nicht nur die Fahrzeuge tausender Touristen verdauen, sondern auch schwere Lkw, die, um Maut zu sparen, die Autobahn verlassen und durchs Gelände brettern. Hinzu kommen nicht selten auch Autos und Motorräder, deren Fahrer die Straucher Straße mit einer Rennstrecke verwechseln. „Neulich ist ein Ferrari durch den Ort geflogen, verfolgt von drei Rennmotorrädern”, beklagt einer der Anwohner der Straucher Straße (der namentlich nicht genannt werden möchte), die sich seit Jahren erfolglos um eine Umgehungsstraße bemühen. Nachdem mittlerweile auch das Land das Straßenprojekt auf den St. Nimmerleins-Tag verschoben hat, fühlen sich die Befürworter der Umgehungsstraße „alleingelassen”, auch von der Gemeinde Simmerath, die sich nicht sonderlich ins Zeug lege, was natürlich den Gegnern der Umgehung in die Karten spiele. „Im Rathaus verfolgt man offensichtlich die Linie, abzuwarten, bis Gegner und Befürworter das Thema unter sich ausgemacht haben”, so der Anwohner der Straucher Straße weiter, der von zunehmend „lebensgefährlichen Situationen” spricht.

Über Radweg gerast

Es sei sogar schon vorgerkommen, dass Motorradfahrer über den Radweg gerast seien, nur um schneller voran zu kommen. Das alles reiche augenscheinlich nicht aus, um die Gemeindeverwaltung zum Handeln zu bewegen. Die Kritiker der Zustände seien keinesfalls Gegner des Tourismus oder des Nationalparks, allerdings seien die Zustände in Kesternich schon lange „unerträglich”. „Es kann doch nicht sein, dass wir uns über jedes Regenwochenende freuen, weil wir dann unsere Ruhe haben.”
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