Monschau - Orgel der Alten Pfarrkirche: Musikalisches Kleinod erweckt

Orgel der Alten Pfarrkirche: Musikalisches Kleinod erweckt

Von: js
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Wolfgang Karius spielte größtenteils Werke barocker Komponisten. Foto: Josef Schreier

Monschau. Am Sonntag wurde ein musikalisches Kleinod in Monschau erneut zum Leben erweckt: die wunderschöne Orgel in der Alten Pfarrkirche. Mit Mühe und finanziellem Aufwand wurde 1983 in den historischen barocken Prospekt ein neues Orgelwerk eingebaut. Aber derzeit erklingt die Orgel nur selten, und wie zu hören ist, lässt die Wartung zu wünschen übrig.

Bringt aber ein Meister des Fachs, wie der Aachener Kirchenmusikdirektor Wolfgang Karius, dieses kleine Schmuckstück zum Klingen, dann bedauert der Zuhörer umso mehr, dass es so wenige Gelegenheiten gibt, die kleine, aber feine Orgel zu hören.

Wolfgang Karius spielte auf Einladung der Evangelischen Gemeinde Monschauer Land. Diese nutzt derzeit die Alte Pfarrkirche für ihre Gottesdienste, da die evangelische Kirche an der Rurbrücke momentan aufgrund von Bauarbeiten nicht genutzt werden kann. Pfarrer Jens-Peter Bentzin, der den Organisten und die Zuhörer begrüßte, teilte bei der Gelegenheit mit, dass die Kirche wohl im August wieder eröffnet wird.

Allerdings kann die dortige Orgel dann noch nicht benutzt werden. Darum sollte der Erlös des sonntäglichen Konzerts zur Anmietung einer kleinen Aushilfsorgel verwendet werden.

Das Programm, das Wolfgang Karius am Sonntag spielte, war auf das Instrument genau abgestimmt und enthielt überwiegend Werke barocker Komponisten.

Nur ein „Thema mit Variationen“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy reichte ins 19. Jahrhundert, allerdings „angebahnt“ durch eine Sonate des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel, dessen 300. Geburtstag vor kurzem gefeiert wurde. Carl Philipp Emanuel Bach entwickelte einen Stil, der in der Tat über den Barock hinausführte und in die Musik eines Mozart und Beethoven überleitete. Dies war auch an der Orgelsonate deutlich zu hören.

Zuvor zeigte Wolfgang Karius anhand verschiedener original-barocker Stücke die Möglichkeiten und Feinheiten der Monschauer Orgel, so dass insgesamt ein vielseitiges Programm geboten wurde.

Auf das Pfingsfest vorausgewiesen

Gleich einleitend gelang es ihm, einem bekannten „Ohrwurm“ von Georg Friedrich Händel, dem „Einzug der Königin von Saba“ aus dem Oratorium „Solomon“, durch feine Registrierung neue Seiten abzugewinnen. Werke von Dietrich Buxtehude standen, dem Umfang nach, im Mittelpunkt des Programms, bei dem der Organist bereits thematisch auf das Pfingstfest vorauswies.

So auch durch zwei Choralbearbeitungen – ebenfalls von Buxtehude – und durch das Schlussstück von Johann Sebastian Bach. Die Kapazitäten der Orgel schienen vor allem bei einer Ciacona von Johann Pachelbel und einer Trompetenfantasie des belgischen Komponisten Thomas Babou besonders reizvoll eingesetzt.

Musikalisch war Karius sicher am intensivsten engagiert bei Johann Sebastian Bachs großer Orgelfantasie G-Dur, BWV 572. Dieses schwierige Werk stand beinahe am Schluss eines umfangreichen Programms, das für die Zuhörer sicherlich recht anspruchsvoll war. Aber das Erlebnis des Nachmittags ließ umso mehr den Wunsch aufkommen, dass aus und mit der kleinen Monschauer Orgel eigentlich in Zukunft „mehr gemacht“ werden müsste.

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