Open-Air-Kino: Tiger auf dem Rursee

Von: Peter Stollenwerk
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Rurberg. Mit Decken, Jacken, Picknickkörben und Regiestühlen ausgestattet, bewegte sich ein Strom von Menschen am Donnerstagabend zum Rurseezentrum. Das Ziel war die Seebühne auf dem Eiserbachsee, wo eine zehn mal fünf Meter große Leinwand aufgebaut war.

Das Gelände am Badesee war für einen Abend zum Spielort für die Filmschauplätze NRW ausgewählt worden, eine Spielfilmreihe der Film- und Medienstiftung NRW, die auch in diesem Sommer wieder ausgewählte Kinofilme unter freiem Himmel an ungewöhnlichen Orten präsentiert.

Die teilweise schwer bepackten Filmfreunde nahmen rund um das Seeufer häufig schon frühzeitig Position ein, um sich auf den Filmstart am Abend bei Einbruch der Dunkelheit einzustimmen. „Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“ stand auf dem Spielplan. Es war die 15. von insgesamt 16 Aufführungen, ehe die „Schauplätze“ gestern Abend in Eupen zum letzten Mal für 2013 aufschlugen.

Gut 9000 Zuschauer kamen bislang zu den Open-Air-Events zwischen Bottrop, Gummersbach und Monschau. In Rurberg kamen noch einmal rund 600 Kinofreunde hinzu, die sich entspannt auf der terassenförmig angelegten Szenerie einfanden. „Absolut begeistert“ von der Spielstätte zeigte sich auch Anna Fantl von der Filmstiftung NRW, und unter dem Beifall der Zuschauer bekannte sie: „Das ist eindeutig der bisher schönste Spielort.“

Die Filme von „Herr der Ringe“ bis „Little Miss Sunshine“ werden passend zum Spielort ausgewählt, „und dann zeigt sich, ob der Film zieht“, berichtet Anna Fantl. In Rurberg war die Auswahl offenbar ein Volltreffer. „Wir spielen erstmals auf dem Wasser und der Film spielt auch auf dem Wasser. Besser geht es nicht.“

Beim Anblick über die Seenlandschaft gerät die aus dem Ruhrgebiet stammende Filmexpertin ins Schwärmen: „Das ist Meditation pur. Hier möchte man Urlaub machen.“ Sie wisse von einigen Familien aus ihrem Umfeld, dass diese die Filmvorführung in Rurberg mit einem Kurzurlaub in der Eifel am letzten Sommerferienwochenende verbinden würden.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns griff das Kompliment gerne auf und hoffte, dass die NRW-Filmstiftung auch bei ihren 17. Rundreise im kommenden Jahr wieder Station der Gemeinde mache. Einen weiteren reizvollen Spielort konnte er bereits anbieten.

Zur kommenden Sommersaison werde die neue Seebühne in der Woffelsbacher Bucht fertig sein. Der Dank des Bürgermeisters ging aber auch an die vielen Helfer der Rursee-Touristik, die mit Unterstützung der DLRG den Filmabend organisatorisch vorbereitet hätten.

Dann endlich füllte sich die Leinwand mit Leben, und es kehrte abendliche Ruhe am Seeufer ein. Zur Einstimmung gab es den poetischen Kurzfilm „Ente, Tod und Tulpe“, eine lehrreiche Betrachtung über das Leben.

Dramatik, Abenteuer und großartige Bilder bestimmte anschließend das Geschehen auf der Leinwand bei „Life of Pi“. Das moderne Märchen um den Überlebenskampf auf hoher See dreht sich um die wundersame Verbindung zwischen einem bengalischen Tiger und einem Schiffbrüchigen, die auf einem kleinen Rettungsboot als Schicksalsgemeinschaft ihre Situation meistern müssen.

Die Zuschauer verfolgten das spannende Geschehen unter freiem Himmel, wenngleich sich gegen Ende die Abendkälte spürbar bemerkbar machte. Wohl dem, der eine Decke mitgebracht hatte.

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