Aachen - Ohne Warteschleife im Betrieb landen

Ohne Warteschleife im Betrieb landen

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Ausbildung zum Maschinen- und
Ausbildung zum Maschinen- und Anlagentechniker als Beispiel: Gerade im gewerblich-technischen Bereich sieht die SPD viel Potenzial für ihr Konzept, das vom Städteregionstag auf den Weg gebracht werden muss. Foto: imago/Rainer Unkel

Aachen. Das goldene Zeitalter für Auszubildende ist längst vorbei: Obwohl der Fachkräftemangel in aller Munde ist, verdingen sich die jungen Schulabgänger heute oftmals als Generation Praktikum oder drehen auf den Berufskollegs ihre Warteschleifen in Berufsgrundschul- und Berufsorientierungsjahren.

Dabei ist nach Angaben der Regionalagentur der Anteil jüngerer Arbeitsloser zwischen 15 und 25 Jahren mit 10,1 Prozent in der Region Aachen höher als im Landesschnitt (8,9 Prozent). Eine andere Zahl nennt Martin Peters. „Wenn zehn Prozent eines Hauptschul-Abschlussjahrgangs eine Ausbildungsstelle erhalten, dann gilt das schon erfolgreich”, sagt der SPD-Chef im Altkreis Aachen, der weiß, dass „Jugendliche bestimmter Schulformen nicht oder kaum ausbildungsfähig sind”.

Vor diesem Hintergrund geht die SPD-Fraktion im Städteregionstag mit einem Konzept in die Offensive, das die Ausbildungsfähigkeit von schulschwachen Jugendlichen fördern und somit die Not der Schulabgänger sowie der Unternehmen lindern soll. Kern der Idee ist eine einjährige Ausbildungsvorbereitungsphase der Schulabgänger im Betrieb, die vom Arbeitgeber vergütet wird und in der Regel in einer Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis münden soll. Dabei weist der 28-Jährige der Städteregion eine besondere Rolle zu. Künftig könnte etwa das Bildungsbüro im Übergang von der Schule in den Beruf als Vermittler zwischen Schulabgängern, die nach Vollendung der zehnjährigen Schulpflicht noch nicht ausbildungsreif sind, und Betrieben, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können sowie über kurz oder lang auf ein Personalproblem zusteuern, tätig werden. „Dabei müsste die Städteregion für beide Seiten Pools schaffen, um suchenden Betrieben adäquate Jugendliche zur Anstellung vorschlagen zu können”, sagt Peters.

Einen Vorteil der in einem Fördervertrag festgezurrten Zusammenarbeit sieht SPD-Fraktionschef Josef Stiel darin, dass „die Vorbereitung nicht in irgendeiner Warteschleife, sondern im Betrieb stattfindet und die jungen Leute schnell produktiv für das Unternehmen sind”. Parallel soll die einjährige Förderphase dazu genutzt werden, um die Azubis in spe für das Berufsleben fit zu machen - was unter gewissen Voraussetzungen etwa bei Förderschulabsolventen auch eine sozialpädagogische Begleitung beinhalten kann, die über die Bundesagentur finanziert werden kann.

Nachdem die schwarz-grüne Ausbildungsinitiative für Hauptschüler vor wenigen Wochen „sang- und klanglos von der Verwaltung beerdigt worden ist”, hofft Peters auf ein besseres Schicksal des SPD-Konzepts. Und so appelliert er an die Politik, der Initiative zuzustimmen, um danach interessierte Pilot-Firmen zu finden.
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