Simmerath - Ohne Barrieren auf dem Wasser

Ohne Barrieren auf dem Wasser

Von: P. St.
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Für viele Segler ein kleines
Für viele Segler ein kleines Paradies: Am Rursee bei Woffelsbach findet jetzt das erste integrative Jugendcamp statt. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Es könnte etwas mehr Wasser im Rursee sein, zumindest mit Blick auf die sommerliche Freizeitnutzung des Gewässers, aber auch mit einem niedrigen Wasserstand ist für die Segler der Spaßfaktor noch vorhanden - wenn auch auf engerem Raum.

Der Spaß soll auch im Vordergrund stehen, wenn vom 2. bis 4. September das erste integrative Jugend-Segelcamp in Woffelsbach stattfindet. Ausrichter des dreitägigen Camps ist der Verein zur Förderung von Integrativen Jugendcamps mit Sitz in Aachen. Als Kooperationspartner vor Ort ermöglicht es der Aachener Bootsclub den etwa 30 beteiligten Jugendlichen, den Segelsport aus nächster Nähe kennenzulernen. Der Club stellt nicht nur sein Gelände zur Verfügung, die Clubmitglieder ermöglichen es den Teilnehmer darüber hinaus, ihre privaten Segeljachten unter fachlicher Anleitung zu nutzen.

Aus der Luft aufs Wasser

Der Verein kann aber auch auf weitere Kooperationspartner bauen, wie jetzt bei der Vorstellung des Projektes im Simmerather Rathaus deutlich wurde. Dies sind die Caritas Lebenswelten, die Stadt Aachen und die Stadt Würselen. In Würselen hat der Förderverein bereits ein zweites Zuhause gefunden, fand doch auf dem Flugplatz Merzbrück kürzlich zum sechsten Mal das integrative Jugendcamp mit über 80 Teilnehmern statt.

Nach dem Motto „Aus der Luft ins Wasser” gibt es erstmals in diesem Sommer zwei Ferienangebote. Uschi Bammertz, die Geschäftsführerin des Fördervereins, erläutert den Hintergrund der Maßnahmen: „Jugendliche mit und ohne Handicap sowie mit und ohne Migrationshintergrund lernen durch das Medium Segeln, ihre Berührungsängste und Barrieren zu überwinden” .

Für die Jugendlichen ist das Camp kostenlos. Mit 2500 Euro liegen die Gesamtkosten erstaunlich niedrig, 70 Prozent trägt der Landschaftsverband Rheinland, der Rest wird über Spenden finanziert.

Vom Teilnehmer zum Betreuer

Betreut werden die Jugendlichen vor Ort von sechs Sozialarbeitern und Übungsleitern. Die Maßnahme ist angelegt auf Nachhaltigkeit und die Jugendlichen würden, wie der Erfahrung des bisherigen Camps zeige, „die erworbene Integrationskompetenz in den Alltag hineintragen.”

Einige der Teilnehmer seien in den Folgejahren beispielsweise als Betreuer eingesetzt worden. Aus den Kommunen Aachen, Simmerath und Würselen nehmen je zehn Jugendliche am Camp teil; in der Gemeinde Simmerath können noch fünf Plätze vergeben werden. Kurzfristige Anmeldungen sind bei der Verwaltung möglich.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sieht im Projekt integratives Segelcamp den Ort Woffelsbach als idealen Standort, da gerade hier die Bemühungen zur Förderung des Jugendtourismus konkrete Formen annehmen würden. Im Rahmen des EU-Projektes „Blue Spot-Hot Spot” werde in Kürze in der Woffelsbacher Bucht mit dem Bau von Jugendunterkünften begonnen.

Das Camp in Woffelsbach könnte sich durchaus zu einem langfristigen Projekt entwickeln, zeigte sich Hilde Scheidt als Bürgermeisterin der Stadt Aachen überzeugt. Hier könnten Jugendliche „Urlaub auf Augenhöhe” verbringen.

Auch Arno Nelles, Bürgermeister der Stadt Würselen, freut sich über die neue Maßnahme in Woffelsbach. Er sehe darin sowohl eine gute Werbung für die Urlaubsregion Eifel wie auch die Chance für die Teilnehmer, im Team wichtige Erfahrungen für das weitere Leben zu gewinnen.

Nun hoffen die Beteiligten, dass bis Anfang September der Sommer in der Eifel nicht schlapp macht, auch wenn eine Flaute selbstverständlich noch schlimmer wäre.
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