Monschau - Ökologiebewusste und moderne Kunst aus New York im KuK

Ökologiebewusste und moderne Kunst aus New York im KuK

Von: avl
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Präsentieren Problemlösungen für eine Weltmetropole in Monschau (von links): Bernd Held, Clemens Weiss, Dr. Nina Mika-Helfmeier und Dr. Paula Niemitz. Foto: van Londen

Monschau. Mit der Vernissage „New York: Me, Worry?” hat das Kunst und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion Aachen in Monschau eine Ausstellung über New York eröffnet, die überrascht, befremdet und neugierig macht.

Die Kunst- und Kulturbeauftragte der Städteregion und Leiterin des KuK, Dr. Nina Mika-Helfmeier, konnte zur Eröffnung einen der drei ausstellenden Künstler, Mitkurator Clemens Weiss, der die Ausstellung auch konzipierte, begrüßen. Der in Deutschland geborene Künstler lebt seit inzwischen 25 Jahren in New York. Die anderen beteiligten, in der amerikanischen Metropole lebenden Künstlerinnen und Künstler, Mierle Laderman Ukeles, Helen Mayer Harrison und Newton Harrison ließen ihre Grüße übermitteln.

Ökologisch orientiert

New York und Monschau in einem Zusammenhang zu bringen, ist außergewöhnlich und eröffnet interessante Blickwinkel. Auf der einen Seite die selbsternannte Hauptstadt der Welt, die sich gerne rühmt, dass alles, was von Belang und Bedeutung auf diesem Planeten ist, auch irgendwie mit ihr zu tun hat, und auf der anderen Seite das idyllische Eifelstädtchen Monschau, dass Ruhm und Bedeutung eher aus seiner Geschichte bezieht.

Eine Welt-Metropole, deren Leben ohne Ruhepause ewig weiter pulsieren zu scheint, in direktem Bezug zu einer überschaubaren Kleinstadt, in der sich das öffentliche Leben ab 20 Uhr in die privaten Wohnzimmer zurückzieht. Auf den ersten Blick verbinden beide Städte mehr Gegensätze als Gemeinsamkeiten. Doch mit der gerade gestarteten Ausstellung gibt es eine interessante Verbindung, die sich vor allem durch einen ganz eigenen Blick auf den „Big Apple” in Szene setzt.

Clemens Weiss, dessen Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Kunstvereinen in den USA und Europa präsentiert wurden, sieht durchaus verbindende Elemente: „Monschau war ja auch einmal internationaler, zur Hochzeit der Tuchmacherindustrie. Monschau hat mit dem Strukturwandel zu kämpfen. New York hatte nie Industrie, war immer Zentrum und unterliegt einem stetigen Umbruch und Wandel”, so der Künstler.

Vorbild für Problemlösungen

Da in New York die Dinge zehn Jahre früher geschehen als anderswo, sei die Stadt auch immer ein Vorbild für Problemlösungen der Zukunft. Das hat ihn inspiriert für die Monschauer Ausstellung Künstlerkollegen einzubinden, die sich auf ganz eigene Art mit der Metropole und deren Zukunft auseinandersetzen.

Mierle Laderman Ukeles, Jahrgang 1939, setzt sich mit dem öffentlichen Raum und der öffentlichen Kultur auseinander. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit der Instandhaltung von Infrastrukturen, mit städtischen Mülllawinen, Recycling, Ökologie, urbaner Versorgung und dem Bemühungen, heruntergekommenes Land und Wasser wieder zu gesunden und öffentlichen Plätzen zu machen. New York bietet dazu einen perfekten Schauplatz.

So beschäftigt sie sich schon seit längerem mit „Freshkills Landfill” der größten Müllkippe der Welt, auf der die New Yorker seit 1948 Müll und Abfall angehäuft haben. Im Frühjahr 2001 wurde die Anlage geschlossen, im September des gleichen Jahres startete ein Wettbewerb, die 12 Quadratkilometer Fläche in einen öffentlichen Park zu verwandeln. Auch Mierle Laderman Ukeles beteiligte sich. In Monschau sind ihre Planungen dazu ausgestellt.

Auf dem Time Square

Helen Mayer Harrison und Newton Harrison gehören zu den Pionieren der Öko-Art-Bewegung. Sie arbeiten seit fast 40 Jahren gemeinsam mit Biologen, Ökologen, Architekten, Stadtplanern und anderen Künstlern an ihren groß angelegten Projekten. Sie beinhalten unter anderem Flussrenaturierung, Stadterneuerung sowie land- und forstwirtschaftliche Aspekte.

Mit ihren visionären Projekten haben die Harrisons schon oft zum Umdenken in der Regierungspolitik angeregt. In Monschau sind sie mit „Die Verteidigung der Insel Manhattan” vertreten, einem Projekt, das sich mit dem Klimawandel und den dadurch entstehenden Folgen für eine Küstenstadt wie New York beschäftigt. Die Szenarien sollen auf großen Anzeigetafeln auf dem Time Square gezeigt werden. Doch das dauert noch mit der Umsetzung, weshalb Monschau in den Genuss einer Weltpremiere kommt.

Zur Ausstellung ein Katalog herausgegeben. Die Texte wurden von Dr. Paula Niemitz übersetzt, vom Kommunikationsdesigner Bernd Held gestaltet und sind im KuK Monschau käuflich zu erwerben. Die Ausstellung ist bis zum 13. Juni in den Räumlichkeiten des KuK Monschau, Austraße 9 zu sehen. Öffnungszeiten sind von dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
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