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Obersee: Tauwetter macht das Eis lebensgefährlich

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Auf Hinweisschildern wird das Betreten der Eisfläche des Obersees verboten. Das reicht nicht, denn deutlich sind jede Menge Fußspuren auf der allmählich wegtauenden Eisfläche zu sehen. Foto: Ernst Schneiders

Einruhr. Das Tauwetter hat die Eifel gepackt. Die Schneemassen verharschen oder werden hässlich braun, und auch auf dem Obersee wird die Eisdecke immer dünner. Die beiden Schiffe der Weißen Rursee-Flotte am Anleger in Einruhr dümpeln bereits wieder im eisfreien Wasser.

Nur wenige hundert Meter entfernt haben Anwohner beobachtet, dass immer noch Menschen über das Eis laufen. Fußspuren sind deutlich zu sehen. Es waren wohl auch Hunde mit dabei.

Diese Menschen haben mit ihrem Leben gespielt, betont Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER). Besonders auf dem Obersee, durch den die Rur quasi hindurchfließt und dann über einen Überlauf in den Rursee mündet, gebe es aus diesem Grunde immer noch so genannte Restbewegungen des Eises.

Hinzu kämen die Unwägbarkeiten aufgrund schwanker Pegelstände. Überdies sei das Eis nicht an allen Stellen gleich dick. Entsprechende Anfragen würden vom WVER deshalb auch nicht beantwortet. Seiler: „Nicht einmal, wenn wir wüssten, wie dick das Eis ist, würden wir es sagen, damit niemand auf die Idee kommt, aufgrund unserer Angaben aufs Eis zu gehen.”

Dennoch kommen alle Jahre wieder Menschen auf die Idee, den zugefrorenen Obersee zu betreten, obwohl das grundsätzlich verboten ist. Marcus Seiler: „Es ist sicherlich ein toller Spaß, auf dem Obersee Schlittschuh zu laufen. Aber es gibt gute Gründe, nicht aufs Eis zu gehen, denn man riskiert Gesundheit und Leben.”

Wer ins Eis einbricht, der erleidet einen Kälteschock, der lähmt und Reaktionsvermögen sowie Beweglichkeit stark beeinträchtigt. Laut Seiler haben jüngste Vorfälle in Stolberg und Köln gezeigt, dass mit den Risiken nicht zu spaßen ist. In Stolberg ging die Sache gerade noch mal gut, in Köln nicht. Dort starb ein junger Mann kurz nach dem Unglück im Krankenhaus.

Am Ufer des Obersees sind Hinweisschilder aufgestellt, die das Betreten des Eises verbieten. Damit ist der Wasserverband juristisch auf der sicheren Seite. Die Einhaltung dieses Verbotes kontrollieren kann der VWER nicht, weil er keine hoheitlichen Rechte hat. Und den Obersee einzäunen könne man schließlich auch nicht, so Seiler. Also bleibe nur, an die Eigenverantwortung der Menschen zu appellieren: „Eltern haften nicht nur für ihre Kinder, sondern auch für sich selbst.”
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