Aachen - OB Philipp empört über Firmenabwerbung

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OB Philipp empört über Firmenabwerbung

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Es knallt zwischen der Stadt Aachen und der Städteregion. Jüngster Anlass: die Standortsuche des in Aachen ansässigen Stadtwerke-Verbundes Trianel, in die sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion (WFG) nach Ansicht von Oberbürgermeister Marcel Philipp unbotmäßig einmischt.

Seiner Empörung darüber verleiht der OB in einem geharnischten Schreiben an WFG-Geschäftsführer Axel Thomas deutlichst Ausdruck. Abschließend bittet er gar den WFG-Chef und Städteregionsrat Helmut Etschenberg „zur vertieften Klärung dieses Sachverhaltes” mit dem Aachener Wirtschaftsförderer Manfred Sicking zu „einem Gespräch in mein Amtszimmer im Rathaus”.

Stein des Anstoßes ist der Erweiterungsbedarf der Trianel GmbH, die seit ihrer Gründung in Aachen ansässig ist, wie Philipp betont. Und das soll auch so bleiben. Daraus macht er keinen Hehl. „Außer Frage steht, dass Aachen weiterhin Standort des Unternehmens sein wird”, schreibt er. Seit Monaten stehe man mit der Unternehmensspitze in Kontakt, derzeit würden mehrere Optionen intensiv geprüft, um einen Standort zu finden, der „dem Erweiterungsbedarf gerecht wird”.

„Nicht hinnehmbar”

Brüskiert fühlt sich Philipp nun, dass sich Thomas als WFG-Geschäftsführer „aktiv und in ungewöhnlicher Form” eingeschaltet habe. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Sie ohne Abstimmung mit unserer Wirtschaftsförderung Kontakt mit Aachener Unternehmen aufnehmen. Der Eindruck, der bei den Unternehmen entsteht, ist der einer unprofessionellen Bestandspflege und einer Region, die zur Zusammenarbeit offensichtlich nicht in der Lage ist”, heißt es an Thomas adressiert.

Und: „Ebenso werden wir es nicht hinnehmen, dass solche Kontaktaufnahmen zum Zweck des Abwerbens stattfinden. Wenn das der politische Wille der Gebietskörperschaften ist, die die WFG tragen, dann gehen wir in der regionalen Zusammenarbeit schweren Zeiten entgegen.” Philipp sagt, dass „klar eine Grenze überschritten” worden sei.

Nachvollziehen kann Thomas die Empörung nicht, habe er doch einen „Auftrag von WFG-Aufsichtsratsmitgliedern gehabt, Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen”. Und er betont: „Der Geschäftsführer ist durch Vertrag und Satzung gebunden, dies umzusetzen.” Dies habe er in Form eines Beratungsangebots getan, zumal zu diesem Zeitpunkt bereits ein „Gesprächsvermerk” vorgelegen habe, „demzufolge der potenzielle Kunde auch Interesse an Standorten außerhalb der Aachener Stadtgrenzen hatte - unter Voraussetzung der Autobahnnähe sowie einer guten Bus- und Bahnanbindung”, sagt Thomas und betont, dass Aachen kein WFG-Gesellschafter sei.

Will heißen: „Die Situation ist fast vergleichbar mit anderen Nachbarn wie den Kreisen Heinsberg und Düren. In diesen Fällen würden wir genauso schwungvoll an die Sache herangehen.” Klaus Dieter Wolf, Chef der CDU-Fraktion im Städteregionstag, unterstützt ihn: „Wirtschaftsförderer sind in erster Linie der Wirtschaft und der Unternehmen verpflichtet. Die können dann auch schon mal anecken. Ich sehe nicht, dass dadurch die Welt einstürzt.”

Städteregionsrat Etschenberg kann die Kritik Philipps indes nachvollziehen: „Ich kann verstehen, dass die Form der Kontaktaufnahme nicht positiv bewertet wird. Ich sehe aber keine Veranlassung für ein Gespräch in der vorgeschlagenen Runde.” Einen Gedankenaustausch zwischen WFG-Chef und OB könne er sich aber als hilfreich vorstellen.
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