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Nur wenige Luchse finden bisher den Weg in die Eifel

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Tierschützer hoffen, dass ich der Luchs wieder in der Eifel ansiedelt. Sollte es so kommen, wird das eine zähe und langwierige Angelegenheit. Foto: imago/McPhoto/Thielscher

Nordeifel. Was macht ein Luchsberater? Er berät einen Luchs, wie der Name sagt. Falsch! Luchsberater sind kundige Menschen, die Jäger, Landwirte und jeden Bürger beraten, der etwas über diese Raubkatze wissen möchte. Außerdem ist es deren Aufgabe, Beobachtungen zu verifizieren und zu dokumentieren.

Denn nicht selten kommt es vor, dass Meldungen über Sichtungen die Experten erst mit mehrwöchiger Verspätung erreichen. Dann ist es oft bereits unmöglich, beispielsweise DNA-taugliche Haarproben zu finden. Schließlich klären Luchsberater auch darüber auf, dass Menschen nicht auf dem Speisezettel dieser größten europäischen Raubkatze stehen. Im Gegenteil, wenn irgendwie möglich, gehen Luchse dem Menschen aus dem Weg. Die scheuen Katzen fressen alles Wild bis zur Rehgröße. Aber daran haben sie dann auch etwa eine Woche zu kauen.

Die Einsetzung von Luchsberatern vor geraumer Zeit war kein Zufallsprodukt, wie Gerd Ahnert, stellvertretender Leiter des Nationalparks Eifel, betont, „aber es ist ganz in unserem Sinne”. Ein flächendeckendes Netz von Beratung und Information solle es dort geben, „wo Luchse auftauchen könnten”. Die weitläufigen Wälder der Eifel und der Ardennen mit ihrem derzeit üppigen Bestand an Rehwild seien eine geradezu idealer Lebensraum für die Raubkatzen. Allerdings ist die dichte Besiedlung der Nordeifel mit ihren vielen Straßen wiederum hinderlich.

Dass demnächst die Eifel von Luchsen quasi überschwemmt wird, muss niemand befürchten. „Immer mal wieder”, so Dr. Ingrid Hucht-Ciorga vom Landesbetrieb Wald und Holz, gebe es entlang der deutsch-belgischen Grenze Hinweise auf die Raubkatzen, Haare, Losung, Spuren, Risse, Beobachtungen oder Fotos. Allerdings, so die Expertin der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung in Bonn weiter, seien die Beobachtungen in jüngerer Vergangenheit eher rückläufig, was aber nichts bedeuten müsse.

Das alles bewege sich quantitativ auf einem niedrigen Niveau, es handele sich um Einzeltiere. Wie die Situation in den belgischen und französischen Ardennen sei, vermochte Hucht-Ciorga nicht zu sagen. Der Natur etwas nachhelfen und Luchse auswildern, ist nicht beabsichtigt. Dr. Hucht-Ciorga: „Dafür ist der nordrhein-westfälische Teil der Eifel zu klein. Da ist NRW nicht primär am Zuge.”

„Im Nationalpark hätte niemand etwas dagegen, wenn dort Luchse leben würden”, bekennt Luchsberater Elmar Falkenberg, der den Job seit 2005 macht, „aber noch nie in den Genuss gekommen” ist, eine dieser schönen Raubkatzen live und in Farbe zu sehen. Falkenberg: „Einen Luchs in diesen Breiten in freier Wildbahn zu sehen, ist wie ein Sechser im Lotto.”

Keine eindeutige Zuordnung

Auch wenn der speziell geschulte Fachmann Falkenberg angefordert wird, um Spuren oder gar einen Riss zu untersuchen, „habe ich noch nie etwas gefunden, was zweifelsfrei einen Luchs zugeordnet werden könnte”. Das bestätigt Luchsberater Hermann Carl. Nicht selten würden Spuren und Funde auf einen Luchs hindeuten, seien aber zumeist alt und nicht mehr verwertbar.

Fachleute wie Hemann Carl und Elmar Falkenberg sehen mit einigen wenigen Blicken, ob die Raubkatze zugeschlagen hat. Denn katzenartige Raubtiere töten mit Kehlbiss und fressen mit Vorliebe das Muskelfleisch ihrer Opfer. Hundeartige Räuber jagen von hinten, hetzen das Wild und verletzen es an den Hinterläufen. Sie stürzen sich zuerst auf die Eingeweide. Auch wenn Tieren der Kopf abgetrennt wurde, ist das ein Werk hundeartiger Räuber. Elmar Falkenberg: „Wenn ein Luchs schneller an Ratten und Mäuse herankommt als an Rehe, dann frisst er lieber Ratten und Mäuse. Kein Jäger muss Angst haben, dass ihm ein Luchs das Revier leer frisst.”

Angst muss vor den Raubkatzen ohnehin niemand haben, so Dr. Hucht-Ciorga. Ein Luchs sei für Menschen nicht gefährlicher als ein Fuchs, ein Reh oder eine Maus. „Auch Mäuse können Menschen beißen, und wenn sie krank sind, kann das für den Menschen gefährlich werden.”

Beobachtungen melden

Hucht-Ciorga appelliert an die Eifelbevölkerung, den Luchsberatern eventuelle Beobachtungen möglichst unverzüglich zu melden. Für die Region sind das Hermann Carl (Simmerath/Monschau), Elmar Falkenberg (Nationalpark), Konrad Hecker (Hürtgenwald) und Stephan Miser (Biologische Station).
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