Nur Tristesse und Zerstörung der Natur

Von: Ernst Schneiders
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Nicht nur das Fundament und di
Nicht nur das Fundament und die Aufbauten für eine Windkraftanlage in Waldalgesheim sind beeindruckend, sondern auch der Verluist an Natur rings um die große Windmühle. Foto: Rainer Ständer, Ernst Schneiders

Rott. Rainer Ständer, Wolfgang Ophoven und Walter Frohn bilden die Rotter Fraktion der Windparkgegner. Sie sind zwar nicht Mitglieder der Roetgener Bürgerinitiative, jedoch Brüder im Geiste. Auch in Rott regt sich Widerstand dagegen, dass „ein intaktes Waldgebiet mit vier Naturschutzgebieten zerstört wird”.

Die Bürger fühlen sich von der Aachener Umweltdezernentin Gisela Nacken „arglistig getäuscht”, denn Waldalgesheim, das auf der Bürgerinfo im Kornelimünster Ende März als vorbildlich dargestellt worden sei, hat nach Einschätzung der Windpark-Gegner absolut nichts Vorbildliches. Für den Vortrag im Inda-Gymnasium habe man die modernen Möglichkeiten der Fotobearbeitung genutzt. Vor Ort, wenn man die Anlagen und deren Umgebung mit eigenen Augen sehe, vergehe einem die Begeisterung sehr schnell. Tristesse und Naturzerstörung, wohin man schaue, berichtet Rainer Ständer von seinem Ausflug nach Rheinland-Pfalz.

Der Bericht seines Mitstreiters löst bei Walter Frohn schlimmste Befürchtungen aus: Das Gefälle im Münsterwald, vor allem entlang des Vichtbachs, die deshalb erforderliche Größe der Fundamente, die erforderlichen Schutzflächen, Kiesdrainagen und anderes mehr führten bei Niederschlägen zu einer „Verschlammung” des gesamten Geländes und aller darin ausgewiesenen Naturschutzgebiete. Das werde auch von Hydrologen nicht bestritten. Walter Frohn: „Der Vichtbach ist auch ein Naturschutzgebiet. Das hat bisher nur noch niemand gesagt.”

Im Landschaftsplan der Stadt Aachen sei es untersagt, im Münsterwald ober- oder unterirdische Leitungen zu verlegen. Doch werde sich Gisela Nacken, in Personalunion Leiterin der Baubehörde, der Baugenehmigungsbehörde, der Landschafts- und der Wasserbehörde wohl selbst eine Befreiung von dieser Regelung erteilen. Auch der Landesentwicklungplan sehe die Nutzung eines Waldgebietes beispielsweise für Windkraftanlagen nur für den Fall vor, dass dieses Projekt außerhalb eines Waldgebietzes nicht zu realisieren sei. Außerdem sei in diesem Falle darauf zu achten, dass der Eingriff in die Natur auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werde. Sollte der Windpark, wie vorgesehen, im Münsterwald errichtet werden, dann seien in Rott der Uelenbenderweg und Rotterdell unmittelbar betroffen.

Beste Windverhältnisse

Rainer Ständer: „Wenn es diesem Windpark gibt, dann hat sich das Thema nicht nach Ende der Nutzungsdauer von vielleicht 20 Jahren erledigt und er wird dann, wie vorgeschrieben, zurückgebaut. Der wird dann mit moderneren und leistungsstärkeren Anlagen umgerüstet. Wir und vielleicht noch nicht einmal unsere Kinder werden erleben, dass dort rückgebaut wird.”

Dabei stelle die aktuelle Windpotenzialkarte der Stadt Aachen dem Münsterwald ein denkbar schlechtes Zeugnis aus, denn, gemessen in 50 Metern Höhe, gebe dort nicht mehr Wind als in der Aachener Innenstadt.

Die „allerbesten Windverhältnisse” gebe es im Wald zwischen der Lütticher und der Eupener Straße. Doch von einem Windpark in diesem Gebiet sei in der Kaiserstadt keine Rede. „Warum eigentlich nicht?”
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