Simmerath - Nur „Raser und Heizer” sind nicht erwünscht

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Nur „Raser und Heizer” sind nicht erwünscht

Von: P. St.
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„Touristische Ausflügler auf zwei Rädern” sind in der Eifel nach wie vor willkommen im Gegensatz zu „Rasern und Heizern.” Foto: Archiv/psm

Simmerath. „Einige Wellen geschlagen” hat laut Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns eine Resolution der Gemeinde Simmerath gegen den Motorradlärm im Gemeindegebiet.

Diese Resolution ist am 28. September 2010 verabschiedet worden, und hat zum Ziel, „Raser und Heizer” auf den Eifelstraßen zu stoppen. Die Motorradtouristen sind nach wie vor gern gesehene Gäste.

In der zurückliegende Sitzung des Strukturausschusses fasste der Bürgermeister die bislang vorliegenden Reaktionen noch einmal zusammen.

MdB Thomas Rachel aus Düren, der auch parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung ist, hat Unterstützung zugesagt und das Anliegen an das Verkehrsministerium weiter geleitet.

Das Bundesministerium für Verkehr kündigte eine Änderung an, wonach bei „immissionsrelevanten Fahrzeugmanipulationen” ein Erlöschen der Betriebserlaubnis, 135 Euro Geldbuße und drei Punkte in Flensburg folgen. Einer Halterhaftung und Frontkennzeichen steht das Ministerium jedoch skeptisch gegenüber. Außerdem werden verstärkte Anhaltekontrollen empfohlen.

MdB Oliver Krischer aus Düren (gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Nationalpark) sagte volle Unterstützung zu. Zur Zeit werde eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zu dem Thema erarbeitet. Zum Beginn der nächsten Motorradsaison ist vom Förderverein Nationalpark zudem eine Podiumsdiskussion in Vorbereitung. Auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz ist zur Teilnahme eingeladen worden.

Das Wahlkreisbüro von MdB Ulla Schmidt teilte mit, dass man die Resolution vollinhaltlich unterstütze und bereits Kontakt mit NRW-Minister Voigtsberger aufgenommen habe. MdL Armin Laschet sagte für sich und seine Fraktionskollegen Unterstützung in Form einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung zu.

Bereits zuvor hatten die Landtagsabgeordneten Rolf Seel (Düren), Klaus Voussem (Euskirchen), Axel Wirtz (Stolberg) und Josef Wirtz (Düren) eine kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, die inzwischen beantwortet wurde. Die Landesregierung teilt im wesentlichen die in der Resolution dargestellten Missstände und deren negativen Auswirkungen auf Anwohner und Touristen. Sie sieht als geeignete Mittel zur Begegnung bzw. Eindämmung in erster Linie die gezielte Überwachung und eine abschreckende Sanktionierung. Auch sei man bestrebt, im Rahmen von Gesprächen mit Motorradverbänden das Problembewusstsein für den Lärmschutz zu erhöhen.

Die geforderte Reduzierung des zulässigen Dezibelwertes für Kräder auf 70 db(A) sei durch nationale Vorschriften nicht zulässig, da es sich um eine europarechtliche Regelung handele. Seit November 2010 liefen Bemühungen dahingehend, bei der weiteren Behandlung der EU-Verordnung auf eine Reduzierung im Bereich von 2 bis 3 db(A) zu drängen, was faktisch einer Halbierung des Geräuschpegels entspreche.

Die Landesregierung sieht die Einführung von Frontkennzeichen als nicht zielführend, da die Fahrerermittlung durch Helme und Visiere behindert sei.

Der Städte- und Gemeindebund NRW teilt die Einschätzung, dass der Motorradlärm auf kurvenreichen Strecken in landschaftlich reizvollen Gegenden ein erhebliches Problem darstellt. Ferner beabsichtigt er, das Thema im monatlich erscheinenden Verbandsorgan „Städte- und Gemeindetag” zu beleuchten und wird in einer der nächsten Ausgaben hierin Raum für eine Darstellung des Problems aus kommunaler Sicht gewähren.

Außerdem noch unterstützt der Rat der Stadt Baesweiler und der Stadt Alsdorf die Resolution. Der Rat der Stadt Herzogenrath sieht es als zielführender, wenn der Städteregionstag einen solchen Beschluss fassen würde. Der Städteregionstag hat die Resolution am 16. Dezember 2010 verabschiedet.

Keine weiteren Sperrungen

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns widersprach dem Eindruck, dass die Gemeinde Simmerath ein gänzliches „Vertreiben” aller Biker von den Eifelstraßen verfolge: „Die Initiativen richteten nicht gegen die Biker allgemein sondern ausschließlich gegen die Raser und Heizer wendet, die mit manipulierten Auspuffanlagen und unter Missachtung aller Geschwindigkeitsvorschriften auf Rundkursen neuen Streckenrekorden hinterher fahren.”

Die touristischen Ausflügler auf zwei Rädern, die auch die weitaus überwiegende Zahl der Kradfahrer darstellten, „sind nach wie vor gern gesehene Gäste unserer Region”. Auch seien von keiner Seite weitere Straßensperrung für Zweiräder angedacht worden.
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