Simmerath - Nur im Wald ist Platz für weitere Windräder

Nur im Wald ist Platz für weitere Windräder

Von: rpa
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Windkraft als Thema im Planung
Windkraft als Thema im Planungsausschuss: Im Lammersdorfer Wald werden nun sogenannte „Windenergiekonzentrationszonen” ausgewiesen. Foto: Peter Stollenwerk

Simmerath. Wind gibt es wohl genug, doch sind nur wenige Bereiche in der Gemeinde Simmerath geeignet, um darin Windparks einzurichten. Zonen, in denen Windkraftanlagen konzentriert werden können, gibt es lediglich im Lammersdorfer Wald, rechts und links der Bundesstraße 399.

Die Gemeinde wird, so hat nun der Planungsausschuss entschieden, den Flächennutzungsplan ändern und im Lammersdorfer Wald sogenannte „Windenergiekonzentrationszonen” ausweisen. Die für die „Windräder” vorgesehene Fläche (Ausweisung im Flächennutzungsplan) ist etwa 739 Hektar groß, möglich sind dort insgesamt höchstens 20 Windkraftanlagen.

Besonders wichtig dabei ist: Durch die künftigen Anlagen darf die Bevölkerung in Lammersdorf nicht zusätzlich zu den bisherigen Emissionen belästigt werden, dies forderte nun vor allem Manfred Sawallich von der SPD-Fraktion. Und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns versicherte: Der Abstand zwischen Wohnbebauung und Windkraftanlage werde mindestens 1000 Meter betragen, auch wenn rechtlich ein geringerer Abstand möglich sei.

Mit dem Thema „Windkraft” hat sich nun eingehend der Simmerather Planungsausschuss befasst, dabei stellte Angelika Halbig vom Büro „Björnsen Beratende Ingenieure GmbH” die aktuelle Windkraft-Potenzialstudie für die Gemeinde Simmerath vor.

In dieser Studie wurde untersucht, welche Gebiete im Bereich der Gemeinde Simmerath geeignet sind, als Konzentrationszonen für die Windenergie ausgewiesen zu werden. Angelika Halbig listete auf, was alles berücksichtigt werden muss, ehe Konzentrationszonen ausgewiesen werden können. Besondere Beachtung müssen Wohngebiete, Einzelgehöfte (Abstandswerte) und Schutzgebiete finden.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde Simmerath 31 Schutzgebiete, das größte Schutzgebiet ist mit fast 540 Hektar der Dedenborner Buchenwald. In den verschiedenen Schutzgebieten leben Vogelarten (wie der Schwarzstorch, der Rotmilan und der Wespenbussard), die besonders windkraftempfindlich sind. In der Wasserschutzzone I sind Windenergieanlagen grundsätzlich unzulässig.

Zudem gibt es in den Wäldern schutzwürdige Biotope, die bei der konkreten Planung der Standorte für die „Windräder” berücksichtigt werden müssen. Wichtig ist nicht zuletzt auch das Windaufkommen. Die Potenzialanalyse kommt schließlich zu dem Ergebnis: Nur im Lammersdorfer Wald können links und rechts der B 399 Konzentrationszonen ausgewiesen werden.

Die Fläche nordwestlich der B 399 ist etwa 200 Hektar groß, ebenso die Teilfläche südöstlich. Beide Flächen haben in Ost-West-Richtung die größte Ausdehnung von 1,7 km. In diesen Gebieten weht (in einer Höhe von 100 Metern) im Durchschnitt der Wind um die 6,6 Meter pro Sekunde.

Eine kleine Fläche, etwa 100 Hektar, könnte im Bereich nördlich der Landesstraße 246 (Buhlert) als Kernzone für Windenergieanlagen ausgewiesen werden. Doch die Gemeinde wird dieses Thema vorerst zumindest nicht weiter erörtern, zumal ohnehin nur ein Teil der Fläche für die Windenergie genutzt werden kann, denn im westlichen Bereich soll nach den bisherigen Plänen das Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes angelegt werden.

Eifrig diskutiert wurde im Ausschuss über den Schutz der Bevölkerung in Lammersdorf vor Schall und Schatten. Mit Mehrheit abgelehnt wurde die Forderung von Manfred Sawallich von der SPD, im Beschluss festzuschreiben, dass die Bevölkerung in Lammersdorf durch neue Windkraftanlagen über das bisherige Maß nicht zusätzlich durch Lärm belästigt werden dürfe.

Frank Ewert von der CDU sah dafür auch keinen Grund, denn der „Gesetzgeber sorgt dafür, dass die Bevölkerung ausreichend geschützt” werde. Abhängig ist die Emission auch vom Typ (Bauart) der Windkraftanlage, daher müsse jeder Fall einzeln geprüft werden. Vom Ergebnis hängt auch der konkrete Abstand zur Wohnbebauung ab. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sicherte zu: „Auf jeden Fall wird der Abstand mindestens 1000 Meter betragen, auch wenn baurechtlich ein geringerer Abstand möglich ist”.

Der Planungsausschuss hat dann entschieden, im Lammersdorfer Wald links und rechts der B 399 Konzentrationszonen für die Windenergienutzung auszuweisen und den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern. Einzelheiten dazu müssen noch festgelegt werden. Dies geschieht dann vor allem in den Baugenehmigungsverfahren.

Einzig Hermann-Josef Bongard von der FDP lehnte die Ausweisung ab, weil die FDP in Simmerath sich grundsätzlich gegen den „ungeheuren Auswuchs der Windkraftanlagen” wehrt.

Der FDP-Sprecher sorgt sich um das Landschaftsbild, das immer weiter beeinträchtigt werde. Das Ziel der Gemeinde Simmerath: Die Umsetzung der Windparks soll möglichst so erfolgen, dass die Wertschöpfung in der Gemeinde Simmerath verbleibt.
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