Roetgen - Nur ganz knapp für den Kindergarten

Nur ganz knapp für den Kindergarten

Von: heg
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Roetgen. In einer von der SPD beantragten geheimen Abstimmung machte der Roetgener Rat mit denkbar knapper Mehrheit den Weg frei für die Errichtung einer Kindertagesstätte auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs. Bei einer Enthaltung sprachen sich 13 Ratsmitglieder für und zwölf gegen den Satzungsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans aus.

Zuvor hatte Bauamt-Mitarbeiter Dirk Meyer betont, dass die Zeit dränge, wenn man die Integrative Kindertagesstätte der AWO im Ort behalten wolle.

Das bisherige Domizil in der Wilhelmstraße sei definitiv zum Jahresende 2011 gekündigt, die neue, um zwei Gruppen vergrößerte Einrichtung soll schon nach den Sommerferien den Betrieb aufnehmen.

Die immer wieder gestellte Frage nach einem anderen geeigneten Grundstück verneinte Bürgermeister Manfred Eis auch diesmal. Ein Eigentümer wolle nicht verkaufen, für andere Grundstücke sei eine zeitraubende Bebauungsplanänderung nötig.

Prekäre Verkehrssituation

Gegen das Grundstück an der Ecke Hauptstraße/Mittelstraße sprechen nach Ansicht der Gegner vor allem die prekäre Verkehrssituation im Kreuzungsbereich an einer viel befahrenen Landstraße, die schon durch eine gegenüberliegende Privatschule stark belastet ist, aber auch der ungünstige Zuschnitt des Grundstücks. Die Befürchtungen wegen des kontaminierten Bodens konnte die Städteregion als Bauherr durch den Nachweis geeigneter Maßnahmen ausräumen.

Die schon im Bauausschuss mehrheitlich abgelehnte Änderung des Bebauungsplans für ein Grundstück im Ahornweg wurde nun auch vom Rat bestätigt. Hier sollte ein Teil einer gemeindeeigenen Spielplatzfläche in Bauland umgewandelt und verkauft werden, um ein hinterliegendes Grundstück einer Privateigentümerin zu erschließen.

Die Meinung geändert

Grundsätzlich hatte sich der Rat in einer Sitzung im Juli zwar schon für den Verkauf des Grundstücks an die Antragstellerin ausgesprochen, damit diese es jedoch wie gewünscht nutzen kann, musste die Festsetzung „Grünfläche mit Zweckbestimmung Spielplatz” im Rahmen einer Bebauungsplanänderung geändert werden. Gegen den Verkauf hatten damals Anwohner mobil gemacht.

Als sich Günther Severain (UWG) jetzt wunderte, dass es die damalige Mehrheit für einen Verkauf zu Baulandpreisen nicht mehr gibt, erklärte Frank Knur (SPD) klipp und klar, er habe sich damals vertan. Sein Fraktionskollege Herbert Gasch ergänzte, dass ihn die sachlich fundierte Darlegung eines Anwohners überzeugt habe und auch Janine Köster betonte, dass sie nach ihrem Gewissen entscheide.

Er sei generell dagegen, einen funktionierenden Kinderspielplatz anzutasten, erklärte Gerd Pagnia (Grüne), man könne das Interesse einer einzelnen Bürgerin nicht über das Allgemeinwohl stellen. Das mochte Dr. Georg Dittmer für die Liberalen nicht so eng sehen. Aber trotz der Einlassung von Bürgermeister Manfred Eis, der Spielplatz bleibe auch nach der Verkleinerung der drittgrößte im Gemeindegebiet, konnte sich eine deutliche Mehrheit von 16 Ratsmitgliedern nicht mit der Bebauungsplanänderung anfreunden.

Auf den Januar verschoben worden sind Beschlüsse über die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das geplante Nahversorgungszentrum Im Vennhof an der Ecke Faulenbruch-/Bundesstraße. Hier gebe es noch Bedenken von Fachbehörden. Michael Seidel (CDU) versprach schon jetzt eine heiße Sitzung, denn man könne von einem Investor nicht mehr verlangen als von einem anderen.
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