Niemand weiß, wie es nach dem Einsturz weitergeht

Von: Ernst Schneiders
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Ein Bild der Verwüstung bietet sich beim Blick in das Innere der Reithalle Mützenich. Zum Glück ist es beim Sachschaden geblieben. Foto: zva

Mützenich. Die Lage ist ausgesprochen kompliziert und Prognosen, wie es nach dem Einsturz des Reithallendachs am Heiligen Abend weitergehen wird, will niemand wagen. Deshalb gibt es auch keine konkreten Äußerungen aus den Reihen des Reitervereins St. Georg.

Die Gespräche mit der Versicherung und den Sachverständigen laufen. Terminvorstellungen, wann die Halle wieder hergerichtet ist, gibt es nicht. Für den Sommer 2011 terminierte Veranstaltungen wurden bereits vorsorglich abgesagt. Das kann also dauern.

Es geht bei der Geschichte um nicht weniger als um die Existenz des Vereins. Denn sollte die Versicherung im schlimmsten Fall, nichts oder kaum etwas zahlen, dann stehen die Mützenicher St. Georgs-Reiter nicht nur baulich vor einem Trümmerhaufen.

Soweit muss es nicht kommen, doch mehren sich die kritischen Stimmen, dass die Erbauer der Halle sich fachlich übernommen hätten. Auch wird Kritik laut, weil das Hallendach nach den Schneefällen nicht abgestützt oder gar vorsorglich geräumt worden sei, obwohl es unüberhörbar „geknirscht und geknackt” habe. „Man stelle sich lieber nicht vor, was passiert wäre, wenn die Halle beim Einsturz des Dachs voller Reiter gewesen wäre”, so einer der Kritiker.

Weitere Gerüchte schießen ins Kraut, wie bei solchen Anlässen üblich. Eines davon besagt, dass es keine neue Reithalle geben werde, sondern nur noch den normalen Reitstallbetrieb. All diese Fragen werden im Rahmen der Aufarbeitung beantwortet werden. Im Augenblick weiß niemand nichts Genaues. „Wir hängen völlig in der Luft”, so ein Kommentar aus den Reihen des Vereins.

Angesichts dieses Malheurs ist nicht nur der Verein, sondern offenbar ein ganzes Dorf enger zusammengerückt. Darüber freut sich unter anderem Marita Scheffen, Ehefrau des Vereinsvorsitzenden Ingo Scheffen, sehr: „Das macht Mut!” Die Welle der Hilfsbereitschaft im Ort, aber auch von anderen Vereinen, sei überwältigend und „sehr tröstlich” gewesen. Sogar Bürgermeisterin Margareta Ritter habe Trost gespendet und im Rahmen der städtischen Möglichkeiten Hilfe zugesagt.

Marita Scheffen: „Die Reiter sind sehr betroffen, schließlich hat jeder ehrenamtlich mit an der Halle gebaut. Jetzt liegt alles am Boden. Das ist niederschmetternd!”

Zumindest ist es gelungen, die 14 Pferde, die zum Zeitpunkt des Unglücks in ihren Boxen standen, aber zum Glück unverletzt blieben, anderweitig unterzubringen. Stellvertretend erwähnt Marita Scheffen die Familie Meurer, die erneut zur Stelle gewesen sei und zwei Tiere aufgenommen habe.

Andere Pferdehalter haben sich mittlerweile Richtung Aachen verabschiedet. Auch die Ställe für die übrigen Pferde sind nur Übergangslösungen, weiß Marita Scheffen: „Jeder Reiter muss zusehen, dass er etwas findet, wo er sein Pferd auch jetzt im Winter bewegen kann.” Ans Aufräumen ist erst dann zu denken, wenn Versicherungsvertreter und Sachverständige ihre Überprüfungen beendet haben.

Dem Reiterverein St. Georg stehen schwere Monate bevor.

Noch keine Endabnahme der Bauaufsicht

Ein Endabnahme der Reithalle Mützenich durch die Bauaufsicht der Städteregion Aachen gibt es noch nicht. Eine Baugenehmigung liegt allerdings vor.

Wie Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion, auf Anfrage erklärte, begleitet die Bauaufsicht das Objekt, das in mehreren Schritten errichtet worden sei, bereits seit dem Jahr 2003. Bei Beanstandungen der Behörde habe sich der Vereinsvorstand stets kooperativ gezeigt und die Mängel unverzüglich nachgebessert. Das gelte laut Funken für das zuletzt erstellte Brandschutzkonzept: „Auch hier war der Verein absolut kooperativ.”

Was den Einsturz des Hallendachs betrifft, liegt der Aufsichtsbehörde laut Funken die Bescheinigung eines Prüfstatikers vor, dass alle Werte korrekt berechnet worden sind.

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