Nideggen - Nideggen im 18. Jahrhundert: Johannes Schmitz und sein neues Buch

Nideggen im 18. Jahrhundert: Johannes Schmitz und sein neues Buch

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Nideggens Bürgermeisterin Mar
Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer präsentierte zusammen mit Prof. Dr. Günter Bers, dem Vorsitzenden der Joseph-Kuhl-Gesellschaft und Johannes Schmitz (Mitte) dessen Buch über Nideggen im 18. Jahrhundert. Foto: Andreas Bongartz

Nideggen. Dass das Verhältnis zwischen Nideggener Rat und Bürgern mitunter nicht gerade unkompliziert ist, ist nichts Neues. Um genau zu sein, ist es ein mehr als alter Hut.

So hat Dr. Johannes Schmitz die Geschichte der Kleinstadt im 18. Jahrhundert untersucht und bereits damals „unüberbrückbare Gegensätze zwischen Stadtrat und Bürgerschaft” gefunden.

„Die Spannungen zwischen der Bürgerschaft und den Ratsherren wurden ausgelöst, weil nur eine kleine Gruppe von begüterten Familien, die untereinander verwandt waren, als ratsfähig angesehen wurden. Die Nideggener Bürger warfen den Ratsherren Misswirtschaft und Verschwendung vor”, berichtete Schmitz jetzt im Ratssaal in der Begegnungsstätte am Nideggener Rathaus.

Dort stellte der in Neuss lebende Autor sein Buch „Nideggen im 18. Jahrhundert - eine Kleinstadt im Herzogtum Jülich zwischen Beharrung und Wandel” vor. Das 364 Seiten starke Werk ist in der Reihe „Forum Jülicher Geschichte” der Joseph-Kuhl-Gesellschaft erschienen. Schmitz, der als Geschichts- lehrer in Wuppertal arbeitet, hat sich in seiner Studie zur Geschichte Nideggens in der frühen Neuzeit auf die Jahre 1700 bis 1794 fokussiert. Für diesen Zeitraum gäbe es nämlich besonders viele Archivquellen. Und diese hat der Autor, der bereits im Rahmen seines ersten Staatsexamens über Burg Nideggen geschrieben hatte, hauptsächlich im Dürener Stadtarchiv gefunden.

Fünf Jahre lang hat Schmitz das Dürener Archiv, das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf sowie das Stadtarchiv Euskirchen nach Quellen über das Eifelstädtchen durchforstet, seine Funde abfotografiert und anschließend transkribiert. Eine Arbeit, die so mancher als trocken empfinden würde. Nicht so jedoch der 37-jährige Autor: „Ich finde es spannend, herauszufinden, dass die Menschen damals die selben Probleme wie heute hatten.”

In seinem Buch hat Schmitz alle Bereiche des städtischen Lebens untersucht. So erfährt der Leser, dass es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Nideggen zu einer Zersplitterung des Grundbesitzes und einer Verarmung der Bevölkerung kam. Im untersuchten Zeitraum konnte Schmitz zudem ein sukzessives Zurückdrängen der Stadtrechte Nideggens feststellen.

Unter anderem aufgrund der bereits erwähnten Spannungen zwischen Nideggener Rat und Bürgern: „Als es zu unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen Stadtrat und Bürgerschaft kam, setzte die Düsseldorfer Regierung 1773 den Stadtrat ab”, berichtete Schmitz. Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer konnte sich ob der Ausführungen hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Stadtrat und Nideggener Bevölkerung eine dezente Spitze nicht verkneifen konnte: „Geschichte wiederholt sich eben und manchmal wird man trotzdem nicht klüger.”

Das Buch „Nideggen im 18. Jahrhundert - eine Kleinstadt im Herzogtum Jülich zwischen Beharrung und Wandel” kann für 20 Euro im Buchhandel oder über die Geschäftsstelle der Joseph-Kuhl-Gesellschaft, in Jülich, Tel. 02461/ 7118, erworben werden.

Ebenfalls noch aktuell ist die Publikation „Kult und Ausstrahlung der Seligen Christina von Stommeln in Jülich, Nideggen und Stommeln im 20. Jahrhundert” (15 Euro).

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