Nicht ungefragt Leichen in die Zimmer legen

Von: V.M.
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Die Krimiautorin Carola Clasen
Die Krimiautorin Carola Clasen (Mitte) zu Gast in Monschau, hier mit ihrem Verleger Ralf Kramp und Bianca Lanio von der Monschau-Touristik. Foto: V. Monterey

Monschau. Nicht nur der Eifelsteig führt kreuz und quer durch die Eifel, sondern auch der neue Kriminalroman von Carola Clasen. Während einer Pressekonferenz im Rur-Café in der Monschauer Altstadt wurde nun der neue Roman „Tote gehen nicht den Eifelsteig” von der „Königin des Eifelkrimis”, Carola Clasen und dem Verleger des KBV Verlages, Ralf Kramp, im Beisein von Bianca Lanio von der Monschau-Touristik vorgestellt.

Für Freunde des Eifelkrimis gab es dann am Abend die einmalige Gelegenheit, bei der Premierenlesung im Bürgersaal des Auklosters dabei zu sein und der eigenwilligen Protagonistin, der Kommissarin Sonja Senger, beizustehen.

Dieses Mal geht es nicht per Zug, wie in einem der vorhergehenden sechs Romanen, sondern per Pedes durch die Eifel, und damit ist dieser Krimi wohl der erste, der den Eifelsteig zum Thema macht. „Das hat noch keiner gemacht”, sagt Kramp.

Die Strecke selbst gewandert

Der Eifelsteig mit seinen 313 Kilometern, von Clasen sehr liebevoll und im Detail beschrieben, fordert die beiden Ärzte Dr. Edgar Schramm und Dr. Lutz Winkelmann zu einer sportlichen Wette heraus. Der Gewinner soll die Stelle des Chefarztes in der Klinik Euskirchen bekommen. Edgar, der sportliche, startet in Kornelimünster, der unsportliche Lutz in Trier. Aber schon in Einruhr entdeckt der ehrgeizige Edgar die erste Leiche in einem Hotelzimmer und wandert von hier aus von einer Katastrophe zur nächsten. Hier ist dann auch der Zeitpunkt, wo Kommissarin Senger ins Spiel kommt, um den „verflixten siebten Fall” zu lösen.

Um für die Story zu recherchieren, ist die Autoren selbst in die Wanderstiefel gestiegen und hat sich mit schwerem Gepäck auf den Weg gemacht und ist die Etappen von Einruhr über Gemünd, Steinfeld und Blankenheim nach Mirbach abgelaufen, mit Einkehr und allem Drumherum. „Das war für mich sehr inspirierend”, erzählt Clasen. Auf dem „ziemlich heimtückischen Eifelsteig”, auf und ab und kreuz und quer durch die Eifel, eben um Wanderern ganz besondere Ausblicke zu gewähren, könne man sich eigentlich nicht verlaufen, so gut sei er beschildert. Aber man sei „herrlich allein” und man könne sich glatt „selbst verlieren”, schwärmt Clasen.

Seien viele Dinge auch verfremdet und Namen geändert, so sind für Ortskundige die Tatorte wohl herauszulesen. „Ich wollte den Hotels nicht ungefragt Leichen ins Zimmer legen”, begründet Clasen. Grundsätzlich seien die meisten Gasthäuser inzwischen aber nicht abgeneigt gegen Leichen, und „auch in Monschau ist noch Bedarf”, sinnt Clasen über ihren nächsten Fall nach.

Der erste Krimi, der die Eifel zum Tatort machte, spielte eigentlich in Hürth bei Köln, dem Heimatort der Autorin. Aber bei „Hürth” hätte der damalige Verleger nur mit den Achseln gezuckt. Da habe sie den Roman in die Eifel verlegt und die Kommissarin nach Trier versetzt. „Trier war mir aber zu weit weg zum Recherchieren”, erklärt Clasen, so dass die Kommissarin eine Halbtagsstelle in Euskirchen annehmen musste, wo man die begnadete Krimiautorin in der Polizeibehörde inzwischen sehr gut kennen würde.

Die gebürtige Kölnerin studierte Sprachen in Köln und war lange Zeit als Fremdsprachenkorrespondentin und beim Lokalradio „Radio Erft” tätig, bevor sie 1998 ihr erstes Buch schrieb. Inzwischen ist sie „Fulltime-Schriftstellerin”, sammelt im Sommer ihre Ideen und schreibt in der dunklen Jahreszeit ihre Kriminalromane. Zwar bräuchte sie immer eine gewisse Anlaufzeit, aber wenn sie angefangen habe, sei sie „sehr diszipliniert” und versuche mindestens zehn Seiten pro Tag zu schreiben, morgens und in aller Ruhe. Dabei seien nicht alle Handlungsstränge konstruiert und vorgeplant, „vieles entscheidet sich erst beim Schreiben”, erklärt Clasen.

„Erfrischend ungewöhnlich”

Vielleicht mache das ihre Bücher so „erfrischend ungewöhnlich”, so Kramp zu einer der „besten Autorinnen” seines Verlages. Auch in ihrem neuen Krimi spielt der Mord eine untergeordnete Rolle, auch hier ist es das „Spiel mit der Angst”, was sie von anderen Kriminalschriftstellerinnen abhebt. Der Leser soll fleißig mitzittern, wenn dem Protagonisten Egon der „Eifelkoller” befällt und von Etappe zu Etappe unheilvolle Zeichen darauf hinweisen, dass jemand ein böses Spiel mit ihm treibt. Das war dann auch am Abend der Fall, als Clasen vor 18 Liebhabern des Eifelkrimis las, unter anderen Claudia und Jörg Rosenthal aus Aachen, die auf einer „romantischen” Eifelsteigwanderung auf die Lesung aufmerksam gemacht worden waren und sich den heutigen Abend mit dem „immer wiederkehrenden Staatsanwalt” nicht entgehen lassen wollten.

Der Kriminalroman „Tote gehen nicht den Eifelsteig”, erscheint bei KBV und ist ab Ende Mai für 9,50 Euro im Handel erhältlich.
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