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Nicht nur in Monschau hat Charlier bleibende Spuren hinterlassen

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Monschau. In der Karnevalszeit stellt die Stadtbücherei Monschau in ihren Räumen eine umfangreiche Sammlung von Karnevalsorden des vor kurzem gestorbenen, unserer Region sehr verbundenen Pädagogen und Künstlers Erich Charlier aus.

Die Exponate können zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei in der Zeit von Donnerstag, 14. Januar, bis Freitag,19. Februar, im Gebäude der Sparkasse in der Laufenstraße 42 besichtigt werden.

Überregional bekannt

Zur Eröffnung der Ausstellung lädt der Förderverein alle Mitglieder, Freunde und die interessierte Öffentlichkeit für Donnerstag, 14. Januar, um 16 Uhr in die Räume der Stadtbücherei ein.

Erich Charlier, geboren am 27. Januar 1924, hat als Pädagoge, Rektor und insbesondere auch als Künstler im Monschauer Land und weit darüber hinaus bleibende Spuren hinterlassen. Überregional bekanntgeworden ist er durch seine Entwürfe für Kirchenfenster. Viele Kirchen in der Region tragen seine künstlerische Handschrift. Auch die Kirche St. Jakob in Aachen ist durch mehrere Fenster nach seinen Entwürfen geprägt.

Religiöse Werke, zu denen neben den Kirchenfenstern auch Entwürfe für Tabernakel oder Altarkreuze sowie Holzarbeiten und Zeichnungen zählen, sind nur die eine Seite des künstlerischen Schaffens von Erich Charlier. Die Bandbreite seines Schaffens reicht darüber hinaus von Zeichnungen und Aquarellen aus der Natur bis zu Vorlagen für Gemeinde- und Familienwappen.

Ausdrucksstarke Wappen

Wie seine Fensterbilder sind auch die Wappen in ausdrucksstarken, klaren Formen und Farben gehalten und nehmen nach heraldischen Grundsätzen Geschichte und besondere Merkmale der Orte bzw. Familien auf.

Auch die zahl- und detailreichen Karnevalsorden sind in ihrer Handschrift unverwechselbar. All das und vieles mehr wirkt in den Dorf- und Vereinsgemeinschaften weit über sein irdisches Leben hinaus. Damit erfüllt sich sein Leitmotiv „zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen“ auch über den Tod hinaus.

All dieses Engagement erfolgte seit über sechs Jahrzehnten ohne jedes Honorar, denn: Durch eine Verwundung im Zweiten Weltkrieg auf dem Russland-Feldzug erblindet und doch unerwartbar genesen, fühlte er sich in tiefer Gläubigkeit und Dankbarkeit selbst verpflichtet, sein Talent unentgeltlich zur Freude Gottes und der Menschen zu nutzen. Sein Werk wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, z. B. durch den päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“.

Als Pädagoge hat Erich Charlier im Laufe von vier Jahrzehnten rund 5000 Kinder unterrichtet und dabei an seinen Wirkungsorten – zuletzt war er Schulleiter der Grundschule Konzen (mit Imgenbroich und Mützenich) – das Dorf- und Vereinsleben mitgestaltet und in die Gemeinschaft hineingewirkt.

Künstlerische Begabung

Im Schulalltag setzte er seine künstlerische Begabung ein, um mit Illustrationen und Modellen den Lehrstoff anschaulicher zu gestalten. Es gibt heute kaum noch – und in Zukunft vielleicht gar nicht mehr – Schulleiter, die so ein Gemeinwesen prägt, wie Charlier es mit Hingabe über Jahrzehnte getan hat.

Dass Erich Charlier neben eigenen Entwürfen von Karnevalsorden (und Belegexemplaren der entsprechenden Orden) auch noch über eine umfangreiche Ordenssammlung verfügte, um die ihn manches Museum beneiden würde, zeigt eine weitere Facette seiner vielseitigen Interessen.

Auch davon profitiert die Ausstellung in der Stadtbücherei Monschau, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv initiiert wurde.

Wie schon im Karlsjahr 2014 konnte auch nun dazu auf die umfangreiche „Sammlung Charlier“ zurückgegriffen werden. Erich Charlier wurde noch im Jahr 2015 in die Planung der Ausstellung, die am Donnerstag beginnt, einbezogen.

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