Nicht jeder Weg in der Eifel ist für Radfahrer erlaubt

Von: P. St./ag
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Schöne Aussichten bei Schmidt: Radfahren in der Eifel ist selbst in kalten Jahreszeit sehr beliebt. Doch im Bereich des Nationalparks Eifel sind längst nicht alle Wege für Zweiradfahrer zugänglich. Foto: P. Stollenwerk
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Nur, wo das entsprechende Symbol zu sehen ist, dürfen sich Radfahrer im Nationalpark Eifel bewegen.

Nordeifel. Radfahren in der Eifel ist beliebt. Besonders seitdem die E-Bikes bei den Zweiradfahrern immer mehr an Akzeptanz gewonnen haben, sind auch die Höhenunterschiede kein ernstzunehmendes Hindernis mehr für den Gelegenheits-Radler.

Auch im Nationalpark Eifel bieten die Radfahrer neben den Wanderern längst ein vertrautes Bild.

Von den 240 Kilometern Wanderwegen im Nationalpark Eifel sind 104 Kilometer explizit als Fahrradwege ausgewiesen. Doch dies schließt nicht aus, dass es dennoch zu unerfreulichen Begegnungen kommt.

So berichtete jüngst ein Radfahrer, dass er auf dem Weg zum Aussichtspunkt Hirschley im Kermeter von einem Ranger, der gerade eine Wandergruppe führte, nach „Oberlehrer-Methode“ darauf hingewiesen worden sei, dass dieser Weg für Radfahrer gesperrt sei. Dies aber, so der Radfahrer, habe er aufgrund der Beschilderung nicht erkennen können. Aber selbst, wenn er ein Symbol übersehen haben sollte, empfinde er es als unangemessen, wenn ein Ranger die Frage stelle, ob man denn des Lesens nicht mächtig sei.

Auch andere Radfahrer berichten von Kollisionen mit der Nationalparkverwaltung im Wald, zum Beispiel Ulrich Braun aus Steckenborn, der kürzlich mit seiner Ehefrau im Kermeter mit E-Bikes unterwegs war. Ulrich Braun räumt ein, dass er als absolut Ortskundiger im Kermeter nicht darauf geachtet habe, welche Wege für Fahrräder freigegeben seien. Er gehe davon aus, dass alle Wege befahrbar seien, sollten sie nicht ausdrücklich mit Verbotszeichen für Radfahrer gesperrt seien.

Vom Parkplatz Paulushof im Kermeter fuhr das Ehepaar also auf einem breiten Weg bergab Richtung Rurberg, der zudem Lastwagen- und Baggerspuren aufgewiesen habe. Etwa einen Kilometer vor dem Rurseeufer, berichtet Ulrich Braun, sei man dann „rigoros gestoppt“ worden. Eine Dame in grüner Kleidung habe sich direkt in den Weg gestellt und eine Weiterfahrt untersagt, da sich die Radfahrer auf einem gesperrten Weg befinden würden.

Ebenso „rigoros“ sei dann das Angebot abgelehnt worden, abzusteigen und die Räder den letzten Kilometer bis zum Eintreffen auf dem Rurufer-Radweg in Richtung Staumauer Rurberg zu schieben. Man sei mit vielmehr deutlichen Worten dazu gezwungen worden, den Rückweg anzutreten. „Also haben wir kehrt gemacht und sind wieder ein paar Kilometer den Berg hinaufgefahren.“ Auf einem anderen Weg und mit zehn Kilometern Umweg gelangte das Ehepaar dann später nach Rurberg. Ab Woffelsbach musste man dann die Räder tatsächlich bis Steckenborn den Gansberg hinauf schieben, denn die Akkus der Elektrofahrräder waren inzwischen leer.

Der Ärger sitzt immer noch tief bei Ulrich Braun, obwohl die Begebenheit schon viele Woche zurückliegt. Er findet, dass es nicht sein dürfe, dass übereifriges Personal in dieser Weise mit Besuchern umgehe, auch wenn es sich wohl nur um einige „schwarze Schafe“ handele. Wenn man für die Eifel werbe, dann müsse die Natur auch in gewissem Umfang zugänglich bleiben und schon gar nicht dürfe ein solcher Umgangston um sich greifen.

Dass es „hin und wieder“ zu unfreundlichen Begegnungen mit Rangern komme, kann auch Uwe Kolke aus Monschau vom Verleih „Eifelrad“ bestätigen, aber dabei handele es sich um Ausnahmen. In der Regel würden die Nutzer angewiesen, welche Wege sie benutzen dürften. Während man im Bereich des Naturparks Nordeifel im Prinzip alle Wege nutzen dürfe, sei das im Nationalpark Eifel strenger geregelt. Hier sieht Kolke noch Handlungsbedarf für eine eindeutigere Ausschilderung.

Manfred Stein betreibt in Rohren einen Mountainbikeverleih und bietet geführte Touren an. Auch er kennt das Problem des Radfahrens im Nationalpark. Immer wieder komme es vor, dass seine Kunden Bußgelder zahlen müssten, weil sie mit dem Fahrrad unbewusst auf einem Weg unterwegs seien, der nicht als Radweg ausgewiesen sei. Das komme in der Sommer-Saison etwa fünf Mal vor, aber nicht jeder Kunde informiere ihn darüber.

„Es gibt Schilder, die Radwege ausweisen. Das heißt aber ja nicht automatisch, dass man auf den Wanderwegen nicht fahren darf“, sagt Stein. Das Problem sei, dass wenige Wege mit dem Radsymbol gekennzeichnet seien, auf den anderen gebe es meist aber auch keine Verbotsschilder. „Deshalb ist es insbesondere für Touristen schwer nachzuvollziehen, dass normale, breite Wanderwege für Radfahrer verboten sind“, sagt Stein.

„Alle Wege, die für Radfahrer offen sind, sind gekennzeichnet,“ bestätigt Annette Simantke von der Nationalparkverwaltung die praktizierte Regelung. Dem Radfahrer sei also empfohlen, sich vorher per Karte oder Infotafeln zu informieren. Das geschilderte Verhalten bei Vergehen „kennen wir von unseren Rangern eigentlich nicht“, sagte Annette Simantke, die dennoch nicht ausschließen will, dass es zu Kollisionen kommen kann. Hier müsse man auch Verständnis für die Ranger aufbringen, „die immer wieder die gleichen Ausreden hören“.

Sollte es jedoch Lücken oder Verbesserungsvorschläge bei der Ausschilderung des Radwegenetzes geben, sei man jederzeit für Hinweise dankbar.

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