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Neugestaltung des Dorfmittelpunktes Mulartshütte ist das Thema

Von: heg
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Noch lädt die Grünanlage am historischen Kreuz in Mulartshütte nicht zum gemütlichen Verweilen ein. Mit der Neugestaltung des Straßenbereichs einschließlich der gegenüberliegenden Ensembles Altes Jägerhaus/Nagelschmiede und Welters Schaart soll sich das ändern. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Der umfangreichste Punkt auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Roetgener Gemeinderates in dieser Legislaturperiode war die Neugestaltung des Dorfmittelpunkts in Mulartshütte.

Die Vertreter der beauftragten Planer, Hannes Ulhig vom Büro für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Frank Platzbecker vom auf Gewässer spezialisierten Büro Berg & Partner, stellten die Entwürfe vor.

Grundlage für die jetzige Planung war eine mit der „Zukunftswerkstatt Mulartshütte” abgestimmte und vom Rat im März beschlossene Vorlage. Neben einer optischen Aufwertung waren verkehrsberuhigende Maßnahmen und eine Entschärfung des Parkplatzproblems weitere wichtige Anliegen der Zukunftswerkstatt.

Schnell stellte sich heraus, dass im Großen und Ganzen die Planungen Zustimmung fanden, jedoch der Teufel im Detail steckte. Vorgesehen ist, die bisher dreiteilige und viel befahrenen Straßen durchschnittene Ortsmitte - die L 12 (Hahner Straße) mündet hier in die L 238, die Landstraße zwischen Zweifall und Rott/Roetgen, und führt mit einer Verschwenkung weiter nach Venwegen - mit den Ensembles historische Kreuzanlage, Bereich mit den denkmalgeschützten Gebäuden Altes Jägerhaus/Nagelschmiede und Grünanlage mit Brunnen „Welters Schaart” durch ein als Gehweg ausgelegtes Pflasterband zu umfassen und zu einem einheitlich gestalteten Platzbereich zusammenzufügen.

Die einzelnen Zonen sollen durch unterschiedliche Pflasterungen und Bepflanzungen gestaltet werden. Selbst Sitzbänke „zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität” und ein Beleuchtungskonzept sind in dem Entwurf schon berücksichtigt.

Die Einfahrten in den Platzbereich werden ebenfalls durch Pflasterungen gekennzeichnet, die Fahrbahnen sind durch Rinnen markiert. Das Gewässer Rommerichsief, das derzeit in einer völlig geradlinigen, künstlichen Rinne verläuft, soll renaturiert und in die Gestaltung einbezogen werden.

Claudia Ellenbeck (Grüne) fühlte sich durch vorgestellte Planung eher an eine städtische Fußgängerzone als an einen ländlich-historischen Dorfkern erinnert und fragte nach Alternativen, z.B. durch die Verwendung von Natur- statt Betonsteinen.

Sie unterstützte ebenso wie Dr. Georg Dittmer (FDP) die zuvor in der Fragestunde für Einwohner vorgebrachte Forderung, parkende Autos im Bereich Altes Jägerhaus dürften nicht die Sicht auf das Denkmalensemble verstellen.

Dirk Meyer, im Bauamt der Gemeinde federführend für das Projekt zuständig, machte deutlich, dass eine 100-prozentige Umsetzung aller Wünsche aus der Zukunftswerkstatt nicht erreicht werden könne, insbesondere eine weitergehende Einbeziehung der Hahner Straße derzeit nicht möglich sei.

Abstimmung mit Behörden

Zudem sei man, was die Verkehrs- und Gewässerführung angehe, nicht Herr des Verfahrens, sondern müsse sich mit den zuständigen Behörden abstimmen. Der Entwurf sei in enger Anlehnung an die Vorgaben der Zukunftswerkstatt entstanden, noch bestehende Einwendungen seien eher Einzelmeinungen.

Der Vorschlag der Verwaltung, erst nach der Abstimmung über die Planung eine erneute Bürgerversammlung in Mulartshütte einzuberufen, wurde von mehreren Ratsmitgliedern als nicht glücklich angesehen.

Michael Seidel (CDU) zeigte sich zwar grundsätzlich mit dem Entwurf einverstanden, war jedoch unzufrieden damit, dass nicht der Bauausschuss als der zuständige Fachausschuss beteiligt worden war.

Dr. Dittmer meinte, das sich der neue Rat noch einmal vor Ort umsehen sollte. Nach gut anderthalbstündiger Diskussion sah zwar Claudia Ellenbeck keine Notwendigkeit für eine Entscheidung und wollte einen Beschluss vertagen, es wurde jedoch gegen die fünf Stimmen der Grünen beschlossen, dem Grundkonzept der Planung zuzustimmen, bei der Abstimmung von Details nach einer weiteren Bürgerversammlung gegebenenfalls noch einmal den Bauausschuss zu beteiligen.

Die Kosten der Maßnahme sollen sich auf ca. 600.000 Euro belaufen, Geld, das in der Gemeindekasse natürlich nicht vorhanden ist. Deshalb ging die Diskussion auch darum, inwieweit die Planung noch veränderbar ist, wenn erst einmal diverse Fördertöpfe angebohrt sind.

Diese sind für eine schuldenfreie Gemeinde ohnehin eingeschränkt, wie Dirk Meyer erklärte. Was Gerd Pagnia zu der Bemerkung veranlasste, dann die Anträge doch lieber auf nächstes Jahr zu verschieben.
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