Neuer Glanz in 34 Meter Höhe

Von: P. St.
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Auch Pastor Michael Stoffels
Auch Pastor Michael Stoffels schaute sich den neuen Hahn an, solange er noch auf dem Boden war.

Simmerath. Golden, glänzend und gerade bildet seit einigen Tagen der Hahn auf dem Kirchturm der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wieder den höchsten Punkt im Ortskern Simmerath.

In knapp 34 Meter dreht sich der Hahn auf einem Kugellager nun wieder im meistens von Westen kommenden Wind, so wie es sich für einen richtigen Kirchturm gehört.

Im Zuge der Außensanierung des Kirchengebäudes ergriff die Pfarre die Gelegenheit, auch den Hahn auszuwechseln. Ein wuchtiger Teleskop-Autokran schob sich zentimetergenau zwischen den Kirchenmauern hindurch vor das Hauptportal - eine gute Stunde später war der Hahn wieder auf seinem alten Platz.

Über 60 Jahre hatte der alte Hahn bei Wind und Wetter auf der Kirchturmspitze die Stellung gehalten, und erst nach der Demontage konnte man erkennen, dass die Zeit ihre Spuren hinterlassen hatte. Der Drehmechanismus funktionierte nicht mehr, und die Verwendung verschiedener Metallsorten hatte die Korrosion begünstigt.

Wie stolz und schön glänzte in der späten Abendsonne dagegen der neue Hahn! Mit Mast und Kupferkugel bringt er es auf rund 65 Kilogramm. Die Kugel, auf der in luftiger Höhe tätige Firmen in den letzten Jahrzehnten ihre Signatur hinterlassen haben, konnte wieder verwendet werden, ebenso auch der Mast erfüllt nach gezielter Behandlung wieder seine Funktion .

Der neue Hahn besteht jetzt aus fünf Millimeter starkem Edelstahl und ist exakt seinem Vorgänger nachempfunden. Metallbaumeister Peter Poschen fotografierte das alte Stück, die Schablone wurde eingelesen und mit 4000 bar Druck wurde der neue 80 Zentimeter breite Hahn mit Hilfe einer Wasserstrahl-Maschine ausgeschnitten.

Ihr endgültiges Gesicht erhielten Hahn und Kugel aber erst durch die Vergoldung mit 25-karätigem Gold nit einem Materialwert von 1000 Euro. „Das hält länger als jede Lackierung”, begutachtet Malermeister Horst Braun seine Arbeit. Sein Vater Alfred Braun war nach nach dem Krieg schon für die Vergoldung des jetzt ins Depot wechselnden Vorgängers zuständig. Pastor Michael Stoffels, der ebenso wie andere interessierte Beobachter dem Aufbau beiwohnten, trug den Hahn persönlich in die Requisitenkammer.

Wie ein Spielzeug

Der 95 Tonnen-Kran der Firma Henn hob den Hahn wie ein Spielzeug in die Höhe. „Es wird nicht einmal Gewicht angezeigt”, schmunzelte Kranführer Christoph Hüpgen, der es normalerweise gewohnt ist, andere Lasten zu bewegen.

Auf der Turmspitze nahmen dann Klaus Schlepütz und Gereon Breuer von der Firma Poschen das goldige Stück entgegen und setzten es passgenau auf den vorbereiteten Sockel. Architekt Josef Röhrlich, Dachdecker Axel Piana und Peter Poschen peilten vom Gerüst aus mit Augenmaß, damit der Hahn auch gerade sitzt.

Nach der gelungenen Aufstell-Aktion ist das Turmdach nun fertig, die Außen-Sanierung des Kirchengebäudes aber noch lange nicht. Josef Mohren vom Simmerather Kirchenvorstand freut sich, dass neben der Turmsanierung das Bistum nach ausgiebigen Verhandlungen nun auch einen kompletten Außenanstrich sowie die gesamte Dachsanierung mit einem Kostenvolumen von rund 500.000 Euro genehmigt hat. Schließlich herrschte bei allen Beteiligten Einigkeit darüber, dass die alten Eternitplatten ihren Dienst getan hatten.

Im Herbst, so hofft man, soll die Simmerather Pfarrkirche dann wieder mit ihrer typischen schneeweißen Fassade über Simmerath strahlen - mit einem vergoldeten Hahn als Krönung. Die Hahn-Sanierung ist übrigens nicht Teil der Baumaßnahme. Dank des Entgegenkommens mehrerer Gönner konnte diese Aktion problemlos eingebunden werden.
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