Kalterherberg - Neuer Eifeldom aus Kupfer und Messing

Neuer Eifeldom aus Kupfer und Messing

Von: Thomas Kreft
Letzte Aktualisierung:
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Bei der Arbeit: Der 83-jährige Stolberger Simon Simons rekonstruiert historische Bauten. Sein 51. Stück wird der Eifeldom sein. Foto: Thomas Kreft

Kalterherberg. 50 historische Bauwerke hat Simon Simons schon aus Kupfer und Messing rekonstruiert. Die Liste reicht vom Aachener Dom bis zur Eupener Nikolauskirche, von Neuschwanstein bis zur Dresdner Frauenkirche.

Der 83-jährige Stolberger ist gelernter Maschinenschlosser, zuletzt wirkte er als Betriebsleiter. Dann kam der Ruhestand und damit viel Zeit.

Eines Tages fiel ihm ein Papierbausatz vom Aachener Münster in die Hände. Die Abwicklung der Fassaden müsse sich doch auf Kupferblech übertragen lassen, dachte er.

Als das Dömchen dann fertig war, kamen die nächsten Ideen. Und so kaufte er sich einen riesigen Kupfervorrat zusammen in Zeiten, als die Preise noch stimmten. Das Lager wurde leerer und das Wohnzimmer immer voller.

„Ich finde das trotzdem gut”, sagt Ehefrau Katharina. Simon Simons baut seine Modelle aus Passion, zum Verkauf hat er kaum eines seiner Werke angeboten. Entweder hat er sie verschenkt oder als Dauerleihgabe hergegeben.

50 Objekte hat der Künstler bereits gebaut, die meisten nach heimischen Vorbildern. Es sind z.B. St. Hubertus in Büsbach mit dem inzwischen abgerissenen Turm, Herz-Jesu in Münsterbusch, St. Peter und Paul in Eschweiler. Zuletzt wurde die 50 Zentimeter hohe Eupener Nikolauskirche fertig. Opus 51 ist jetzt in Arbeit: der „Eifeldom” St. Lambertus in Kalterherberg.

Auf Reisen ließ er sich inspirieren und fertigte auswärtige Bauten, etwa die Dome von Speyer und Limburg, die Abteikirche St. Blasien (Schwarzwald) und die Dresdner Frauenkirche nach, letztere sogar in zweifacher Ausführung, einmal in Messing, einmal in Kupfer. Unter den Profanbauten, 22 an der Zahl, sind neben einigen historischen Wohnhäusern, Amtsgebäuden und Wassermühlen die Burg Stolberg, der Zinkhütter Hof sowie das alte Eschweilerer Krankenhaus zu nennen, die dort auch jeweils stolz ausgestellt sind. Die Burgenromantik veranlasste Simons auch zum Nachbau der Schlösser Neuschwanstein und Hohenzollern.

Im Hobbykeller erklärt der Meister, wie er arbeitet. „Zuerst muss ich die Abwicklung der Hauptbauteile entwerfen.” Dazu hat er die Maße recherchiert, hat sich vorab Eindrücke verschafft. Etliche Fotos vom Eifeldom liegen auf der Werkbank. Dann wird auf dem Blech angerissen, mit der Blechschere ausgeschnitten und das ganze gefalzt. Anbauten und Turmspitzen fertigt Simons separat. Manche Bauten lassen sich später noch zerlegen, andere sind vernietet oder zusammengeklebt. Kniffelig seien die kleinteiligen Dachlandschaften, meint er, während er eine der Turmspitzen von St. Lambertus in der Hand wiegt.

Dann kommen die Details an die Reihe, die er einzeln mit Metallkleber auf die Flächen klebt. Da sind die Turmuhren mit Zeigern und Ziffernblättern, die Kreuze und die Wetterhähne auf dem Dach. Die vielen kleinen Steinquader schneidet Simons einzeln aus und klebt sie fest, die Fensterlaibungen bildet er aus Draht nach, ebenso die Fenstersprossen und die Lamellenfüllung der Glockenfenster. Wo der Eifeldom einmal stehen wird, weiß Simons noch nicht - er arbeitet eben aus Passion.
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