Neuer Anlauf für Großhotel in Simmerath

Von: P. St.
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Hotelplan
Die Pläne für das Großhotel in Simmerath auf dem Dorfplatz (links oben befindet sich der Rathausplatz) gibt es seit fünf Jahren. Nach Angaben des Projektentwicklers hat das Vorhaben einen Rückschlag erlitten.

Simmerath. Die Pläne von einem Großhotel in Simmerath mit 240 Betten haben lange geruht, seitdem im Jahr 2009 das Projekt auf dem Dorfplatz am Rathaus erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Doch im Hintergrund wurde weiter an der Idee gearbeitet.

Einige der bisher handelnden Personen müssen sich jetzt aber neue Betätigungsfelder suchen. Wie der Geschäftsführer der eigens für das gegründeten Hotel Simmerath Projektgesellschaft mbH & Co KG, Stefan Schepers jetzt mitteilt, „hat die Gesellschaft ihre Planungen für ein Hotel in Simmerath eingestellt“.

Zwar konnte, so Schepers, der auch Geschäftsführer der in Monschau ansässigen Immobiliengesellschaft bonafide ist, „ein attraktiver Vertrag mit einer internationalen Hotelgesellschaft für den Betrieb des Hotels in Simmerath abgeschlossen werden und auch die Gespräche mit den ins Auge gefassten Generalübernehmern waren positiv“, aber das „derzeitige Investitionsklima“ in Simmerath lasse eine Hotel-Investition nicht zu.

Die Gemeinde hatte auf der Grundlage eines einstimmigen Ratsbeschlusses die Zusammenarbeit mit der bonafide-Gesellschaft beendet, da es an dem für eine konstruktive Zusammenarbeit erforderlichen Vertrauensverhältnis mangele, so die Begründung.

Laut Schepers sei für den 1. Mai 2014 der Baubeginn für das Hotel geplant gewesen. Es habe zwar noch kein Baugenehmigung, wohl eine Bauplanung vorgelegen. Das Projekt habe laut Schepers, „kurz vor der Umsetzung“ gestanden, vor allem, weil „die Finanzierungszusage einer lokalen Großbank“ vorgelegen habe. Die durchaus schwierige Finanzierung habe man sich durch einen Kniff eröffnet, indem man jedem Kommanditisten eine bestimmte Anzahl von Hotel-Appartements zugeordnet habe. Von Seiten der Kommanditisten sei bereits ein Eigenkapital von fünf Millionen Euro verfügbar gewesen. Aktualisierte Pläne für die Umsetzung des Projektes waren der Gemeinde kürzlich vorgelegt worden.

Voraussetzung für das 16 Millionen Euro- Projekt, so Schepers weiter, „ist ein erhebliches finanzielles Engagement unserer lokalen Investoren. Diese waren bis vor kurzem dazu noch bereit“. Nach den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den Investoren und der bonafide auf der einen Seite und der Gemeinde Simmerath auf der anderen Seite, sähen aber entscheidende Investoren „keine Basis mehr für eine Investition dieser Größenordnung in Simmerath“. Schepers: „Ich bedaure, dass das Projekt gescheitert ist. Da steckten fünf Jahre Arbeit drin.“

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sieht das Hotel-Projekt für Simmerath keinesfalls als gescheitert an sondern will eine neuen Anlauf nehmen, denn Gemeinderat und Verwaltung befürworteten weiterhin den Bau eines solchen Hotels. Man sei gerne bereit, mit einem anderen Projektentwickler zu kooperieren. Die Beendigung der Zusammenarbeit mit der bonafide GmbH habe der Gemeinderat in Kenntnis der neuen Pläne getroffen. Es habe allerdings noch einige ungeklärte Punkte gegeben, was die Parkplatzsituation und das Finanzierungsmodell beträfen.

Mit der Hotel-Projektgesellschaft und den darin zusammengeschlossenen hiesigen Investoren wolle man eine weitere Zusammenarbeit prüfen, so Hermanns weiter, der durchaus „Investitionsbereitschaft“ erkennt. Diese Bereitschaft verlautete gegenüber der Lokalredaktion auch aus Kreisen der Investoren. Das für ein Großhotel vorgesehene Grundstück befindet sich noch im Besitz der Gemeinde Simmerath. Bis auf Weiteres, so Bürgermeister Hermanns abschließend, werde man das Grundstück für das Projekt vorhalten.

Nachdem in Simmerath die Türen geschlossen sind, so Projektentwickler Stefan Schepers, untersuche man nunmehr Projektstandorte in den Nachbarkommunen. „Vor allem in Monschau und Roetgen scheint man an der Hotelinvestition stark interessiert zu sein“.

In Monschau hätten bereits erste erfolgversprechende Gespräche mit einem Grundstücksverkäufer stattgefunden, der einen Teil seines Erlöses aus dem Grundstücksverkauf auch wieder in das Hotel investieren möchte. Aus Roetgen liege ein attraktives Angebot für einen Standort unmittelbar an der Bundesstraße vor. Ob und wie die Suche nach einem Standort für ein Hotel weitergehe, werde die Gesellschafterversammlung der Hotel KG im Januar 2014 beraten und entscheiden.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter hat zwar noch keine Kenntnis, wo ein solcher Standort sich befinden könnte, begrüßte aber grundsätzlich eine Investition in dieser Richtung. Auch Roetgens Bürgermeister Manfred Eis ist von einer aktuellen Entwicklung für eine Hotel-Investition bislang nichts bekannt, nur soviel: „Es gab schon einmal Pläne in dieser Richtung.“

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