Simmerath - Neue Schule: Simmerath plant jetzt mit Hürtgenwald

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Neue Schule: Simmerath plant jetzt mit Hürtgenwald

Von: P. St.
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Das Hauptschulgebäude in Klei
Das Hauptschulgebäude in Kleinhau: Ziehen hier demnächst Simmerather Gemeinschaftsschüler ein?

Simmerath. Bei der Neugestaltung der Schullandschaft in der Nordeifel hat der Simmerather Schulausschuss in seiner Sitzung am gestrigen Abend ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Nachdem die Verhandlungen mit der Nachbarkommune Monschau zur Bildung einer Gemeinschaftsschule aus Simmerather Sicht nicht zielführend verliefen, orientiert die Gemeinde sich nun in den Kreis Düren.

Angestrebt wird eine Kooperation der Hauptschulen Simmerath und Kleinhau mit zwei Schulstandorten sowohl in Simmerath wie auch in Kleinhau. Ferner ist eine Kooperation mit dem Franziskus-Gymnasium Vossenack angestrebt, das traditionell von zahlreichen Schülern aus der Gemeinde Simmerath besucht wird. Das Gymnasium hat inzwischen seine Bereitschaft erklärt als verbindlicher Kooperationspartner zu fungieren.

Die Zielrichtung der Verwaltung, bei der neu einzugehenden Schulpartnerschaft auf Augenhöhe” zu verhandeln, fand im Ausschuss breite Unterstützung.

Gleichzeitig wurden die seit Februar laufenden Verhandlungen mit der Stadt Monschau als gescheitert erklärt, indem die bisher gefassten Ratsbeschlüsse (Beteiligung am Modellversuch Gemeinschaftsschule, aber keine Beteiligung an der Trägerschaft) aufgehoben wurden.

Bei der Beratung im Ausschuss wurde noch einmal deutlich, mit welchen Schwierigkeiten von Beginn an die Verhandlungen zwischen Monschau und Simmerath behaftet waren, zumal sich bereits frühzeitig abzeichnete, dass Monschau einem zweiten Standort der Gemeinschaftsschule in Simmerath nicht zustimmen würde. Bestärkt fühlte sich Monschau als alleiniger Standort durch das Ergebnis einer Elternbefragung, worin sich zwei Drittel der Eltern für einen alleinigen Standort Monschau ausgesprochen hatten.

In Simmerath interpretierte man das Eltern-Votum allerdings ein wenig anders, da sich bei der Befragung die Simmerather Eltern mehrheitlich für zwei Schul-Standorte in Simmerath und Monschau ausgesprochen hatten.

Für höchste Verstimmung sorgte dann in Simmerath der Vorstoß der Monschauer Bürgermeisterin, durch die Bezirksregierung prüfen zu lassen, ob eventuell für den Ausbau des Hauptschulgebäudes in Simmerath bereits bewilligte Gelder nach Monschau „umgewidmet” werden können für den hier erforderlichen Ausbau der Elwin-Christoffel-Realschule als künftigem Standort einer Gemeinschaftsschule. Für eine solche Transaktion sah die Bezirksregierung allerdings keine rechtliche Grundlage.

In ihren Erläuterungen zur gestrigen Sitzung zitierte die Verwaltung aus einem Gespräch bei Regierungspräsidentin Gisela Walsken. An dieser Runde nahmen neben Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auch die beiden Schulausschuss-Vorsitzenden Waldtraud Haake (Monschau) und Franz-Josef Hammelstein (Simmerath) teil. Nachdem von Monschauer Seite eine erneute Standort-Diskussion abgelehnt worden sei, habe die Regierungspräsidentin „ein weiteres Gespräch in dieser Zusammensetzung für nicht mehr angebracht” erklärt.

Schülerzahlen reichen aus

Wenige Tage nach diesem Termin nahm die Simmerather Verwaltung dann Kontakt mit der Gemeinde Hürtgenwald auf. Die beiden Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Axel Buch führten ebenfalls ein Gespräch bei der Bezirksregierung, zudem wurde von allen Simmerather Ratsfraktionen die Kooperation mit Hürtgenwald unterstützt.

Was die Schülerzahlen betrifft, sieht man auf der Grundlage der vorliegenden Zahlen der Grundschulübergänger eine Gemeinschaftsschule Hürtgenwald/Simmerath als machbar an.

Als lösbar sieht die Verwaltung auch die Frage der Schülerbeförderung an, die dann neu und attraktiver gestaltet werden müsste.

Die große Unbekannte ist aber die derzeit noch fehlende gesetzliche Grundlage für eine Gemeinschaftsschule. Die Landesregierung strebt an, keine Schulversuch mehr zu genehmigen sondern die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen im Schulgesetz zu verankern.

Schon in einer „starken Ehe” mit Simmerath

Auch in den politischen Gremien der Gemeinde Hürtgenwald wird über die Kooperation zwischen den Gemeinden Simmerath und Hürtgenwald zur Bildung einer Gemeinschaftsschule mit zwei Standorten diskutiert. Der Schulausschuss gab der Verwaltung in seiner Sitzung am Dienstag den Auftrag Gespräche mit den Nachbarkommunen, „insbesondere mit Simmerath”, zu führen, um vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen zur Bildung einer Gemeinschaftsschule zu gelangen.

Aber auch andere Kooperationsmodelle, zum Beispiel mit Nideggen und Kreuzau sollten nicht aus den Augen verloren werden, auch wenn aus diesen beiden Kommunen im Gegensatz zu Simmerath noch keine Anfragen vorliegen.

Auch bei der Debatte im Schulauschuss Hürtgenwald wurde deutlich, dass es oberstes Ziel der politischen Kräfte ist, den Schulstandort Kleinhau zu erhalten. Kleinhau verfügt neben einer Hauptschule auch noch über eine Realschule.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch ließ eine deutliche Sympathie für eine Kooperation mit Simmerath erkennen, vor allem weil man sich bereits, wie er sagte, „in einer starken Ehe” mit Simmerath befinde, weil viele Schüler von dort das Vossenacker Franziskus-Gymnasium besuchten.

Neue Hauptschüler teilweise nach Kleinhau

Lediglich sieben Anmeldungen für die Hauptschule gingen bei der Gemeinde Simmerath für das Schuljahr 2011/2012 ein. Die Bezirksregierung hat daraufhin keine Eingangsklasse mehr zugelassen. Die meisten Eltern haben sich daraufhin entscheiden, ihre Kinder an die Hauptschule Kleinhau zu schicken.

Bereits am 5. April hatte der Rat die beginnende Auflösung der Hauptschule beschlossen. Die verbleibenden Schüler werden aber weiter in Simmerath beschult.
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