Roetgen - Neue Reitanlage: Therapie auf Pferderücken

Neue Reitanlage: Therapie auf Pferderücken

Von: Günther Sander
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Auf diesen Wiesen in der Bahnhofstraße soll eine Anlage für Therapeutisches Reiten errichtet werden. Foto: Günther Sander

Roetgen. Fast 55 Minuten „durchritt“ der Bauausschuss in seiner Sitzung zäh die Anfrage zum Neubau einer Anlage für Therapeutisches Reiten in der Bahnhofstraße, um dann schließlich am Ende im Galopp einen einstimmigen Beschluss hinzulegen.

„Ein gutes Projekt“, befand Silvia Bourceau (UWG), sie sei aber gespannt, was bei der Offenlage passieren werde. Für die Grünen wollten Gerd Pagnia und Gudrun Meßing mehr zu möglichen Geruchsbelästigungen wissen. Vom Architekturbüro „nbp architekten“ kam Entwarnung. Die Grenzwerte werden eingehalten, bewegen sich unter zehn Prozent.

Die Parkplatzsituation beschäftigte Franz-Josef Zwingmann (FDP), immerhin sei die Bahnhofstraße ein Wohnbereich. Die Offenlage werde vieles abklären, so der Architekt, man solle die Leute nicht im Vorfeld schon verrückt machen. Erst wolle man den Aufstellungsbeschluss hinbekommen.

Mit den Nachbarn werde man Konflikte vorab lösen können. Für Bauamtsleiter Dirk Meyer ist es eine „lösbare Aufgabe“, er sprach von positiven Gesprächen. „Roetgen besitzt viele Pferde, darum passt ein therapeutisches Reiten hundertprozentig in die Gemeinde“, versicherte Frank Knur (SPD). Er erinnerte an die soziale Komponente, um behinderten Menschen gezielt helfen zu können.

Platz für 15 Pferde

Günther Severain (UWG) sieht den Knackpunkt in der Offenlage, Gerd Pagnia riet, in das Verfahren einzusteigen. Was ist in der Bahnhofstraße geplant? Eine Bauherrin aus Roetgen hat derzeit in Aachen Grüne Eiche den ehemaligen Kohlshof als Arbeitsstätte gepachtet und strebt nun eine eigene Anlage in Roetgen an.

In der Bahnhofstraße gehören ihr das Haus und die Wiesen. In Roetgen hat die Fachfrau 2001 mit der Arbeit als selbstständige Reittherapeutin begonnen, siedelte 2004 nach Aachen über. Dank steigender Nachfragen kann sie nicht allen Interessenten einen entsprechenden Therapieplatz anbieten, es gibt Wartelisten.

Eine Reithalle ist für eine erfolgreiche Arbeit unverzichtbar, um kontinuierlich und qualitativ hochwertige Therapien anbieten zu können. Sie beabsichtigt, Platz für 15 Pferde auf der Anlage zu schaffen. Die Pferde sollen ein bis zwei Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche im Einsatz sein.

Der neue Betrieb werde kleiner als der jetzige in Aachen. Die Planung basiert auf durchschnittlich 20 Patienten/Reitern pro Tag. 2007 hat die Therapeutin die Gründung des „Fördervereins Reittherapie im Abenteuerland“ e. V. initiiert und ist Vorsitzende des Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Spenden zu sammeln und Sponsoren zu suchen, um Menschen – besonders Kindern und Jugendlichen – aus sozial schwachen Familien das therapeutische Reiten zu ermöglichen. Der Verein fördert zurzeit 25 Patienten.

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