Roetgen - Neue Kita: Wie kann das befürchtete Chaos verhindert werden?

Neue Kita: Wie kann das befürchtete Chaos verhindert werden?

Von: ag
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Auch die Zufahrt, die von der Hauptstraße aus an der rechten Seite der Kita Wackelzahn erfolgen soll, wurde untersucht und beurteilt: Festgehalten wurde, dass die Begegnung zweier Fahrzeuge an einer Engstelle derzeit nicht möglich ist. Das beauftragte Ingenieursbüro zeigte verschiedene Möglichkeiten zum Umgang mit dieser Situation auf. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Chaos befürchteten die Politiker in der Gemeinde Roetgen, als ihnen die Pläne der Städteregion Aachen für den Bau einer weiteren Kindertagesstätte hinter dem bestehenden Familienzentrum an der Hauptstraße in Roetgen erstmals vorgelegt wurden.

Die Politiker sahen insbesondere beim Bringen und Abholen der Kinder Probleme, worauf sich eine breite Diskussion über die verkehrstechnische Anbindung entspann. Schließlich wurde beschlossen, noch nicht über den Flächennutzungsplan zu entscheiden und zunächst die Verkehrssituation zu klären.

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde wurde das nun fertiggestellte Verkehrsgutachten von dem von der Städteregion beauftragten Ingenieurbüro vorgestellt und erläutert.

Für das Gutachten erfolgte an der Zufahrt der Kita Wackelzahn eine Verkehrszählung. Anschließend wurden die Ergebnisse für eine Prognose für den künftig zu erwartenden Verkehr herangezogen. Demnach ist auch nach der Projektentwicklung ein „leistungsfähiger Verkehrsablauf“ an der Einmündung gegeben.

Auch die Zufahrt, die von der Hauptstraße aus an der rechten Seite der Kita Wackelzahn erfolgen soll, wurde untersucht und beurteilt. Festgehalten wurde, dass die Begegnung zweier Fahrzeuge an einer Engstelle derzeit nicht möglich ist. Dennoch sei die Zufahrt derzeit ausreichend dimensioniert. Künftig würde es durch die Engstelle aber in der Spitzenstunde am Vormittag, wenn die meisten Kinder gebracht werden, „zu mehreren, kurzzeitigen Behinderungen im Verkehrsablauf“ kommen.

Das beauftragte Ingenieurbüro zeigte verschiedene Möglichkeiten zum Umgang mit dieser Situation auf. Entweder akzeptiere man die kurzzeitigen Behinderungen oder man regele die Situation durch eine entsprechende Beschilderung. Eine andere Möglichkeit sei der Aus- beziehungsweise Umbau der Zu- und Durchfahrt.

Das könne durch die Beseitigung eines Mauervorsprungs oder durch eine Verbreiterung der Zufahrt auf Kosten des angrenzenden Spielplatzgeländes erfolgen. Bei der Erstellung des Gutachtens war das Ingenieurbüro stets von den schlechtesten Bedingungen ausgegangen und hatte diese als Grundlage für seine Untersuchung verwendet.

Für Patrick Jansen (UWG) war es wichtig, dass auch die Belange und die Sicherheit der Fußgänger in diesem Bereich beachtet werden. Mit Blick auf die Fußgänger sah der Vertreter des Ingenieurbüros Schrittgeschwindigkeit der Fahrzeuge als ausreichende Maßnahme.

Auf Nachfrage des parteilosen Günther Severain erklärte Bauamtsleiter Dirk Meyer, dass man den Mauervorsprung als entbehrlich betrachte. Wolfgang Schruff (PRB) stellte einen generellen „Mangel an gegenseitigem Einvernehmen auf Parkplätzen“ fest. „Wichtig ist, dass die Fahrzeuge aneinander vorbeikommen“, sagte er.

Klaus Onasch (SPD) interessierte sich für die Park- und Verkehrssituation vor dem Kindergarten. Gudrun Meßing (Grüne) sprach von einer „psychologischen Engstelle“ und befürchtete durch den Autoverkehr „Lärm und Dreck“ in direkter Nähe zur Kita.

Franz-Josef Zwingmann (FDP) legte Wert darauf, dass auch Rettungsdienstfahrzeuge an der Engstelle aneinander vorbeikommen.

Michael Seidel (CDU) wollte wissen, ob die Gutachter eine andere Lösung vorschlagen würden, wenn man komfortabler planen könne. Dies wurde verneint. Außerdem wollte er wissen, ob es zu Rückstaus kommen könnte.

Dies sei ab 70 Fahrzeugen in der Stunde der Fall, lautete die Antwort. In der Spitzenstunde am Vormittag gehen die Gutachter von 54 Fahrzeugen pro Stunde aus.

Leonie Keulen (UWG) befürchtete weiterhin Chaos, „wenn alle gleichzeitig kommen“. Außerdem regte sie eine optische Abgrenzung zur Durchfahrt beziehungsweise einen Gehweg für Kinder an dieser Stelle an. Verkehrstechnisch sei dies nicht nötig, erklärte der Vertreter des Ingenieurbüros.

Bernd Vogel (PRB) fragte, ob das zum Ensemble der Alten Schule (Kita Wackelzahn) gehörende Mauerstück möglicherwiese denkmalgeschützt sei. Außerdem legte er Wert darauf, dass die Zufahrt zu der neuen Kita der Städteregion breit genug für die Fahrzeuge der Feuerwehr sein wird.

Es werde eine langfristige Lösung gebraucht, die auch die Begegnung von Fahrzeugen an der Engstelle erlaube, sagte Bernhard Müller (Grüne) und sprach sich deshalb dafür aus, den Spielplatz ein wenig zu verkleinern, um genügend Platz für die Zufahrt zu schaffen.

Silvia Bourcau (UWG) zeigte sich froh darüber, dass man eine Entscheidung über den Flächennutzungsplan vertagt habe, bis die Verkehrssituation geklärt ist. Für sie sei klar gewesen, „dass es an den Spielplatz gehen muss“. „Wenn man jetzt schon das Bring- und Abholchaos sieht, dann weiß man, was uns da blüht“, sagte Bourceau. Zahlen seien das eine, aber in der Praxis sehe es oft anders aus.

 

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