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Neue Kirchengemeinde muss zusammenwachsen

Von: Ernst Schneiders
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In der evangelischen Kirche in Roetgen wird am kommenden Samstag die Fusion feierlich vollzogen. Foto: P. Stollenwerk

Monschauer Land. Für die etwa 5000 Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden Monschau und Roetgen wird sich nichts ändern, auch wenn beide Gemeinden mit dem Jahreswechsel aufgehört haben zu existieren und zu einer neuen Kirchengemeinde Monschauer Land verschmolzen sind.

Dieser Schritt wird am kommenden Samstag in der Roetgener Kirche mit einem Festgottesdienst auch optisch vollzogen.

Roetgens Pfarrer Wolfgang Köhne kann die Gläubigen und alle, die der evangelischen Kirche nahestehen, beruhigen. Die Fusion der beiden Gemeinden betrifft in erster Linie administrative Bereiche. Priestermangel wie in der katholischen Kirche kenne man nicht, so Köhne, wohl aber ähnlich gelagerte finanzielle Nöte.

Die katholische Kirche versuche, der Misere mit den Gemeinschaften der Gemeinden zu begegnen. Die Pfarren blieben dabei eigenständig, jeweils mit Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten. Ein Geistlicher müsse dabei zum Teil mehr als zehn Pfarreien betreuen. Köhne: „Diese Belastung ist einem Menschen allein nicht mehr zuzumuten.”

Die evangelische Kirche gehe einen anderen Weg: Fusion von Gemeinden, wie im vorliegenden Falle. Ein Schritt der trotz der so genannter Synergieeffekte nicht leicht gefallen sei. Doch habe man als „Körperschaften öffentlichen Rechts” den stark rückläufigen Einnahmen aus der Kirchensteuer zum 31. Dezember 2010 Rechnung tragen müssen. Das bedeutet auch, dass aus bislang zwei Presbyterien künftig eines wird.

Gläubige in Sorge

Seit Jahresbeginn heißt das neue Gebilde Kirchengemeinde Monschauer Land und umfasst in etwa den Altkreis Monschau mit rund 5000 evangelischen Christen. „Eine große Gemeinde”, wie Pfarrer Köhne feststellt, mit jetzt nurmehr einer Postanschrift: Bahnhofstraße 2 in Lammersdorf.

„Bei den Menschen hat die Fusion Sorgen ausgelöst. Sie empfanden ihre jeweilige Gemeinde als einen Traditionsverbund und haben gefragt, was jetzt wohl kommt. Dabei ging es unter anderem auch um die Existenz der beiden Chöre in Roetgen und Monschau. Muss einer aufgelöst werden? Wer kümmert sich?” All das stehe nicht an.

Pfarrer Köhne: „Für die Leute ändert sich nichts. Bei Tod, Taufe oder Heirat können sie sich weiterhin an ihren Ortspfarrer wenden. Und vertreten haben wir uns gegenseitig ohnehin schon immer.” „Wir”, das sind Pfarrer Volker Böhm für den so genannten Kallbezirk in Lammersdorf, Pfarrer Jens-Peter Bentzin für den Rurbezirk in Monschau und Wolfgang Köhne selbst für Roetgen, ab jetzt noch Konzen sowie Eifelklinik und Altenstift in Simmerath. Weder eine Kirche noch ein Gemeindehaus werde geschlossen.

Nicht nur „Hebel umlegen”

In Zukunft soll mit der Gemeinde Monschauer Land etwas zusammenwachsen, das zusammen gehört. Wolfgang Köhne und seinen beiden Amtsbrüdern ist bewusst, dass es dazu nicht reicht, an einem bestimmten Datum „einen Hebel umzulegen”. Köhne: „Das inhaltliche Zusammenwachsen ist ein Prozess, der erst jetzt beginnt. Auch wenn sie nicht spektakulär ist, wird das unsere Arbeit für die nächste Zeit sein.”

Auch wollen die Pfarrer einen statistischen Wert nicht akzeptieren. Danach funktionieren 80 Prozent aller Fusionen nicht, weil die Unternehmenskulturen nicht zueinander passen. Auch wenn das bei einer Kirchengemeinde anders sein mag als in einem Wirtschaftsunternehmen, doch genau diese Aussage will die Kirchengemeinde Monschauer Land widerlegen und zeigen, dass sie zu den restlichen 20 Prozent gehört.
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