Roetgen - Neue Gewerbegebiete: Ein Problem in Roetgen und der Städteregion

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Neue Gewerbegebiete: Ein Problem in Roetgen und der Städteregion

Von: Anke Capellmann
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Auf der Suche nach neuen Konzepten: Der Gemeinde Roetgen fehlt es an Gewerbeflächen. Foto: Anke Capellmann

Roetgen. Die Gemeinde Roetgen ist nicht in der Lage, Gewerbeflächen zu vermitteln. Nicht, weil sie es nicht will, sondern weil sie keine Gewerbeflächen hat. „Die Frage ist also, welche Möglichkeiten es also für solche Gemeinden gibt“, sagte Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss jetzt im Bauausschuss. Dabei ging es zunächst um ein städteregionsweites Konzept, das aufgestellt werden soll.

Dass es um die Gewerbeflächen in der Städteregion Aachen allgemein nicht gut bestellt ist, ist bekannt. Viele Kommunen können den bis zum Jahr 2035 prognostizierten Bedarf an Gewerbeflächen nicht mit den derzeit vorhandenen Reserven decken – so auch Roetgen. Deswegen wurde die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) von der Städteregion beauftragt, ein städteregionsweites Gewerbeflächenkonzept zu erstellen.

Im Bauausschuss in Roetgen wurde jetzt der Abschlussbericht der Agit präsentiert und über die Prüfung der Rahmenbedinungen zur möglichen Einrichtung eines Gewerbeflächenpools gesprochen.

Laut Agit hat die Gemeinde Roetgen bis 2035 einen Gewerbeflächenbedarf von 3,5 Hektar, Reserven aber nur 0,1 Hektar – es fehlen also 3,4 Hektar. Anders sehe es in Herzogenrath, Alsdorf und Eschweiler aus, die genügend Reserven hätten, um auch andere Kommunen zu bedienen.

Ein Pool für Gewerbeflächen?

Genau darum geht es laut Dr. Lothar Mahnke, Geschäftsführer der Agit – die Nachfrage einer Kommune verlagern und den Bedarf in einer anderen decken, also ein interkommunaler Flächentausch. Dieser Punkt sorgte im Ausschuss für hitzige Diskussionen, obwohl zunächst nur überlegt werden sollte, ob die Gemeinde Roetgen in eine solche Richtung gehen und auch weiterdenken wolle. Von der Agit solle dann in Zukunft geprüft werden, unter welchen Rahmenbedingungen ein solcher Gewerbeflächenpool überhaupt machbar sei.

Silvia Bourceau (UWG) war erstaunt, dass „Gewerbeflächen in Roetgen plötzlich keine Rolle mehr zu spielen scheinen“. Wie Michael Schmitz (SPD) sagte, schließe ein solcher Pool allerdings nicht aus, dass auch die Realisierung vor der eigenen Haustür weiter in Angriff genommen werden könne.

Auch Günther Severein (fraktionslos) sagte, dass man „riesige Gewerbeflächen hier nicht realisieren kann, kleinere aber durchaus schon, und das schließt das Konzept ja nicht aus“. Klaus Onasch (SPD) begrüßte die Idee eines Gewerbeflächenpools ebenfalls: „Es macht Sinn auf Ebene der Städteregion über eine solche Idee nachzudenken.“

Auch Michael Seidel (CDU) befürwortete das Modell: „Wir können die Dinge nicht mehr lokal lösen, sondern müssen sie überregional lösen.“

Die Begeisterung für ein solches Konzept konnte Meßing (Grüne) allerdings nicht teilen. Anders ihr Fraktionskollege Müller, der ein solches Konzept toll finde.

Patrick Jansen (UWG) nahm kein Blatt vor den Mund: „Ich bin gegen so einen Mist! Wir müssen es erstmal hier auf die Kette kriegen, bevor wir über die Gemeindegrenzen hinaus denken. In meinen Augen will die Gemeinde Roetgen so etwas nicht.“

Laut Mahnke müsse aber der Städteregion ein Konzept vorgelegt werden, was allerdings nicht verbindlich ist. „Es soll erst einmal von den Kommunen beschlossen werden, ob sie sich überhaupt einer solchen Idee anschließen wollen. Wir sind ja erst auf der Suche nach einem Konzept“, sagte Klauss.

Silvia Bourceau (UWG): „Wir sollten uns lieber mit den anderen Eifelkommunen zusammensetzen. Es ist wichtig, dass sich unsere Leute hier entwickeln können und nicht in Eschweiler.“

Immer wieder musste Klauss die Fraktionsmitglieder darauf hinweisen, dass man sich noch auf der Ebene eines Arbeitsprozesses befinde. Am Ende wurde der Beschlussvorschlag mehrheitlich angenommen (zehn Ja, ein Nein, fünf Enthaltungen).

Das von der Städteregion in Auftrag gegebene Gewerbeflächenkonzept ist in erster Linie ein Beitrag für die bei der Bezirksregierung Köln anstehende Überarbeitung des Regionalplans.

 

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