Neue Erkenntnisse und offene Fragen

Von: Ernst Schneiders
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So sah es in dem Bus aus, der am Montag sechs Pkw in Aachen ineinandergeschoben hatte. Bremste der Fahrer? Oder nicht? Foto: Michael Jaspers

Simmerath. „Speedy” war’s! Das ist nicht der Name des Chauffeurs, sondern so heißt der Bus. Denn das Unternehmen M&M Reisen aus Simmerath hat all seinen 18 Bussen einen Namen gegeben. Und Gelenkbus „Speedy” hatte nun einmal das Pech, am Montagmittag auf der Monschauer Straße in Aachen unterwegs zu sein, ohne Fahrgäste.

Montagnachmittag: Der 43-jährige Busfahrer übersah nach Polizeiangaben ein Stauende in Höhe der Pascalstraße. Ob der Fahrer bremste, ist unklar. Es gebe eine zehn Meter lange Bremsspur, erklärte am Dienstag die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung, wie sie zustandegekommen sei, habe ein Gutachter zu klären.

Die Wucht des Aufpralls reichte so oder so aus, um sieben Autos von hinten ineinanderzuschieben. Die Folgen sind bekannt: Acht mehr oder minder demolierte Fahrzeuge, acht leicht und drei schwer Verletzte. Zwei Menschen schweben nach wie vor in Lebensgefahr.

Am liebsten schweigen

Die drei schwer und lebensgefährlich Verletzten sind Frauen aus dem belgischen Grenzort Raeren im Alter von 35, 40 und 57 Jahren. In einem weiteren Fahrzeug saß ein 50-Jähriger aus Simmerah, der das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte. Mit leichten Blessuren kamen eine 37-Jährige aus Herzogenrath, ein 65-jähriger Mann und eine 57-jährige Frau aus Aachen und eine 38-jährige Fahrerin aus Aachen mit ihren beiden vier und sechs Jahre alten Kindern davon.

Am Pkw, der ganz vorne in der Schlange stand, wurde das Heck beschädigt. Die 54-jährige Fahrerin aus Aachen blieb unverletzt. Glück hatte auch ein 54-jähriger Fahrer, ebenfalls aus Aachen, der auf der Monschauer Straße Richtung Eifel unterwegs war. Er kam mit dem Schrecken davon, als sein Auto von umherfliegenden Trümmerteilen getroffen wurde. Der 43-jährige Busfahrer aus Simmerath wurde leicht verletzt. Eine ärztliche Behandlung war nicht erforderlich.

Das bestätigte auch Martina Wolgarten, Chefin des seit fünf Jahren bestehenden Busunternehmens. Der Fahrer sei körperlich unversehrt, allerdings psychisch stark mitgenommen. Ansonsten wollte Wolgarten „zu dem Thema jetzt am liebsten gar nichts sagen”. Ihre Betroffenheit war am Telefon spürbar. Gelenkbus „Speedy” steht seit Montagnachmittag auf dem Firmengelände in Simmerath, mit eingedrückter Front und zertrümmerter Frontscheibe. Zuvor hatte an der Unfallstelle ein Sachverständiger das Fahrzeug begutachtet und die Tachoscheibe sichergestellt. „Das geht jetzt alles seinen bürokratischen und juristischen Weg”, sagte ein Polizeisprecher.

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